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URL: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2002/882/


Troponin T und Troponin I zur Verlaufskontrolle myokardialer Schädigung nach kardiochirurgischen Eingriffen bei Kindern

Kristen, Adelina


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Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Medizinisches Zentrum für Kinderheilkunde und Jugendmedizin, Abt. für Kinderkardiologie und Medizinisches Zentrum für Klinische Chemie, Klinische Immunologie und Humangenetik des Universitätsklinikums
Fachgebiet: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin
Dokumentart: Dissertation
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 26.09.2002
Erstellungsjahr: 2002
Publikationsdatum: 05.12.2002
Kurzfassung auf Deutsch: Der Troponin-Komplex kontrolliert die Interaktion der dünnen und dicken Filamente der Muskelzellen. In dieser Studie wurden insgesamt 67
Patienten mit angeborenem Herzfehler im Alter von 2 Wochen bis 14 Jahren untersucht. Jedem Patienten wur-den 7 Blutproben á 2 ml vor
OP, am Ende der Ischämiezeit, 6, 24, 48, 96 und 144 Stunden nach dem Ende der Ischämiezeit entnommen. Bestimmt wurden kardiales
Troponin T (cTnT), kardiales Troponin I (cTnI) und Myoglobin. Nach der Art der kongenitalen Herzfehler wurden die Patienten in 2 Gruppen
eingeteilt. Die Gruppe 1 bildeten 32 Patienten mit einem azyanotischen Vitium, die Gruppe 2 bildeten 23 Pa-tienten mit einem
zyanotischen Vitium. Jede dieser Gruppen wurde nach der Länge der Ischämiezeit (unter/über 60 Minuten bei Patienten mit einem
azyanotischen Herzfehler bzw. unter/über 90 Minuten bei Patienten mit einem zyanotischen Herz-fehler) in jeweils 2 Untergruppen eingeteilt.
Das Kontrollkollektiv bestand aus 12 Pa-tienten mit gefäßchirurgischen Operationen ohne Einsatz der Herz-Lungen-Maschine. Beim
Vergleich beider Gruppen stellte sich heraus, dass der maximale mittlere cTnT-Wert in der Gruppe der Patienten mit azyanotischen
Herzfehlern bei 5,74 ng/ml (p = 0,04) und in der Gruppe der Patienten mit zyanotischen Herzfehlern mit 10,59 ng/ml (p = 0,04) fast doppelt
so hoch lag.


Kardiales Troponin T und Troponin I spiegeln den durch Ischämie hervorgerufenen, perioperativen, myokardialen Zellschaden in
Abhängigkeit von der Art der kongenita-len Vitien und der Zeitdauer der intraoperativen Ischämie wider. In der Mehrzahl der Fälle ist der
cTnT und cTnI-Wert 6 Stunden nach dem Ende der Ischämiezeit der höchste und im weiteren Verlauf rückläufig. Kommt es jedoch nach
dem ersten postoperativen Tag zu cTnT- und cTnI-Konzentrationsanstiegen, deutet dies auf Komplikationen hin z.B. postoperativer
Myokardinfarkt, zunehmende Herzinsuffizi-enz usw. dabei korreliert die Höhe der kardialen Troponin-Konzentration mit dem Ausmaß des
Myokardtraumas.


Das cTnI ist jedoch für die nichtinvasive Diagnostik des Myokardschadens besser geeignet als das cTnT, da das cTnT bei Patienten mit
chronischer Niereninsuffizienz und Myopathien auch ohne Myokardschädigung erhöht sein kann.