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Die demagogische Kraft des Wortes - Ideologiebildung von rechts : Eine Analyse rechtsradikaler Sprachspiele und Denkmuster in Medientexten

Kronenberg, Michaela


Originalveröffentlichung: (2002) Berlin: dissertation.de 2002
Zum Volltext im pdf-Format: Dokument 1.pdf (8.527 KB)


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Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:hebis:26-opus-8084
URL: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2002/808/

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Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Institut für Politikwissenschaft
Fachgebiet: Politikwissenschaft
DDC-Sachgruppe: Sozialwissenschaften, Soziologie
Dokumentart: Dissertation
ISBN / ISSN: 3-89825-505-0
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 06.02.2002
Erstellungsjahr: 2002
Publikationsdatum: 24.09.2002
Kurzfassung auf Deutsch: Die Dissertation betrachtet einerseits die Neue Radikale Rechte und zum anderen die etablierten Parteien bzw. Regierungsparteien.
Diese beiden Gruppen werden in ihrer Eigenschaft als Sender von ideologiebildenden Informationen betrachtet.
Außerdem wird eine weitere Gruppe, die der Jugendlichen im Alter von 13 bis 24 Jahren, untersucht, und zwar in ihrer Eigenschaft als
Empfänger bzw. Zielgruppe der Parteien und Organisationen.
Es erfolgt eine Analyse dieser Gegenstandsgruppen im Hinblick auf die Leitfrage nach der Ideologiebildung: Wird gezielt der Versuch unternommen, rechtsradikale Ideologie zu bilden? (Besonders aufschlußreich ist hier der Vergleich der
Neuen Radikalen mit den etablierten Parteien und Organisationen.)
Wie wird diese Absicht von den einzelnen Gruppierungen umgesetzt? (wiederum im Vergleich zueinander)
Auf welchen politischen Raum, welche Operationsbasis, treffen diese Ideologisierungsabsichten? Der Begriff Ideologie wird aus dem gängigen wissenschaftlichen Diskurs übernommen (Euchner; in: Nohlen, Dieter, 1992); die
Rechtsradikalität dieser o.g. Ideologiebildung wird schwerpunktmäßig anhand folgender Gesichtspunkte gemessen, die sich in inhaltliche
und formale Methoden einteilen lassen.


Zum Inhaltlichen:

Ein Vergleich der Publikationen der o.g. Gruppierungen mit dem NSDAP-Parteiprogramm von 1920 im Hinblick auf Gemeinsamkeiten.
Durchführung einer Defizitanalyse durch einen Vergleich der in diesen Publikationen vertretenen Werte mit den zentralen Werten des Grundgesetzes.
Eine vergleichende Analyse der in den Weltbildern dieser Publikationen zutage tretenden Parallelen zum Weltbild einer der Leitfiguren der Weimarer Konservativen Revolution, Carl Schmitt.
Eine Einordnung der gewonnenen Erkenntnisse in ein von der Verfasserin um wirtschaftliche und teils psychologische Aspekte ergänztes Modell der Bewegungsforschung.


Zum Formalen:


Da die (politische) Sprache Träger aller Ideologiebildung ist, erfolgt eine Analyse der o.g. Publikationen im Hinblick auf Ähnlichkeiten
mit der Sprache des Dritten Reiches, wie sie z.B. von Klemperer (16. Aufl., 1996) definiert wurde.
Dieses sind also die wichtigsten Untersuchungsmittel, die geeignet sind, Weltbilder zu strukturieren und auf ihre Rechtslastigkeit hin zu
prüfen. Die Dissertation ist multi- bzw. interdisziplinären Charakters, sie bedient sich verschiedener Sachgebiete/Hilfswissenschaften, z.B.
kommunikationswissenschaftlichen, psychologigischen und volkswirtschaftlichen 'Handwerkszeugs'.
Es ließ sich so auf einer breiten empirischen und repräsentativen Basis der Nachweis einer Manipulation von Ideologiebildungsprozessen
erbringen. In diesem Zusammenhang wurden die Existenz- und Wachstumsbedingungen rechtsradikaler Parteien und Bewegungen in
Deutschland dargestellt; etablierte Parteien wurden nach dem Kriterium des Anteils rechtsradikalen Gedankenguts in ihren Weltbildern
verortet. Außerdem wurden die Neue Medien in Teilen analysiert.
In einem Schlußwort stellt die Arbeit Ansätze zur Problemlösung und zur Prävention dar, die von gängigen wissenschaftlichen Anregungen
durchaus abweichen.