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In vitro Untersuchung zur Prophylaxe von Bürstabrasionen erodierter Schmelzoberflächen

Westerfeld, Frank


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Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Medizinisches Zentrum für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde des Klinikums, Poliklinik für Zahnerhaltungskunde und Präventive Zahnheilkunde
Fachgebiet: Zahnmedizin
DDC-Sachgruppe: Medizin
Dokumentart: Dissertation
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 19.08.2002
Erstellungsjahr: 2002
Publikationsdatum: 27.09.2002
Kurzfassung auf Deutsch: Ziel der vorliegenden in vitro Untersuchung war es, die Auswirkung verschiedener Parameter auf die Abrasion von erodiertem
Zahnschmelz beim Zähnebürsten zu untersuchen. Variiert wurden der Anpressdruck beim Bürstvorgang, die Dauer der
Remineralisationszeit zwischen Erodieren und Bürsten, die Abrasivität und der Fluoridgehalt der Zahnpaste.


Zu diesem Zweck wurden aus 75 durch Osteotomie entfernten retiniert und ver-lagerten menschlichen Weisheitszähnen 300
Schmelzproben gewonnen. Durch Schleifen wurde auf jeder Schmelzprobe ein ca. 2 ° 4 mm großes planes Versuchs-feld erzeugt. Um
einen Referenzpunkt für die profilometrische Auswertung nach Versuchsende zu haben, wurde die eine Hälfte der Versuchsfläche mit
einem lichthärtenden Kunststoff abgedeckt. Nach randomisiertem Aufteilen der Schmelz-proben auf die Versuchsgruppen durchliefen
diese 5 Tage lang einen periodischen Versuchsablauf.


In der 1. Versuchsreihe wurden die Proben direkt nach dem Erodieren (0,05 molare Zitronensäure, 30 min) mit fluoridfreier Zahnpaste mit
unterschiedlicher Gewichtsbelastung (100 g, 200 g, 300 g, 400 g) 3 min gebürstet.


In der 2. Versuchsreihe wurden die Proben mit fluoridfreier Zahnpaste und 300 g Gewichtsbelastung 3 Minuten gebürstet. Dies erfolgte in
unterschiedlichen Zeitabständen zum Erodieren (vorher, direkt nachher, 1 h danach, 2 h danach).


In der 3. Versuchsreihe erfolgte das 3 minütige Bürsten direkt nach dem Erodieren mit einer Gewichtsbelastung von 300 g. Dabei wurden
Zahnpasten mit unterschiedlichem Fluoridgehalt verwendet (fluoridfrei: Aronal, fluoridiert: Colgate Gel, stark fluoridiert: Colgate Gel und
zusätzliches Einlegen in Elmex Gelée).


In der 4. Versuchsreihe wurde die Abrasivität der Zahnpaste variiert (ohne Paste: Leitungswasser, mittlere Abrasivität: Aronal, hohe
Abrasivität: Dr. Best). Als Kontrollgruppe diente bei allen Versuchsreihen eine Gruppe, die nur erodiert wurde. Zwischen den Versuchen
wurden die Proben in Remineralisationslösung eingelegt.


Die Auswertung ergab, dass eine Variation des Bürstanpressdrucks in den von uns gewähltem Bereich keine signifikante Änderung der
Bürstabrasionen bewirkte. Dagegen wurde der Substanzverlust durch Variation von Bürstzeitpunkt und benutzter Zahnpaste deutlich
vermindert. Hierbei konnte der geringste Substanzverlust beim Bürsten mit einer fluoridierten Zahnpaste (Colgate Gel) und zusätzlichem
Einlegen der Probe in Elmex Gelée Lösung erzielt werden, d.h. durch stärkere Fluoridierung. Der Abrasionswert der Zahnpasten schien
eine eher untergeordnete Rolle zu spielen.


Ein annähernd gutes Ergebnis ließ sich beim Bürsten mit fluoridfreier Zahnpaste durch Verlängerung der Zeitspanne zwischen Erodieren
und Bürsten auf 2 h erzielen. Noch geringer, wenn auch nicht signifikant, war die Abrasion beim Bürsten direkt vor dem Erodieren.


Deshalb erscheint es zur Prophylaxe von Bürstabrasionen ratsam, die Zahnreinigung nach einer Mahlzeit mit fluoridhaltiger Zahnpaste und
zwar ein bis zwei Stunden später durchzuführen. Weiterhin ist die zusätzliche Verwendung von Fluoridgel empfehlenswert. Ob eine
Verlegung des Zähneputzens vor die Nahrungsaufnahme sinnvoll ist, müssen weitere Untersuchungen zeigen.