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Die Langzeitergebnisse nach der direktional koronaren Atherektomie

Cetinkaya, Ayse


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Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Herz-, Gefäß- und Kinderherzchirurgie des Klinikums
Fachgebiet: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin
Dokumentart: Dissertation
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 08.10.2002
Erstellungsjahr: 2002
Publikationsdatum: 11.10.2002
Kurzfassung auf Deutsch: Patienten: Von 1990-1995 wurden in der medizinischen Klinik der Justus Liebig Universität in Gießen 160 Patienten (141 Männer und 19
Frauen) mit der DCA behandelt. Das Altersspektrum der Patienten reichte von 37-88 Jahren. Die linksventrikuläre Ejektionsfraktion betrug
im Mittel >60%. Es lag bei 78 Patienten eine 1 Gefäß-, bei 58 Patienten eine 2 Gefäß- und bei 24 Patienten eine 3 Gefäßerkrankung vor.
82 Patienten hatten eine Stenose an der LCA, 14 Patienten an der RCX und 64 Patienten an der RCA. Bei 6 Patienten bestand ein
Zustand nach Bypassoperation. 7 Patienten hatten eine Neigung zu Koronarspasmen. 1 Patient hatte eine Koronaranomalie, wobei der R.
circumflexus aus der RCA abging und 2 Patienten hatten einen linksventrikulären Thrombus.



Primärerfolg: Von den 82 Patienten mit einer Zielläsion an der LCA hatten nach der DCA 78 Patienten, von den 64 Patienten mit einer
Stenose an der RCA hatten 63 Patienten und von den 14 Patienten mit einer Stenose an der RCX hatten alle 14 Patienten einen
Primärerfolg. Insgesamt hatten von den 160 atherektomierten Patienten 155 Patienten nach der DCA einen Primärerfolg. Histologisch
imponierte in den meisten Fällen eine fibrös verdickte Intima mit wenigen proliferierenden Bindegewebszellen sowie atheromatöse
Veränderungen und Verkalkungen.



Komplikationen: Von den 82 Patienten mit einer Zielläsion an der LCA hatten 4 Patienten eine Komplikation. Davon hatte 1 Patient nach
DCA einen Frühverschluss mit erneuter Angiographie und anschliessender PTCA noch am gleichen Tag, 1 Patient hatte nach erfolgreicher
DCA einer Rezidivstenose (bei Z.n. PTCA) einen thrombotischen Verschluss mit akutem VWI und erfolgreicher Wiedereröffnung einen Tag
später, 1 Patient hatte nach primär erfolgreicher DCA eine frühe Reoklussion mit folgender PTCA und Stenteinlage zwei Wochen später
und 1 Patient erhielt nach erfolgloser DCA noch in gleicher Sitzung eine Rotablationsangioplastie.


Von den 64 Patienten mit einer Zielläsion an der RCA hatten 3 Patienten eine Komplikation. Davon war 1 Patient trotz erfolgloser DCA
danach in klinisch stabilem Zustand, 1 Patient hatte nach erfolgreicher DCA und PTCA einer Stenose ein befriedigendes Langzeitergebnis
(jedoch mit der Ausbildung eines Aneurysmas an der atherektomierten Stelle) und 1 Patient hatte eine Dissektion nach DCA ohne
wesentliche Lumeneinengung.Bei Patienten mit einer Stenose an der RCX gab es nach der DCA keine Komplikationen. Insgesamt hatten
von den 160 Patienten nach der direktional koronaren Atherektomie 7 Patienten (4.4 %) eine kardiale Komplikation. Ein Aneurysma
spurium an der A. femoralis, mit einer weiteren gefäßchirurgischen Versorgung im Verlauf, bestand bei insgesamt 5 Patienten (3.1 %).



Langzeitergebnisse: Bei der Wiedereinbestellung der Patienten waren mittlerweile 4 Patienten verstorben und 13 Patienten erschienen
nicht zur Nachuntersuchung. Somit konnten nur 143 Patienten in der kardiologischen Ambulanz nachuntersucht werden. Davon gab es bei
52 Patienten (36.3 %) keinen Anhalt auf eine Progredienz der koronaren Herzerkrankung. Von den 143 nachuntersuchten Patienten hatten
insgesamt 124 Patienten (86.7 %) ein gutes Langzeitergebnis. Eine Kontrollangiographie wurde bei 91 Patienten (63.6 %) durchgeführt.
Von den 91 nachangiographierten Patienten hatten nach einer DCA an der LCA 20 Patienten, an der RCA 14 Patienten und an der RCX 2
Patienten eine Rezidivstenose. Insgesamt lag somit bei 36 von 91 nachangiographierten Patienten eine Rezidivstenose > 50 % vor. Dies
entspricht einer Restenoserate von 39.6 %.



Fazit: Die technischen Entwicklungen der direktional koronaren Atherektomie sind inzwischen so weit fortgeschritten, dass die
theoretischen Vorteile dieser Methode gegenüber der PTCA in kontrollierten Studien im Ansatz auch praktisch aufgezeigt werden können.
Neben der nachgewiesenen klinischen Wirksamkeit der direktional koronaren Atherektomie haben sich spezielle Indikationen wie Ostium-
und Bifurkationsstenosen herausgestellt. Auch in der Behandlung von Rezidivstenosen in Stents stellt die direktional koronare
Atherektomie wahrscheinlich eine gute Alternative dar.