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Zur Entwicklung von Bindungssicherheit und Desorganisation : Die Rolle des mütterlichen Interaktionsverhaltens, ihrer Depressivität/Ängstlichkeit und der negativen Emotionalität des Säuglings

Bade, Ulla


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Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Abteilung Medizinische Psychologie des Zentrums für Psychosomatische Medizin des Klinikums
Fachgebiet: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin
Dokumentart: Dissertation
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 04.06.2002
Erstellungsjahr: 2002
Publikationsdatum: 02.12.2002
Kurzfassung auf Deutsch: Das Ziel der vorliegenden Studie war es, die Entwicklungsbedingungen von Bindungssicherheit und desorganisiertem Bindungsverhalten
während des ersten Lebensjahres zu untersuchen.


Im Hinblick auf potentielle Einflußfaktoren wurde das Interaktionsverhalten und die Depressivität/Ängstlichkeit der Hauptbezugsperson
sowie die negative Emotionalität/Irritierbarkeit des Säuglings (während der Interaktion mit der Mutter und im Verhaltenstest) erhoben. Bei
den Aspekten des mütterlichen Verhaltens waren solche Merkmale von Interesse, die über die Reaktivität/Sensitivität hinaus, zur
Varianzaufklärung beitragen können. Der Emotionsausdruck der Bezugsperson während der Interaktion mit ihrem Säugling und die
Echtheit des mütterlichen Verhaltens wurden aus diesem Grund erhoben.


An einer Stichprobe von n = 33 wurde die Bindungsqualität und das desorganisierte Verhalten mit Hilfe des Fremde-Situations-Test von
Ainsworth et al. (1978) im Alter der Kinder von 18 Monaten erhoben. Während des ersten Lebensjahres, genauer im Kindesalter von 4, 8
und 12 Monaten wurden Verhaltensbeobachtungen sowohl im Videolabor als auch im Hausbesuch durchgeführt. Für die Auswertung
wurden die Mannheimer Beurteilungsskalen zur Erfassung der Mutter-Kind-Interaktion im Säuglingsalter (MBS-MKI-S von Esser et al.,
1989) benutzt. Zusätzlich wurde die Depression und Angstneigung der Mutter zu jedem Zeitpunkt per Fragebogen erhoben.


In Bezug auf die Bindungssicherheit erwies sich die Depressivität/Ängstlichkeit der Mutter als bedeutsamer Prädiktor, nicht jedoch die
Variablen des mütterlichen Interaktionsverhaltens (Emotion, Echtheit). Die negative Emotionalität des Säuglings in der Interaktion mit der
Mutter (nicht im Verhaltenstest) war außerdem bedeutsam mit der Bindungssicherheit verknüpft.


Mit dem desorganisierten Verhalten des Kindes waren beide Maße der negativen Emotionalität (Mutter-Kind-Interaktion und
Verhaltenstest) in einem bedeutsamen Ausmaß verbunden. Zudem hing deorganisiertes Kindverhalten mit mangelnder Echtheit und
vergleichsweise erhöhter Depressivität der Mutter zusammen. Durch die geringe Anzahl der als desorganisiert eingestuften Kinder (n=6)
ist die Aussagekraft der Ergebnisse jedoch begrenzt.