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URL: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2003/1278/


Lifestyles, social milieus and voting behaviour in Germany : A comparative analysis of the developments in eastern and western Germany.

Lebensstile, soziale Milieus und Wahlverhalten in Deutschland : Eine vergleichende Untersuchung der Entwicklung in Ost- und Westdeutschland

Mochmann, Ingvill Constanze


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Freie Schlagwörter (Deutsch): Lebensstile , soziale Milieus , Wahlverhalten
Freie Schlagwörter (Englisch): Lifestyles , milieus , voting behaviour
Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Institut für Politikwissenschaften
Fachgebiet: Politikwissenschaft
DDC-Sachgruppe: Politik
Dokumentart: Dissertation
Sprache: Englisch
Tag der mündlichen Prüfung: 10.10.2003
Erstellungsjahr: 2002
Publikationsdatum: 16.10.2003
Kurzfassung auf Deutsch: In dieser Arbeit wird die Existenz sozialer Milieus im wiedervereinten Deutschland untersucht. Die Frage ist zum ersten, inwieweit die traditionellen sozialen Milieus, die im Kaiserreich und in der Weimarer Republik entstanden, noch existieren, zum zweiten, ob neue soziale Milieus entstanden sind und letztlich inwieweit soziale Milieus dazu beitragen können, Wahlverhalten in Deutschland zu erklären.


Ausgangspunkt der Arbeit sind die traditionellen Milieus von Lepsius und wie diese sich im Kaiserreich, in der Weimarer Republik und nach 1945 entwickelt haben. Diese Milieus sind über die letzten Dekaden eindeutig geschrumpft und haben somit an ihrer Bedeutung verloren haben. Um mögliche neue Milieus zu finden wird der Lebensstilansatz verwendet, da die Meinung vertreten wird, dass Lebensstile die Bevölkerung moderner Gesellschaften differenzierter wiederspiegelt als andere sozialstrukturelle Kategorien. Lebensstilgruppen und soziale Milieus werden jedoch nicht als äquivalent betrachtet; Lebensstilsgruppen können sowohl existierende soziale Milieus wie auch eventuelle neue soziale Milieus reflektieren.


Der Rückgang der traditionellen sozialen Milieus und die Entstehung differenzierter Lebensstilgruppen wird oft als Konsequenz der Individualisierung gesehen die wiederum eng mit sozioökonomischen Änderungen sowie dem Wertewandel zusammenhängt. Die wichtigsten Entwicklungen in diesen Bereichen werden dargestellt auch um zu zeigen, wie unterschiedlich die Bedingungen in den neuen und alten Ländern waren bzgl. der Fortsetzung der traditionellen sozialen Milieus und darauf bezogenen Konfliktlinien sowie die Entstehung neuer sozialer Milieus mit anderen Konfliktstrukturen.


Aufgrund der unterschiedlichen sozioökonomischen Transformationen in der Nachkriegszeit wird erwartet dass sich die alten und neuen Länder bzgl. der Existenz sozialer Milieus unterschieden. Die Hypothesen sind 1. Ein religiöses Milieu existiert im Westen, charakterisiert durch einen traditionellen und religiös-orientierten Lebensstil, religiöse Zugehörigkeit und Kirchgangshäufigkeit, Mitgliedschaft in religiösen Organisationen, Interessenrepräsentation durch die Kirchen und eine Parteipräferenz für die CDU/CSU. In den neuen Ländern wird die Existenz eines solchen Milieus nicht erwartet. 2. In den alten Ländern existiert ein Arbeitermilieu gekennzeichnet durch einen arbeits-orientierten Lebensstil, Arbeiter, Mitgliedschaften in Gewerkschaften, Interessenrepräsentation durch die Gewerkschaften und Parteipräferenz für die SPD. Auch ein Arbeitermilieu wird in Osten nicht erwartet 3. Weiter wird die Existenz eines grünen Milieus mit einem ausbildungsorientierten Lebensstil, post-materialistische Werte, Mitgliedschaften in Studenten und/oder alternative politische Organisationen, Interessenrepräsentation durch Umweltorganisationen und eine Parteipräferenz für Bündnis90/die Grünen in Westen erwartet, aber nicht in Osten. 4. In Osten wird jedoch die Existenz eines typisch ostdeutschen Milieus angenommen welches durch Linksorientierung, Mitgliedschaften in politische Organisationen und oder Studentenorganisationen und sowohl Interessenrepräsentation wie auch Parteipräferenz für die PDS gekennzeichnet ist. 5. Letztlich wird sowohl in den neuen wie alten Bundesländern die Existenz eines unpolitischen Milieus erwartet welches durch Passivität, niedrigen sozialen Status, fehlende Interessenrepräsentation und Nichtwahl gekennzeichnet ist.
Kurzfassung auf Englisch: This thesis examines whether social milieus which were established in the German Empire and Weimar Republic still exist in reunified Germany, whether any new social milieus have arisen in the old and new Länder and finally whether social milieus still contribute to understand the voting behaviour in reunified Germany.


The starting point are the traditional social milieus of Lepsius and how these developed during the German Empire and Weimar Republic and the post World War II era until today. As these social milieus have declined over the past decades the argument is that in order to detect new social milieus, the lifestyle concept might be fruitful as it differentiates the population of modern societies to a larger extent. However, lifestyle groups and social milieus are not to be treated equally; rather lifestyle groups might reflect existing social milieus as well as indicate possible new social milieus in the society.


The decline of traditional milieus and the development towards more differentiated lifestyle groups is often considered to be a consequence of the individualisation process which has taken place in modern societies during the past decades. As the individualisation process is related to both socio-economic changes and value changes in the society the most important developments in these areas in both the east and west after 1945 are presented in detail. In particular, the differences between the east and west are assumed to be important to understand how dissimilar the preconditions were with regard to the development of the traditional milieus, their traditional cleavage bases and the possible establishment of new social milieus with other cleavage structures.


Due to the differences in socio-economic transformations since World War II the assumption is that the old and new Länder differ with respect to social milieus. The hypotheses are that 1. A religious milieu exists in the west characterised by a traditional and religious orientated lifestyle, religious affiliation and church attendance, membership(s) in religious organisations, interest representation by the churches and party preference for the CDU/CSU. A religious milieu is not assumed to exist in the east. 2. Furthermore, a worker’s milieu exists in the west characterised by a work-orientated lifestyle, blue-collar workers, membership in trade union, interest representation by the trade union and party preference for the SPD. A worker’s milieu is not expected to exist in the east either. 3. Also, a Green milieu with an education-orientated lifestyle, post-materialist value orientations, membership in student organisations and/or alternative political organisations, interest representation by environmental organisation(s) and party preference for Bündnis 90/ die Grünen is expected to exist in the west. This milieu is not expected to exist in the east. 4. In the east only a typical eastern German milieu characterised by left-orientation, membership in political organisations and/or student organisations with an interest representation by and party preference for the PDS is expected to exist. 5. Finally, it is assumed that an unpolitical milieu exists both in the west and east characterised by a low social status, passivity, lack of interest representation and an inclination not to vote.