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Vergleich verschiedener Untersuchungsmethoden zum Nachweis einer experimentellen Infektion mit dem Virus der Infektiösen Bronchitis der Hühner im Rahmen der Wirksamkeitsprüfung von Impfstoffen

Frangipani, Giulia Aline


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Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Paul-Ehrlich-Institut, Bundesamt für Sera in Langen und Institut für Geflügelkrankheiten
Fachgebiet: Veterinärmedizin
DDC-Sachgruppe: Landwirtschaft
Dokumentart: Dissertation
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 15.10.2002
Erstellungsjahr: 2002
Publikationsdatum: 03.12.2002
Kurzfassung auf Deutsch: Die infektiöse Bronchitis der Hühner (IB) ist eine weltweit verbreitete, hoch kontagiöse Erkrankung. Die meisten IB-Virusstämme rufen bei
Küken Atemwegserkrankungen hervor, die mit einer verringerten Futteraufnahme und verzögerten Entwicklung einhergehen. Bei
Legehennen kommt es zu einem Rückgang der Legeleistung mit mangelhafter Eiqualität. Die Infektion mit nephropathogenen
IBV-Stämmen führt insbesondere bei Küken zur Entstehung von Nephritiden und Nephrosen mit hoher Mortalitätsrate. Die Erkrankung
verursacht hohe wirtschaftliche Verluste, weshalb zu ihrer Bekämpfung weltweit Impfprogramme durchgeführt werden.


Voraussetzung für die Herstellung und das in Verkehr bringen von Impfstoffen gegen die infektiöse Bronchitis der Hühner in Deutschland ist
gemäß Tierseuchengesetz deren Zulassung durch das Bundesinstitut für Sera und Impfstoffe (Paul-Ehrlich-Institut).


Zu den Zulassungsvoraussetzungen für die Impfstoffe zählen u. a. Untersuchungen zu ihrer Qualität, Unbedenklichkeit und Wirksamkeit. Die
dem jeweiligen Stand der wissenschaftlichen Erkenntnisse entsprechenden, anerkannten Untersuchungsmethoden sind in den
Monographien des deutschen, bzw. europäischen Arzneibuches festgelegt.


Gemäß der 10. Auflage des deutschen Arzneibuches (DAB 10) aus dem Jahre 1991 sind für die Wirksamkeitsprüfung von
IB-Lebendimpfstoffen geimpfte Hühnerküken und nicht geimpfte Kontrolltiere einer Belastungsinfektion mit einem homologen virulenten
IB-Virusstamm auszusetzen und danach auf Krankheitsanzeichen zu untersuchen. Die entsprechende Monographie im DAB 10 sieht als
einzige Methode zum Nachweis der experimentellen IBV-Infektion die Virusisolierung im embryonierten Hühnerei vor. Diese
Untersuchungsmethode erfordert einen sehr hohen Zeit- und Arbeitsaufwand, sowie den Einsatz einer relativ großen Anzahl an
embryonierten Hühnereiern.


In dieser Arbeit werden Untersuchungsmethoden erarbeitet, die als Alternative zu der Virusisolierung im Hühnerembryo eingesetzt werden
können.


Folgende Testmethoden wurden im Hinblick auf ihre Eignung zum Nachweis eines Impfschutzes sowie hinsichtlich des für ihre
Durchführung benötigten Zeit- und Materialaufwandes mit der Virusisolierung im Hühnerembryo verglichen: Ziliarreduktionstest,
histologische Untersuchung der Trachea, klinische Untersuchung und Antikörperbestimmung.


Als besonders geeignet zur Unterscheidung zwischen erkrankten und durch Impfstoff geschützten Hühnerküken erwiesen sich der
Ziliarreduktionstest und die histologische Untersuchung der Trachea. Beide Untersuchungen sind einfacher durchzuführen als die
Virusisolierung, und ihre Ergebnisse sind schneller verfügbar. In Spezifität und Reproduzierbarkeit sind sie der Virusisolierung sogar
überlegen. Zudem sind ihre Ergebnisse, anders als die der Virusisolierung, unempfindlich gegenüber einer Verfälschung durch die
Ausscheidung von Impfvirus. Die klinische Untersuchung erscheint aufgrund ihrer unzureichenden Sensitivität für den sicheren Nachweis
einer IBV-Infektion nicht geeignet. Die Ausbildung von Serumantikörpern nach der Impfung erwies sich als unregelmäßig. Zudem waren
nicht alle Tiere, bei denen IBV-spezifische Antikörper nachgewiesen werden konnten, vor einer Belastungsinfektion geschützt.


In dieser Arbeit wird eine Neufassung des Abschnittes über die Wirksamkeitsprüfung in der Monographie für Lebendimpfstoffe gegen die
Infektiöse Bronchitis der Hühner vorgeschlagen. Für diese Neufassung wurden die in der Monographie beschriebenen Angaben zum
Untersuchungszeitpunkt nach der Belastungsinfektion, zur erforderlichen Wartezeit zwischen Impfung und Belastungsinfektion und zur
Applikationsform des Challengevirus auf ihre Eignung überprüft und gegebenenfalls korrigiert.