Giessener Elektronische Bibliothek

GEB - Giessener Elektronische Bibliothek

Persönlichkeit und Entspannung vs. Ablenkung beim Zahnarzt

Jäger, Karin


Zum Volltext im pdf-Format: Dokument 1.pdf (785 KB)


Hinweis zum Urheberrecht

Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:hebis:26-opus-9079
URL: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2002/907/

Bookmark bei Connotea Bookmark bei del.icio.us


Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Abteilung Differentielle Psychologie
Fachgebiet: Psychologie
DDC-Sachgruppe: Psychologie
Dokumentart: Diplomarbeit, Magisterarbeit
Sprache: Deutsch
Erstellungsjahr: 2001
Publikationsdatum: 18.11.2002
Kurzfassung auf Deutsch: Die vorliegende Studie untersuchte den Einfluß von hoch und niedrig ausgeprägter Zahnbehandlungsangst und den Einfluß der Intervention durch ein Entspannungs- und Ablenkungsverfahren (und Kontrolle) bei der Antizipation einer Zahnbehandlung. Die Teilnehmer waren 49 Patienten einer Giessener Zahnarztpraxis, die parallelisiert nach Alter und Geschlecht auf die Bedingungen aufgeteilt wurden. Anders als in anderen Studien wurden die verschiedenen Meßaspekte in umfassender Weise betrachtet: es wurden peripher-physiologische, immunologische, subjektiv-verbale und behaviorale Indikatoren herangezogen. Außerdem wurde der Einfluß der Ausprägung der Zahnbehandlungsangst und der Art der Experimentalbedingung auf das aktuelle Coping-verhalten untersucht.



Es zeigte sich, dass peripher-physiologische und immunologische Indikatoren nicht von der Ausprägung der Zahnbehandlungsangst beeinflußt waren. Allerdings zeigten sich subjektiv-verbale Unterschiede: Hochängstliche schätzten ihre körperliche Erregung höher ein als Niedrigängstliche, was auf eine Tendenz der Hochängstlichen zurückgeführt wurde, körperliche Reaktionen stärker als Niedrigängstliche zu beachten. Weiterhin zeigten sich behaviorale Unterschiede: Hochängstliche wirkten starrer und wurden als ängstlicher, weniger entspannt und weniger kooperativ eingeschätzt. Allerdings hat sich das aktuelle Copingverhalten von Hoch- und Niedrigängstlichen nicht unterschieden.

br>
Die Ergebnisse sprechen jedoch für eine Wirksamkeit des Entspannungsverfahrens, vor allem bei Hochängstlichen. Zwar haben sich die Experimentalgruppen, wie auch die Persönlichkeitsgruppen, nicht in peripher-physiologischen und immunologischen Indikatoren unterschieden, allerdings verbesserte das Entspannungsverfahren die subjektive Befindlichkeit besonders bei den Hochängstlichen. Auch behaviorale Unterschiede weisen auf die Wirksamkeit des Entspannungsverfahrens hin, dass sich von der Wirkung des Ablenkungsverfahrens und der Kontrollbedingung unterscheidet.



Die Ergebnisse zur Wirksamkeit des Ablenkungsverfahrens sind weniger eindeutig. Das Ablenkungsverfahren unterscheidet sich in einigen Punkten vom Entspannungsverfahren, allerdings kaum von der Kontrollbedingung. Dies wird der verwendeten Technik (Audio-Präsentation) angelastet, die vergleichsweise wenig Ablenkungskraft hat. Allerdings beeinflußte das Ablenkungsverfahren das aktuelle Copingverhalten während der Zahnbehandlung.