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Abfall - eine Tatsache ohne Meinung

Pick, Daniel


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Freie Schlagwörter (Deutsch): Abfall , Typenbildung , Latour
Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Institut für Agrarsoziologie und Beratungswesen
Fachgebiet: Agrarwissenschaften, Ökotrophologie und Umweltmanagement fachübergreifend
DDC-Sachgruppe: Ingenieurwissenschaften
Dokumentart: Dissertation
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 14.06.2003
Erstellungsjahr: 2003
Publikationsdatum: 18.09.2003
Kurzfassung auf Deutsch: Ziel und Aufgabe dieser Arbeit ist eine Typenbildung bezüglich des Abfallverhaltens. Die ersten vier Kapitel entwickeln einen Zugang zu Abfall. Abfall wird als eine Metapher für die
Postmoderne gehandhabt. Dieses Bild vermag es, die Opposition von Materie/Abfall und Geist/Vernunft zu veranschaulichen und kann gleichzeitig zeigen, dass diese Opposition
historisch gewachsen, also nicht alternativlos ist. In diesen ersten vier Kapiteln wird eine Analogie zwischen der Entwicklung hin zu abstrakteren Weltbildern, und der zunehmenden
Entwertung von Materiellem, Körperlichem ausgearbeitet. Im fünften Kapitel werden die Weltbilder dann mit unterschiedlichen Idealtypen gleichgesetzt. Je nachdem, wie eine Person
mit den Ansprüchen der Moderne umgeht, genauso soll auch sein Verhalten gegenüber dem Komplex, der Metapher Abfall sein. Diese These kann dann in der Empirie plausibel
gemacht, jedoch nicht bewiesen werden.

Ausgehend von den relevanten Wahrnehmungsformen von Abfall, wird dieser in Interpretation der Theorie Bruno Latours als Tatsache ohne Meinung definiert. Als solcher wird er nicht
wahrgenommen. Abfall ist das Komplementär von Weltbildern, insofern als dass er aus ihnen herausfällt. Als Weltbild wird das Verhältnis zum Abfall Typen zuordenbar. Die Moderne bringt
zwei Typen hervor (in Abgrenzung zu einem vormodernen Typus). Diese beiden Typen versinnbildlichen in ihrer Ausprägung, die zwischen Ambivalenz und Eindeutigkeit changiert,
das moderne Abfalldilemma: ,Entweder man verdrängt die Auswirkungen des Konsums, oder man schränkt die Teilhabe an der gesellschaftlichen Wirklichkeit ein und abstrahiert von
seiner Alltagsumgebung, um universalen Erfordernissen gerecht zu werden.