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URL: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2003/1139/


Gerinnungsveränderungen unter In-vitro-Fertilisationstherapie

Fritz, Kathrin


Originalveröffentlichung: (2002) Giessen: Köhler 2003
pdf-Format: Dokument 1.pdf (1.025 KB)

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Freie Schlagwörter (Deutsch): In-vitro-Fertilisation , Gerinnungsveränderungen , Estrogen , Progesteron , IVF
Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Medizinische Klinik IV
Fachgebiet: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin
Dokumentart: Dissertation
ISBN / ISSN: 3-935713-59-2
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 03.06.2003
Erstellungsjahr: 2002
Publikationsdatum: 27.11.2003
Kurzfassung auf Deutsch: Unterschiedliche Hormonpräparate, wie beispielsweise orale Kontrazeptiva oder Substitutionspräparate in der Menopause sind in den letzten Jahren vermehrt in die Schlagzeilen geraten. Es wurden viele Studien veröffentlicht, die zeigten, daß es unter bestimmten Hormongaben zu Veränderungen der Blutgerinnung kommt im Sinne von Steigerung des pro- bzw. Reduktion des antikoagulatorischen Potentials. Somit besteht ein erhöhtes Thromboserisiko unter Verwendung bestimmter Hormonpräparate, insbesondere, wenn weitere Risikofaktoren für thromboembolische Ereignisse (Rauchen, Adipositas, Immobilisation usw.) hinzu kommen.

Da die In-vitro-Fertilisation in den letzten 20 Jahren immer mehr an Bedeutung gewonnen hat und während eines IVF-Zyklus Hormone in hoher Dosierung verabreicht werden, stellte sich die Frage, ob und inwieweit es auch hier zu Gerinnungsveränderungen kommt.

In der vorliegenden Arbeit konnten wir anhand unterschiedlicher Gerinnungs-parameter und Hormonwertbestimmungen bei zwei unterschiedlichen IVF-Stimu-lations-Protokollen zeigen, daß es unter In-vitro-Fertilisations-Therapie zu Veränderungen der Blutgerinnung der Patientinnen kommt.

In beiden von uns untersuchten Patientengruppen (LONG- versus SHORT-Protokoll Programm) wiesen sowohl die Globaltests der plasmatischen Gerinnung (Quick-Wert, aPTT und Fibrinogen) als auch die Gerinnungsaktivierungsparameter Prothrombinfragment F1+2 und D-Dimer auf eine Erhöhung des prokoagulatorischen Potentials bzw. eine Gerinnungsaktivierung hin.

Die in den letzten Jahren auf dem Gebiet der Gerinnungsaktivierung bzw.
-inhibierung erst genauer erforschten Faktoren Tissue factor und Tissue factor pathway inhibitor verhielten sich unterschiedlich in den beiden von uns untersuchten Gruppen und zeigten keine eindeutig signifikanten Veränderungen.

In bezug auf die Hormonwertveränderungen unter IVF-Therapie konnten wir zeigen, daß die Gerinnungswerte, insbesondere Prothrombinfragment F1+2 und D-Dimer, der Patientinnen beider Protokolle signifikant mit den Progesteron-Werten korrelierten. Estrogen-Spiegel scheinen dagegen bei der In-vitro-Fertilisations-Hormontherapie eine untergeordnete Rolle zu spielen in bezug auf die Gerinnungsaktivierung.

Zwischen den beiden Patientengruppen bestanden kaum Unterschiede hinsichtlich Ansteigen bzw. Abfallen der einzelnen Parameter. Lediglich in bezug auf die Höhe des jeweiligen Anstiegs bzw. Abfalls konnte gezeigt werden, daß, außer bei den F 1+2-Werten, jeweils die Endwerte der Patientinnen der LONG-Protokoll Gruppe deutlich über bzw. unter denen der SHORT-Protokoll Gruppe lagen, was auf ein stärkeres Ansteigen des prokoagulatorischen Potentials in diesem Protokoll weist, insbesondere im Zusammenhang mit dem auch in dieser Gruppe stärkeren Ansteigen des Progesterons.