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Klinische und molekulare Ansätze einer rationalen Adipositas-Therapie : Eine Übersicht und eigene chirurgische Erfahrungen

Darmstadt-Vollerthun, Maria


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Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Medizinisches Zentrum für Chirurgie, Anästhesiologie und Urologie, Klinik für Allgemein- und Thoraxchirurgie des Universitätsklinikums
Fachgebiet: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin
Dokumentart: Dissertation
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 13.09.2002
Erstellungsjahr: 2002
Publikationsdatum: 10.12.2002
Kurzfassung auf Deutsch: 1. Das Krankheitsbild der Adipositas per magna wird definiert und gegen Übergewicht abgegrenzt. Die Einteilung und der Schweregrad der Adipositas sowie der Phänotyp werden beschrieben. Differentialdiagnosen sowie die erheblichen Kosten der von den Krankenkassen nicht als Krankheit anerkannten Adipositas werden ausführlich dargestellt.


2. Adipositas und Folgekrankheiten werden im Hinblick auf das metabolische Syndrom und die Insulinresistenz behandelt.


3. Klinische Ansätze einer rationalen Adipositas-Therapie können in einer konservativen Behandlung bestehen, in einer speziellen Ernährungstherapie, in der Berücksichtigung der Bewegung als Prävention und Therapie sowie der Verhaltenstherapie. Eine besondere Bedeutung erlangen gewichtssenkende Operationen der Adipositas, bei der die Operationsmethode nach Belachew (1993) besonders hervorgehoben werden soll und die dieser Arbeit zugrunde liegt.


4. Die molekularen Ansätze einer rationalen Adipositas-Therapie beruhen im wesentlichen auf der Erforschung des Hormons Leptin. Wirkungen des Leptins in der Körperperipherie und im zentralen Nervensystem werden unterschieden. Erfolge mit Leptin zur Gewichtssenkung sind beim Menschen noch nicht erfolgreich, jedoch beleuchten sie im Tierversuch und auch in Zellkulturen mögliche Mechanismen im Energiehaushalt.


5. Die Diskussion zur Entstehung der Insulinresistenz ist noch nicht abgeschlossen. In der Auffassung von G. Boden (1997) beruht die
Insulinresistenz auf erhöhten Fettsäurespiegeln im Blut und führen zur Insulinresistenz am Skelettmuskel. Eine abweichende Auffassung vertritt die Gruppe um Gaster et al. (2000), die annehmen, daß es sowohl primäre als auch sekundäre Defekte am Skelettmuskel des Menschen geben könnte.


6. Klinisch werden Sibutramin (Reductil®) und Orlistat (Xenical®) zur Gewichtssenkung eingesetzt. Die Indikation zur laparoskopischen
Gastric-Banding-Operation wurde bei n = 46 Patienten gestellt und mit der Operationsmethode nach Belachew (1993) durchgeführt. Die Gewichtssenkung wurde durch den Body-Mass-Index (BMI), Excess Weight Loss (EWL) sowie Hip to Waist-Ratio (HWR) festgestellt. In allen Fällen kam es zur Gewichtssenkung.


7. Compliance der Patienten nach dieser Operation, Operationszeiten sowie intraoperative und postoperative Komplikationen werden dargestellt.


8. Die an der Klinik für Allgemein- und Thoraxchirurgie der JLU Gießen übliche Aufklärung und Information für Patienten zur Gastric-Banding-Operation, ein Fragebogen zur sozialen Anamnese sowie ein Leitfaden zur Gastric-Banding-Operation werden beigefügt.


9. Zur Frage der Epidemiologie der Adipositas per magna wird auf einen anthropologischen Ansatz zurückgegriffen, der die Komplexität des Organismus sowie seinen durch die Warmblütigkeit bedingten hohen Energiehaushalt in den Mittelpunkt rückt (Duncker, 1992, 2001). Aus dieser Betrachtung läßt sich ableiten, daß Adipositas unter den gegebenen Lebensbedingungen der
westlichen Welt dann unvermeidbar ist, wenn auf langzeitige Bewegung verzichtet wird. Im Hinblick auf die Ernährung und die besonderen biochemischen Verhältnisse beim Menschen kann zu einer Freigabe des Kohlenhydratkonsums bei Einschränkung des Fettverzehrs geraten werden (Pudel und Westenhöfer, 1998).