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Die Gießener Veterinärmedizinische Fakultät zwischen 1933 und 1957

The faculty of veterinary medicine in Gießen from 1933 to 1957

Orlob, Eva-Maria


Originalveröffentlichung: (2003) Wettenberg : VVB Laufersweiler 2003
Zum Volltext im pdf-Format: Dokument 1.pdf (65.597 KB)


Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:hebis:26-opus-11372
URL: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2003/1137/

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Freie Schlagwörter (Deutsch): Veterinärmedizinische Fakultät Gießen , Universität Gießen , Tierärztliche Bildungsstätten , Veterinärmedizingeschichte
Freie Schlagwörter (Englisch): Faculty of veterinary medicine in Gießen , University Gießen , history of veterinary medicine
Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Institut für Geschichte der Medizin
Fachgebiet: Veterinärmedizin
DDC-Sachgruppe: Landwirtschaft
Dokumentart: Dissertation
Zeitschrift, Serie: Edition scientifique
ISBN / ISSN: 3-89687-631-7
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 25.03.2003
Erstellungsjahr: 2003
Publikationsdatum: 24.06.2003
Kurzfassung auf Deutsch: In der Weimarer Republik beginnend spannt diese Arbeit zur Geschichte der Veterinärmedizinischen Fakultät Gießen den Bogen über die Zeit des Nationalsozialismus, die Kriegs- und Nachkriegsjahre, das Ende der 1607 gegründeten Ludoviciana mit anschließendem Hochschulprovisorium bis zur Wiedereröffnung als Justus-Liebig-Universität im Jahre 1957.
Dazu wurden neben einschlägigen Publikationen vor Allem sach- und personenbezogene Akten aus dem Universitätsarchiv Gießen ausgewertet und als weitere Quellen Originalakten der NSDAP und anderer NS-Organisationen sowie Spruchkammerunterlagen hinzugezogen. Schließlich fanden Mitteilungen in veterinärmedizinischen Fach- und Standeszeitschriften Berücksichtigung, und ergänzend erfolgte eine Befragung von Zeitzeugen.
Die kontinuierliche Spezialisierung der Lehrfächer der Veterinärmedizinischen Fakultät seit ihrer Gründung 1914, die Erweiterung des Lehrkörpers und die Studienbedingungen werden ebenso dargestellt, wie der Ausbau von Instituts- und Kliniksgebäuden und die institutionellen Umstrukturierungen. Auf die ohne großes Aufheben erfolgte Gleichschaltung der Fakultät nach der nationalsozialistischen Machtergreifung wird eingegangen. Die Politisierung des Lehrkörpers durch fast ausschließliche Berufung von auswärtigen Wissenschaftlern, die NSDAP-Mitglieder waren, sowie der Werdegang des rechtsgerichteten NS-Opponenten Oberassistent Otto Dehner werden analysiert. Die Übernahme von als kriegswichtig eingestuften Forschungsaufträgen durch einzelne Dozenten zu Fragen der Nahrungsmittelnutzung im Sinne der Autarkie, sowie zu Tierseuchen und zur Kriegsveterinärchirurgie kann belegt werden. Ansätze zur nationalsozialistischen Erziehung der Studenten können festgestellt werden, ebenso wie einzelne Fälle von Exmatrikulation jüdischer Veterinärmedizin-Studenten und von Ablehnung jüdischer Studienbewerber. Die verheerenden Folgen der Kriegszerstörung, die Schließung der Ludwigs-Universität 1946 mit Verlust des Universitätsstatus und der durch die Entnazifizierung verursachte Dozentenmangel gefährdeten die Kontinuität der Veterinärmedizinischen Fakultät aufs Äußerste. Die Auswertung der Spruchkammerverfahren ergab, dass 25% der Professoren der Veterinärmedizinischen Fakultät im ersten Verfahren als Minderbelastete und im zweiten Verfahren als Mitläufer und 40% der Dozenten sofort als Mitläufer eingestuft wurden, sodass einige Entlassene später wieder ihre frühere Tätigkeit aufnehmen konnten. Der unter schwierigsten Bedingungen erfolgte Wiederaufbau der Gebäude der Veterinärmedizinischen Fakultät und die anschließende Ausdehnung des Fakultätsgeländes nach Südwesten durch Errichtung verschiedener Neubauten wird dargestellt. Mit der Wiederherstellung des Universitätsstatus unter dem Namen Justus-Liebig-Universität im Jahr 1957 nimmt die Arbeit ihren Abschluss.
Kurzfassung auf Englisch: Beginning at the time of the Weimar republic, this present article concerning the history of the veterinary medicine faculty, Giessen covers the time of National Socialism, the Second World War and the years immediately following, to the end of the Ludoviciana, which was founded in 1607, together with the period as a temporary academy up to its reopening as the Justus Liebig University in the year 1957.
In addition to the relevant publications, above all, the material and personal records from the Giessen University archive were utilized and as further sources, the original records of the NSDAP and other NS organizations as well as supporting material from the records of the courts for deciding on the degree of nazification were also used. Finally, information contained in technical and other veterinary publications were considered and were complemented by consulting witnesses from the time.
The continual specialization of the lecturers in the veterinary medicine faculty since its foundation in 1914, the increase in teaching staff and the conditions as to studying are also presented, as are the extensions to the buildings of the institutes and the clinics and the institutional restructuring. The realignment after the National Socialists took power, which was not negligible, is also included. The politicization of the teaching staff, caused by the bringing-in of external scientists who were members of the NSDAP as well as the career of the NS opponent, Otto Dehner, who was condemned by the right wing, is also analysed. The taking-over of research commissions, judged as important for the war, such as to self-sufficiency of foodstuffs as well as to epidemics and veterinary surgery during wartime by individual lecturers are all also evidenced. Records dealing with the national socialist education of students are also documented as are individual cases where Jewish candidates were not allowed to study vetinary medicine or to enter for matriculation. The disasterous consequences of the interruption caused by the war, the closing of the Ludwig University in 1946 with the loss of university status together with the shortage of lecturers caused by denazification seriously endangered the continuation of the vetinary medicine college. Reference to the records of the courts for deciding on the degree of nazification show that 25% of the professors in the faculty for veterinary medicine were classified as moderately incriminated (Minderbelastete) in the first instance and as Mitläufer in the second instance, while 40% of the teaching staff were classified as Mitläufer immediately, with the result that a few people who were earlier dismissed could take up their previous work again. The reinstatement, under great difficulties, of the faculty buildings and the subsequent increase in the area necessary for the construction of new buildigs to the south-west are also detailed. With the reinstatement of university status, under the name of the Justus Liebig University, the work reaches its completion.
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