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URN: urn:nbn:de:hebis:26-opus-11586
URL: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2003/1158/


In vitro Untersuchung zum Einfluss von Fluorid und Milch auf die erosive Demineralisation des menschlichen Zahnschmelzes mit zwei unterschiedlichen Analysemethoden

Schuster, Franz Josef


pdf-Format: Dokument 1.pdf (303 KB)

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Freie Schlagwörter (Deutsch): Fluorid , Erosion , LMR , Profilometrie ,
Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Medizinisches Zentrum für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde. Abteilung Zahnerhaltungskunde und Präventive Zahnheilkunde
Fachgebiet: Zahnmedizin
DDC-Sachgruppe: Medizin
Dokumentart: Dissertation
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 08.07.2003
Erstellungsjahr: 2003
Publikationsdatum: 28.07.2003
Kurzfassung auf Deutsch: Ziel der vorliegenden Studie war die Untersuchung des Einflusses verschiedener Fluoridierungsmaßnahmen auf die erosive Demineralisation menschlichen Zahnschmelzes in vitro. Zudem sollten die Ergebnisse der longitudinalen Mikroradiographie (LMR) mit denen der bereits etablierten Profilometrie verglichen werden.

Aus 20 operativ entfernten Weisheitszähnen wurden parallel zur Zahnoberfläche jeweils vier Schmelzproben mit einer Dicke von 400 µm hergestellt. Auf den planoparallelen Proben wurde ein 2x2 mm großes Versuchsfeld mit Referenzbohrungen an den Ecken erzeugt. Die übrige Versuchsfläche wurde mit Nagellack abgedeckt. Vor Versuchsbeginn wurde der Mineralgehalt bei allen Proben mit der LMR ermittelt.
Zur Erosionserzeugung diente eine 0,05 molare Zitronensäure mit einem pH-Wert von 2,3. Während der fünftägigen Versuchsdauer wurden die Proben in physiologischer Kochsalzlösung aufbewahrt und für sechsmal fünf Minuten pro Tag erodiert, dabei sollten drei Haupt- und drei Zwischenmahlzeiten simuliert werden.
Es wurden vier Versuchsgruppen festgelegt:

Gruppe I: Kontrollgruppe, keine Fluoridierung

Gruppe II: dreimal täglich fünf Minuten Fluoridzahnpasta, vor Versuchsbeginn einmal für fünf Minuten Fluoridgel

Gruppe III: dreimal täglich fünf Minuten Fluoridzahnpasta

Gruppe IV: dreimal täglich fünf Minuten Fluoridzahnpasta, dreimal täglich für fünf Minuten Milch

Am Ende jeden Versuchstages wurde der Mineralverlust bei allen Proben profilometrisch und mit der LMR bestimmt.

Der Mineralverlust war für alle Versuchsgruppen nahezu linear. In den ersten beiden Versuchstagen konnten keine signifikanten Unterschiede zwischen den Gruppen festgestellt werden. Nach dem zweiten Versuchstag wies Gruppe IV verglichen mit den anderen Versuchsgruppen signifikant niedrigere Werte auf, nach dem vierten Versuchstag lag der Mineralverlust etwa 17% niedriger als in den anderen Gruppen. Die mit der LMR ermittelten Werte betrugen in der Kontrollgruppe 73,3±13,3 µm, in Gruppe II 78,5±13,3 µm, in Gruppe III 73,3±9,9 µm und in Gruppe IV 56,4±14,2 µm. Die profilometrisch ermittelten Werte waren in der Kontrollgruppe 58,4±8,9 µm, in Gruppe II 62,3±7,2 µm, in Gruppe III 62,9±5,9 µm und schließlich in Gruppe IV 49,4±8,6 µm. Weiterhin gab es keine signifikanten Unterschiede zwischen der Kontrollgruppe und den Gruppen II und III.
Die Resultate dieser Studie zeigen, dass eine niedrig konzentrierte Fluoridapplikation ohne eine Remineralisationslösung den erosiv bedingten Mineralverlust nicht signifikant beeinflussen kann.
Nach den ersten Versuchstagen ergaben die mikroradiographischen und die profilometrischen Messungen vergleichbare Werte, am Ende des Versuchs lagen die mikroradiographisch ermittelten Werte entsprechend der mit dieser Methode zusätzlich erfassten teilweisen Demineralisation etwa 10 µm höher als die profilometrisch gemessenen. Die ermittelten Werte der beiden Methoden korrelierten bei Koeffizienten zwischen 0,069 und 0,604 meist gering miteinander. Insgesamt hat die Studie außerdem gezeigt, dass die beiden Messmethoden vergleichbare Ergebnisse liefern.