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URN: urn:nbn:de:hebis:26-opus-10001
URL: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2003/1000/


Untersuchung zur Bruchfestigkeit und Reparaturfähigkeit von temporären Kronen- und Brückenmaterialien

Gausmann, Michael


pdf-Format: Dokument 1.pdf (1.233 KB)

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Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Medizinisches Zentrum für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde, Abteilung für Zahnärztliche Prothetik
Fachgebiet: Zahnmedizin
DDC-Sachgruppe: Medizin
Dokumentart: Dissertation
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 12.12.2002
Erstellungsjahr: 2002
Publikationsdatum: 06.01.2003
Kurzfassung auf Deutsch: Ohne geeignete Werkstoffe, die zur einfachen und unkomplizierten Anfertigung von sofortprovisorischen Kronen und Brücken geeignet sind, ist die moderne Zahnheilkunde nicht mehr denkbar. Die Fraktur eines Provisoriums zählt zu den häufigsten Komplikationen bei der temporären Versorgung von präparierten Zähnen. Aus diesem Grund kommt der Bruchfestigkeit und Reparaturfähigkeit der Materialien eine erhebliche Bedeutung zu.

In dieser In-vitro-Studie soll die Frage beantwortet werden, inwieweit die verschiedenen Kunststoffe sich in der Bruchfestigkeit und vor allem in der Reparaturfähigkeit unterscheiden.


Es wurden ein Polymethyl-Methacrylat (TAB 2000/Kerr), ein autopolymerisierendes Diacrylat-Komposit (Cronsin Duopast/ Merz Dental) und zwei dualhärtende Komposite (Luxatemp Solar/DMG, Provipont DC/Vivadent) untersucht. Drei verschiedene Versuchsarten wurden gewählt (3-Punkt-Biege-Versuch, Zug- und Scherversuch). Die Materialprüfung erfolgte mit einer Universalprüfmaschine Zwick (Typ1454).


Bezüglich der Bruchfestigkeit werden alle untersuchten Materialien der Mindestanforderung von 50 MPa (nach ISO 10477) mehr als gerecht. Die Bruchfestigkeit wurde mit Entwicklung der moderneren Kompositmaterialien sogar signifikant gesteigert. Daher ist das Bruchrisiko deutlich verringert worden. Die Ergebnisse zeigen aber auch, dass die hohe Bruchfestigkeit anfänglich noch nicht erreicht wird, so das die temporäre Versorgung initial noch nicht stark belastet werden sollte.
Das deutlich verbesserte Handling der modernen Materialien durch die neuen Dosier-, Applikations- und Polymerisationssysteme wurde zu Lasten der Reparaturfähigkeit erreicht. Die ursprünglichen PMMA-Materialien, die bezüglich der Reparaturfähigkeit im Vorteil sind, sollten infolge ihrer negativen Eigenschaften ersetzt werden (Gefahr der Pulpenschädigung durch hohe Wärmeentwicklung bei der exothermen Abbindereaktion, Oberflächenaufweichung bei Verwendung von eugenolhaltigen Zementen).
Kommt es zu einer Fraktur der temporären Versorgung, insbesondere bei weitspannigen Brücken, so ist eine Neuanfertigung erforderlich, da die Bruchfestigkeit der Materialien nach Reparatur stark abnimmt.


Die Ergebnisse hinsichtlich der insuffizienten Reparaturfähigkeit zeigen, dass der ideale Provisorienkunststoff auch unter Berücksichtigung der o.g. wesentlichen Verbesserungen bei den dualhärtenden und autopolymerisierenden Diacrylat-Kompositen derzeit (noch) nicht verfügbar ist. Da die Materialien noch Schwachpunkte besitzen, wären weitere Verbesserungen durch die Hersteller wünschenswert.