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Untersuchungen zum Einfluß der Faktor-VR506Q-Konzentration auf die APC-Sensitivität und Nachweis einer Faktor-V-unabhängigen den Gerinnungsfaktor X aktivierenden Protease in kultivierten hepatischen Zellen

Bender, Kerstin


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Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Max-Planck-Institut für physiologische und klinische Forschung, Kerckhoff-Klinik GmbH, Bad Nauheim, Abt. Hämostaseologie und Transfusionsmedizin
Fachgebiet: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin
Dokumentart: Dissertation
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 11.02.2003
Erstellungsjahr: 2003
Publikationsdatum: 29.07.2003
Kurzfassung auf Deutsch: Die APC-Resistenz ist die bis dahin häufigste Ursache von venösen
Thrombosen. Der Grund der Erkrankung in der Mehrheit des
untersuchten Patientengutes liegt in einer verminderten
antikoagulatorischen Antwort von APC, bedingt durch eine
Punktmutation im FV-Gen. Aufgrund des Austausches der
Aminosäure Arg506 durch Glu wird eine wichtige Spaltstelle für
APC zerstört und FV behält lange seine prokoagulatorische
Funktion, weil FVa nur verlangsamt abgebaut werden kann. In der
vorliegenden Arbeit wurde der Einfluß der absoluten und relativen
FVR506Q-Konzentration auf die APC-Sensitivität untersucht. Die
relative FV-Konzentration ist dabei definiert als Anteil von FVR506Q
an der Gesamt-FV-Konzentration. Durch Verringerung der
FV-Gesamtkonzentration erreicht man zwar keine Normalisierung
der APC-Sensitivitäts-Ratio, dennoch gelingt es, die APC/aPTT in
sec, bei einer FV-Konzentration im Bereich zwischen 10 und 20 %,
soweit zu verlängern, daß der Wert dem einer Normal-Plasmaprobe
mit 100 % FV-Gesamtkonzentration entspricht. Wird selektiv die
FVR506Q-Konzentration verändert, so ist ein FVwt-Gehalt von
mindestens 60 % gefordert, um eine APC-SR von über 2 zu
erhalten sowie eine APC/aPTT, die sich im Vergleich zur aPTT
mindestens verdoppelt hat. Diese Beobachtung geht konform mit
der Tatsache, daß gerade heterozygote APC-Resistenz-Träger in
Abwesenheit anderer Risikofaktoren ein nur geringes
Thromboserisiko zeigen. Wenn parallel FV-Konzentration und
FVwt-Gehalt verändert werden, muß man eine FV-Konzentration
von mindestens 60 % und einen FVwt-Gehalt von mindestens 80 %
für eine Normalisierung fordern. Mit Hilfe eines amidolytischen
Testverfahrens kann selektiv FVa-Aktivität gemessen werden.
Dieses Testverfahren wurde angewendet, um die
FV-Syntheseleistung sowie den Regulationsmechanismus
verschiedener Leberzellinien humanen Ursprungs, zu untersuchen.
Zur Anwendung kamen HepG2-Zellen, die laut Literaturrecherchen
sicher FV synthestisieren. Im Zellüberstand konnte weder im
amidolytischen Ansatz noch im ELISA FV nachgewiesen werden.
Die Stabilität von FV im Zellüberstand wurde untersucht und
konnte gezeigt werden. Nach Lysieren der Zellen wurde im
kinetischen Test Aktivität gemessen. Der parallel dazu bearbeitete
ELISA konnte den FV-Nachweis nicht bestätigen. Die Aktivität läßt
sich durch Stimulierung mit verschiedenen Zytokinen steigern. Im
amidolytischen Testansatz läßt sich die FV-Aktivität von humanem
Plasma mit Hilfe eines polyklonalen anti-FV-Antikörpers vollständig
blockieren, die Aktivität der HepG2-Lysate wird im Vergleich dazu
noch gesteigert. Eine FV-Aktivitätsmessung ist nur in der
Gegenwart von PL möglich. Im Vergleich dazu reagieren die
Zelllysate auch ohne PL. Diese gemessene Aktivität ist den
Untersuchungen zufolge eine HepG2-spezifische Aktivität. In drei
weiteren untersuchten Leberzellinien humanem Ursprungs konnte
nach gleicher Behandlung und Aufarbeitung kein vergleichbares
Ergebnis erzielt werden.