Giessener Elektronische Bibliothek

GEB - Giessener Elektronische Bibliothek

Hinweis zum Urheberrecht

Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:hebis:26-opus-8783
URL: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2002/878/


In vitro- Untersuchungen zur Regulation des Wachstums und der Invasivität des Ovarialkarzinoms unter besonderer Berücksichtigung der Rolle von humanem Choriongonadotropin (hCG) und Prostaglandinen

Kiesenbauer, Nicole Patricia


pdf-Format: Dokument 1.pdf (645 KB)

Bookmark bei Connotea Bookmark bei del.icio.us
Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Medizinisches Zentrum für Frauenheilkunde und Geburtshilfe des Universitätsklinikums
Fachgebiet: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin
Dokumentart: Dissertation
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 04.11.2002
Erstellungsjahr: 2002
Publikationsdatum: 04.12.2002
Kurzfassung auf Deutsch: Einleitung: Das Ovarialkarzinom ist eine der schwerwiegendsten bösartigen Erkrankungen im gynäkologischen Bereich mit einer Fünf-
Jahres- Überlebensrate von lediglich 20 bis 40 %. Bei der Suche nach tumorwachstumsregulierenden Einflüssen fiel in der Vergangenheit
mehrfach der Zusammenhang zwischen einer Stimulationstherapie im Rahmen einer Infertilitätstherapie mit humanem Choriongonadotropin (hCG) und einer erhöhten Inzidenz von Ovarialmalignomen auf. Das Risiko an einem Ovarialkarzinom zu erkranken, steigt mit der Anzahl der stattgefunden Ovulationen, die auch durch Prostaglandine reguliert werden. In der vorgelegten Untersuchung sollte
der direkte Einfluss von hCG, sowie PGE2 und PGF2 auf die Proliferation und Migration von Ovarialkarzinomzellen untersucht werden.



Material und Methoden: Der Nachweis der Expression des hCG/LH-Rezeptors wurde durch Immunhistochemie (ABC-Methode) in der
Ovarialkarzinomzelllinie EFO 27 erbracht. Die Proliferation in vitro wurde mittels eines kolorimetrischen, nichtradioaktiven WST-1- Assays
untersucht. Die Migration wurde mit Hilfe einer unbeschichteten modifizierten Boyden- Kammer beurteilt. Als mögliche Effektoren von
Invasivität wurde die Expression von Matrixmetalloproteinasen (MMP) sowie von Integrinen betrachtet.



Ergebnisse: Es konnte gezeigt werden, dass die Prostaglandine, PGE2 und PGF2alpha, sowie die Aktivatoren der Adenylatzyklase (cAMP
und Forskolin) die Proliferation signifikant hemmen. hCG dagegen hat eine stimulierende Wirkung auf die EFO 27 Zellen in vitro mit
Zunahme der Migration um bis zu 570 % ohne Beeinflussung der Proliferation. Dabei zeigte sich durch gleichzeitige Inkubation mit
Proteinkinase-C- Inhibitor (PKCI), dass die positive Wirkung von hCG auf die Migration teilweise reduziert wurde. Ebenfalls hemmend
wirkten auf die Migration PGE2, PGF2alpha und Adenylatzyklase- Aktivatoren. MMP-9- Expression wurde durch hCG gehemmt. cAMP
wirkte stimulierend auf TIMP-1- Expression. Die Expression von MMP-1 und MMP-2 wurde nicht verändert. Die Integrinexpression wird
durch hCG nicht beeinflusst. Die alphav- Expression wird durch PGF2alpha und cAMP, bzw. Forskolin, welches auch die alpha4- Expression
positiv beeinflusste, massiv gesteigert.



Zusammenfassung: Migration der EFO 27- Zelllinie wurden durch hCG gesteigert, aber durch zusätzliche Inkubation mit PKCI, bzw. durch
die Adenylatzyklasektivatoren teilweise reduziert. Unsere Ergebnisse lassen für die hCG- Wirkung einen PKC- vermittelten
Signalübertragungsweg annehmen, während der Einfluss von cAMP auf die Wachstumsregualtion von Ovarialkarzinomen PKA- getriggert
zu sein scheint.
Kurzfassung auf Englisch: Objective: Ovarian carcinoma is one of the most severe gynecological diseases with a 5- year- survival rate between 20 and 40 %. It was
proposed that hCG- treatment for ovulation induction might leed to an increased number of ovarian cancer. Furthermore increased
prostaglandin levels of the malignant tissue were reported. Therefore we studied the direct influence of hCG, PGE2 and PGF2alpha on
proliferation and migration of a human ovarian carcinoma cell line.



Material and Methods: We used EFO-27 ovarian carcinoma cell line for our experiments. The hCG/LH- receptor expression was
examined by immunhistochemistry. A non-radioactive, colorimetric WST-1 Assay was used to study cellular proliferation. Migration of EFO
27 cell was studied using a modified Boyden chamber. Furthermore the expression of matrixmetalloproteinases (MMP) and integrins was
quantified by FACS and ELISA.



Results: Proliferation was siginificantly decreased by both PGE2 and PGF2alpha as well as activators of the adenylatcyclase (db cAMP
and forskolin). hCG did not influence proliferation but stimulated migration of EFO 27 cells. Additional incubation of EFO 27 with
proteinkinase C-inhibitor (PKCI) partial reduced the promigratory effect of hCG. PGE2, PGF2alpha and adenylatcyclase-activators inhibited
cellular migration. hCG decreased the expression of MMP-9. cAMP stimulated TIMP-1 expression. Expression of MMP-1 and MMP-2 was
not influenced. Furthermore Integrin-expression was not influenced by hCG. Alpha v was stimulated by PGF2alpha, cAMP and forskolin.
Alpha 4- expression was also stimulated by forskolin.



Conclusion: Our data suggest hCG involvement in the regulation of the migration of the ovarian carcinoma cell line EFO 27 in vitro.
Moreover PKC might be a part of hCG-mediated response.