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Immunhistologische Untersuchungen nach Rattenherzallotransplantation und kontinuierlicher intravenöser Infusion von Lipidemulsionen mit unterschiedlichem w-3/w-6-Fettsäure-Verhältnis

Schott, Jürgen


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Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Medizinisches Zentrum für Chirurgie, Anästhesiologie und Urologie, Klinik für Allgemein- und Thoraxchirurgie des Universitätsklinikums
Fachgebiet: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin
Dokumentart: Dissertation
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 11.06.2002
Erstellungsjahr: 2002
Publikationsdatum: 04.09.2002
Kurzfassung auf Deutsch: Die Beeinflussung des Immunsystems durch exogene Lipide ist seit längerer Zeit Gegenstand vieler Untersuchungen.
Unter anderem hat sich gezeigt, daß intravenös applizierte Triglyzeride mit unausgewogenem w-3/w-6-Fettsäureverhältnis die
Transplantatüberlebenszeit allogen transplantierter histoinkompatibler Rattenherzen signifikant verlängerte.
In unseren Untersuchungen wurden mittels einer standardisierten Methode die zellulären Infiltrate bestimmter Subtypen mononukleärer
Zellen nach immunhistologischer Identifizierung quantifiziert. Hier wurde gezeigt, daß der biologische Parameter -
Transplantatüberlebenszeit - eng mit dem Spektrum und der Intensität der zellulären Infiltration der immunhistologisch untersuchten final
abgestoßenen Transplantate korrelierte. Eine Tatsache, die sich schon im Verlauf der Abstoßung vier Tage nach der Transplantation
abzeichnete. Sowohl die Variation des Verhältnisses von w-3- zu w-6-Fettsäuren, als auch die Bindung der Fettsäuren, ob als Triglyzeryl-
oder Äthylester war dabei von wesentlicher Bedeutung.
So fanden sich bei unausgewogenem w-3/w-6-Fettsäureverhältnis mit Betonung der w-3- oder w-6-Fettsäuren maximale
Transplantatüberlebenszeiten bei signifikant reduzierten zellulären Infiltraten für die Triglyzerylester. Äthylester, die, wie in unseren
Untersuchungen, mit Betonung der w-3-Fettsäuren verwendet wurden, wiesen diesen Effekt nicht auf. Triglyzerylester als Mischöl
angewendet mit nahezu ausgewogenem w-3/w-6-Fettsäureverhältnis von 1/2 zeigten massive Transplantatschäden, so daß sie nach finaler
Abstoßung mit der hier angewendeten histologischen Zellquantifizierung nicht mehr ausgewertet werden konnten.
Die in gleicher Weise behandelte Gruppe, deren Transplantate vier Tage nach Transplantation entnommen wurden, zeigte bereits deutlich
höhere zelluläre Infiltrate, als die mit Triglyzerylestern behandelten Gruppen mit unausge-wogenem Fettsäureverhältnis.
Sojaöl, ein kommerziell erhältliches Lipid (Intralipid*) mit einem w-3/w-6-Fettsäureverhältnis von 1/8 zeigte sowohl bei der Überlebenszeit,
als auch bei den immunhistologischen Untersuchungen einen deutlich geringeren immun-modulatorischen Effekt.
Die Verschiebung zu den w-6-Fettsäuren mußte somit deutlich höher sein, als zu den w-3-Fettsäuren, um immunsuppressiv zu wirken, denn
Distelöl mit einem Verhältnis von 1/370 erreichte die längste Transplantatüberlebenszeit bei konstantem T4/T8-Verhältnis von größer eins.
Fischöl erzielte im Vergleich zu allen anderen Gruppen eine signifikant niedrigere Anzahl transplantat-infiltrierender Zellen. Auch hier lag
das T4/T8-Verhältnis bei größer eins. Fischöl als Äthylester zeigte nach finaler Abstoßung eine hohe zelluläre Infiltration bei einem
T4/T8-Verhältnis von unter eins. Es gelang somit zu zeigen, daß nicht nur der biologische Parameter - Trans-plantatüberlebenszeit -,
sondern auch die parallel dazu veränderte zelluläre Infiltration der Transplantate die abgestuft immunmodulierende Wirkung intravenös
applizierter Lipide belegen. Dabei waren sowohl das w-3/w-6-Fettsäureverhältnis, als auch die Veresterungsform ausschlaggebend für den
immunsuppressiven Effekt.