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Eine Methode zum Monitoring von säurebedingtem Zahnhartsubstanzverlust

De Sanctis, Stefano


pdf-Format: Dokument 1.pdf (781 KB)

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Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Medizinisches Zentrum für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde, Poliklinik für Zahnerhaltungskunde und präventive Zahnheilkunde des Klinikums
Fachgebiet: Zahnmedizin
DDC-Sachgruppe: Medizin
Dokumentart: Dissertation
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 22.10.2002
Erstellungsjahr: 2002
Publikationsdatum: 29.11.2002
Kurzfassung auf Deutsch: Ziel der vorliegenden Untersuchung war es, eine Methode zu entwickeln, die das Monitoring von säurebedingtem Zahnhartsubstanzverlust
unter Zuhilfenahme von Modellen ermöglicht. Das Prinzip der Messung beruht dabei auf der profilometrischen Erfassung eines
oberflächlichen Zahnhartsubstanzverlustes in Relation zu einer unveränderlichen Referenzebene.


Mit einer speziellen Stanze können Marker aus einer hochgoldhaltigen Legierung angefertigt und auf bukkalen und palatinalen Flächen
adhäsiv befestigt werden. Dabei erlaubt das sternförmige Design des Markers die Beurteilung von 10 Messpunkten auf der angrenzenden
Zahnhartsubstanz. Die Ecken und die gegenüberliegenden Spitzen des Sterns geben fünf Messstrecken vor, die durch entsprechende
Ausrichtung des Profilometers reproduzierbar abgetastet werden können. Nach der graphischen Darstellungen der Messstrecken kann der
mittlere Höhenunterschied zwischen Markeroberfläche und Zahnoberfläche ermittelt werden. Dabei dienen die Markeroberfläche, die Ecke
und die Spitze als Referenzebene bzw. -punkte.


In Vorversuchen zeigten wiederholte Messungen eines an einem plangeschliffenen Zahn befestigten Markers bei einem mittleren
Höhenunterschied von 148,7 µm eine Standardabweichung von 2,2 µm und damit eine gute Reproduzierbarkeit der Messmethode.
Wiederholte Messungen eines entsprechenden durch Abformung gewonnenen Epoxidharzmodells ('Blue Star') ergaben einen mittleren
Höhenunterschied von 143,8 µm bei einer vergleichbaren Standardabweichung von 2,9 µm (n.s.). Messungen von 'Blue Star'-Modellen
aus fünf verschiedenen Abformungen wiesen einen Mittelwert von 144,5 µm und eine geringfügig höhere Standardabweichung von 3,9 µm
gegenüber dem Originalmodell auf (n.s.), während die Messungen eines weiteren Epoxidharzes (Stycast) mit einem Mittelwert von 160,15
µm signifikant größere Höhenunterschiede (p 0,01), eine höhere Standardabweichung von 11,1 µm und nur schwache
Korrelationskoeffizenten aufwiesen. Wiederholte Messungen eines Markers auf einem gewölbten Zahn zeigten zwar eine höhere
Standardabweichung (±4,7 µm) als das plane Urmodell, jedoch ergaben sich wie in den ersten drei Gruppen hohe
Korrelationskoeffizienten.


Für die Simulation der Messmethode unter klinischen Bedingungen wurde ein Modell, bestehend aus 14 karies- und füllungsfreien
menschlichen Zähnen (vier Molaren, vier Prämolaren, zwei Eckzähnen, zwei lateralen und zwei zentralen Inzisivi), vorbereitet. Die Zähne
wurden bukkal und palatinal mit Markern versehen. Die Erosionen wurden durch 0,05 molare Zitronensäure in Erosionsstufen von 20, 60
und 120 Minuten erzeugt. Nach jeder Erosionsstufe erfolgte die Abformung mit Polyethergummi (Impregum) und die Herstellung eines
Epoxidharzmodells ('Blue Star'). Anschließend erfolgte die profilometrische Vermessung. Um den Mineralverlust zu beurteilen, wurde die
Ausgangssituation mit der ersten, zweiten und dritten Erosionsstufe verglichen. In den meisten Fällen ließen sich nach jeder Erosionsstufe
signifikante bis sehr signifikante Unterschiede feststellen. Die Ergebnisse zeigen, dass signifikante Resultate etwa bei einer mittleren
Differenz von 15 µm zu erwarten sind.


Insgesamt steht eine gut untersuchte und hinreichend genaue Meßmethode zum klinischen Monitoring von säurebedingten
Zahnhartsubstanzverlusten zur Verfügung.