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URN: urn:nbn:de:hebis:26-opus-10797
URL: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2003/1079/


Untersuchungen zur Verträglichkeit einer lipidreichen Gesamtnährlösung bei totaler periphervenöser Ernährung

Study about the digestibility of a total peripheral parenteral nutrition

Horn, Anja Ruth


pdf-Format: Dokument 1.pdf (878 KB)

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Freie Schlagwörter (Deutsch): periphervenöse , parenterale , Ernährung , Fettemulsionen
Freie Schlagwörter (Englisch): peripheral , parenteral , nutrition , fat , emulsions
Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Zentrum für Innere Medizin, Medizinische Klinik III und Poliklinik
Fachgebiet: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin
Dokumentart: Dissertation
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 24.03.2003
Erstellungsjahr: 2002
Publikationsdatum: 31.03.2003
Kurzfassung auf Deutsch: Ziel dieser Untersuchung war die Verträglichkeit einer neu entwickelten fettreichen Gesamtnährlösung zu beobachten.

Es konnte gezeigt werden, daß eine parenterale Ernährung periphervenös sinnvoll und risikoarm durchführbar ist, indem man die Plasmaisotonie der Fettemulsionen nutzt.

Im Rahmen der Untersuchung wurde 20 Patienten ohne relevante Stoffwechselerkrankung fünf Tage lang eine Gesamtnährlösung, bestehend aus 500ml einer 20%igen Fettemulsion, 234 ml einer 40%igen Glukoselösung und 480 ml einer 12,5%igen Aminosäurenlösung nebst Elektrolyten, Vitaminen und Spurenelementen infundiert. Das Volumen betrug 2500 ml, die Gesamtkalorienzahl 1800 kcal und die Osmolarität ca 630 mosmol. Daran schloß sich eine zweitägige Kontrollphase, in der die Patienten eine hypotone, hypokalorische Glukose- Aminosäurenlösung erhielten, an.
Das Kollektiv zeigte an den fünf kalorienreichen Tagen eine positive Gewichtsentwicklung, die zum Teil auf Flüssigkeitsverschiebungen beruhte. Während die Stickstoffbilanz zeigt, daß die Patienten ausreichend Energie und Aminosäuren erhielten, war der Zeitraum zu kurz, um eine positive Entwicklung der kurzlebigen Proteine zu erreichen.

Bezüglich der allgemeinen Verträglichkeit kam es zu keinen Einschränkungen, die Patienten zeigten teilweise eine erfreuliche Besserung des Allgemeinzustandes, die sicherlich auf die positive Energiebilanz zurückzuführen war.

Metabolische Nebenwirkungen einer parenteralen Ernährung betreffen v.a. das hepato-biliäre System. Obwohl eine Hyperalimentation mit hohem Glukoseanteil hierfür hauptsächlich verantwortlich ist, ergaben sich hier Hinweise für eine beginnende Cholestase mit einem leichten Anstieg der Gamma-Glutaryl-Transferase und der alkalischen Phosphatase, was durch die erfolgte Hyperalimentation von ca 1000 kcal bedingt sein könnte.

Die Untersuchungen zum Lipidstoffwechsel unter der hohen Fettapplikation zeigten, daß die zugeführten Triglyceride in ausreichendem Maße hydrolisiert und eliminiert wurden. Die in Einzelfällen stark ansteigenden Triglyceridwerte erreichten während der 12stündigen Infusionspause wieder die Ausgangswerte, eine Triglyceridakkumulation fand sich nicht. Vorsicht ist jedoch bei einer vorbestehenden Hyperlipoproteinämie geboten.

Leicht ansteigende Spiegel der im Überfluß als Emulgator infundierten Phospholipide und des freien Cholesterins deuten auf eine mögliche Entstehung Lipoprotein X-ähnlicher Partikel hin. Bei Verabreichung der Gesamtnährlösung über einen längeren Zeitraum könnte es also zu einer Akkumulation dieser verzögert abgebauten Partikel mit konsekutiver Zellmembranveränderung, v.a. der Erythrocyten, sowie Hypercholesterinämie und Hyperphospholipidämie kommen.

Die einfache Handhabung des 'Mischbeutels' durch das Pflegepersonal, die niedrige Rate katheterbedingter Komplikationen bedingt durch seltene Manipulationen am Infusionssystem und die periphere Lage der Katheterspitze erleichtern die Durchführung der parenteralen Ernährung wesentlich. Gerade auch für den ambulanten Bereich sind die 'Mischbeutel' dadurch hervorragend geeignet.

Unter Betrachtung des Lipidstoffwechsels und der Routineverfahren zur klinischen Überwachung der künstlichen Ernährung kann geschlossen werden, daß die Gesamtnährlösung gut vertragen wird, und nur in Einzelfällen eine Dosisreduktion erforderlich ist. Sie ermöglicht unter regelmäßiger Überwachung der Stoffwechselparameter die routinemäßige Durchführbarkeit periphervenöser parenteraler Ernährung.

Kurzfassung auf Englisch: Study about the digestibility of a total peripheral parenteral nutrition

The aim of the study was to prove the digestibility of a new developed All-in-One-Solution infuseable in peripheral veins. This is possible by using the plasmaisotonia of fat emulsions. Twenty Patients without metabolic diseases received a parenteral nutrition with high fat content over five days, followed by two days of control.

The emulsion contained 100g fat as 20% lipid emulsion, 140g glucose, 60g amino acids, electrolytes, vitamins and trace elements, corresponding to 7524 kJ (1800 kcal) and a osmolarity of 630 mosmol/l.. The group gained weight, surely also based on fluid resuscitation, but they also developed a positive nitrogen balance, so we can assume, that the patients received sufficient amino acids and energy. Relative to the tolerance the patients behaved well, partially with a fortunately improvement of their state of health, based on the positive energy balance.

Metabolic side effects mostly concerned hepatocellular disorders, in this study also elevated gamma glutamyl transpeptidase and alkaline phosphatase referred on a beginning cholestasis.

Examinations concerning the lipid metabolism shows that exogenous fat is efficiently cleared from the circulation, but patients with a known hyperlipoproteinemia are to watch out.

Lipid emulsions contain not only triglyceride-rich particles but also phopholipid-rich particles, that are believed to trap free cholesterol and apoprotein E, when they are infused in excess. We found slight increasing plasma phospholipid and free cholesterol, which may influence the composition of cell membranes and leading to the possibility of developing lipoproteins similar to Lipoprotein X. This requires further investigation.

The incidence of peripheral cannular thrombosis was low, only thee patients developed a peripheral thrombophlebitis.

Our study suggests that for both metabolic and clinical reasons peripheral parenteral nutrition is a suitable source in clinical nutrition.