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URN: urn:nbn:de:hebis:26-opus-11562
URL: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2003/1156/


Untersuchungen zur Epidemiologie von Vancomycin-resistenten Enterokokken bei hospitalisierten und nicht hospitalisierten Personen

Treustedt, Jörn


pdf-Format: Dokument 1.pdf (1.713 KB)

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Freie Schlagwörter (Deutsch): Vancomycin , Resistenz , Enterokokken , Glykopeptide , PFGE
Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Institut für Medizinische Mikrobiologie
Fachgebiet: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin
Dokumentart: Dissertation
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 30.05.2003
Erstellungsjahr: 2002
Publikationsdatum: 15.10.2003
Kurzfassung auf Deutsch: Durch zunehmende Resistenzentwicklungen sind besonders die Enterokokken zu schwer therapierbaren Krankheitserregern geworden. Vancomycin-resistente Enterokokken (VRE) weisen gegen nahezu alle herkömmlichen Antibiotika, inklusive der Glykopeptide, Resistenzen auf. Ausgangspunkt für Infektionen ist die intestinale Kolonisation. In der vorliegenden Arbeit wurden Prävalenz und Risikofaktoren der intestinalen Kolonisation mit VRE bei nicht hospitalisierten Personen und Patienten des Universitätsklinikums Gießen untersucht.
Aus 1252 Stuhlproben von gesunden, nicht hospitalisierten Personen wurden in 9 Fällen VRE isoliert (0,7%). Bei 29 von 370 Patienten des Universitätsklinikums Gießen konnten aus Stuhlproben VRE isoliert werden (7,8%). In der Nephrologie lag diese Rate bei 26%, auf der onkologisch-hämatologischen Kinderstation bei 25%, auf der onkologisch-hämatologischen Erwachsenenstation bei 9% und auf den übrigen Stationen im Mittel bei 3%. Eine vorherige Vancomycintherapie konnte als statistisch signifikanter Risikofaktor ermittelt werden. Der Einfluss einer anderweitigen antibiotischen Therapie und der Grunderkrankung der Patienten waren statistisch nicht belegbar.
Bei 82% der VRE ließ sich mittels PCR das Resistenzgen vanA nachweisen. Durch molekulare Genotypisierung mittels Restriktionsverdau und anschließende Auftrennung der Fragmente in der Pulsfeldgelelektrophorese sowie durch Vergleich von Biocode und Resistenzmuster ließ sich die Identität bzw. Unterschiedlichkeit der Stämme darstellen. Die Ergebnisse weisen darauf hin, dass eine Ausbreitung verwandter Stämme innerhalb des Klinikums stattgefunden hat. So konnte unter anderem in der Kinderklinik ein klonal verwandter Stamm bei mehreren Patienten aus Blut, Urin und Stuhl isoliert werden.
Wichtige Präventionsmaßnahmen zur Verhinderung der weiteren Resistenzausbreitung sind daher die Verringerung des Glykopeptideinsatzes und besondere Hygiene- und Isolierungsmaßnahmen bei infizierten und kolonisierten Patienten.