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Entwicklungschancen frühgeborener Kinder mit sehr niedrigem Geburtsgewicht : Eine vergleichende unizentrische Beobachtungs - Kohortenstudie an vier- bis sechsjährigen Kindern

Wagner, Iris


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Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Medizinisches Zentrum für Kinderheilkunde und Jugendmedizin des Universitätsklinikums, Abteilung Neuropädiatrie und Sozialpädiatrie
Fachgebiet: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin
Dokumentart: Dissertation
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 04.07.2002
Erstellungsjahr: 2002
Publikationsdatum: 06.08.2002
Kurzfassung auf Deutsch: Diese Studie untersucht, ob und wie weit bei sehr kleinen Frühgeborenen die einzelnen Teilbereiche der Entwicklung gestört sind.


Dazu wurden 64 Frühgeborene mit einem Geburtsgewicht unter 1500g mit einer Kontrollgruppe von 61 Frühgeborenen mit einem
Geburtsgewicht größer 1500g bis 2500g verglichen.


Zusätzlich wurden aus der Gruppe der kleinen Frühgeborenen dystrophe und eutrophe Kinder hinsichtlich ihrer Entwicklung verglichen.


Untersucht wurden Teilbereiche wie neurologische Entwicklung, kognitive Fähigkeiten, Sprache, Wahrnehmung und Wachstum. Dabei
wurde die von Esser vorgeschlagene Testbatterie zur Früherkennung von Teilleistungsstörungen in dieser Altersgruppe eingesetzt. Ergänzt
wurde diese durch die neurologische Untersuchung nach Touwen, die Überprüfung des Hör- und Sehvermögens sowie der Erhebung der
auxiologischen Daten.


Die Kinder waren zum Zeitpunkt der Untersuchung vier bis sechs Jahre alt. Die Studie wurde erstellt an der DRK Kinderklinik Siegen, einer
Kinderklinik mit 186 Betten und einem angeschlossenen Sozialpädiatrischen Zentrum.


Dabei stellte sich die neurologische Entwicklung mit Motorik und Visuomotorik als derjenige Entwicklungsbereich dar, der bei
Frühgeborenen besonders störanfällig ist und eine deutliche Korrelation zum Geburtsgewicht zeigt. Dagegen konnte bei der Überprüfung
der Intelligenz keine Abhängigkeit vom Geburtsgewicht nachgewiesen werden. Ein Einfluß durch den Sozialstatus ist hier ebenfalls nicht
erkennbar. Bei der sprachlichen Entwicklung wird dagegen ein Einfluß des sozialen Umfeldes deutlich. Die Ergebnisse für Konzentration
und Gedächtnis sind nicht einheitlich.


Insgesamt bestätigt die vorliegende Studie die Hypothese, daß es bei frühgeborenen Kindern häufig zu motorischen Störungen und
leichteren neurologischen Auffälligkeiten kommt.


Für die zusätzliche Auswertung nach dystrophen und eutrophen Kindern standen nur in der Gruppe der sehr kleinen Frühgeborenen mit
hohem Sozialstatus eine ausreichende Anzahl von Fällen zur Verfügung. Nach dem Ergebnis dieser Studie ist in dieser Gruppe die
frühkindliche Entwicklung dystropher Frühgeborener gegenüber normotrophen Frühgeborenen nicht beeinträchtigt.


Generell läßt sich festhalten, daß bei sehr unreif geborenen Kindern besonders die neuromotorische Entwicklung beobachtet werden muß.
Bei Kindern mit ungünstigem sozialen Umfeld ist zusätzlich die kognitive und sprachliche Entwicklung zu fördern.
Kurzfassung auf Englisch:
This study investigates if and how far infants of very low birth weight are delayed in their development.


64 preterm infants with a birth weight less than 1500g were compared to a group of 61 preterm infants with a birth weight of 1500g to
2500g.


Further small-for-gestational-age infants and were compared to appropriate-for-gestational-age infants, with respect to their development.


Items like neurologic development, cognitive abilities, speech, perception and growth were examined. Tests were done using Esser's test
method for early diagnosis of disorders in development, as well as the neurologic test of Touwen, by examinating hearing and visual
functions and finally by collectiong auxiologic data.


The children were four to six years of age at the day of examination.


This study was made at the DRK Kinderklinik Siegen, a hospital with 186 places and a Social Pediatric Center attached.


The findings show that neurologic development, with motoric and visuomotoric, is indeed the sphere mainly being affected by preterm birth.
It clearly correlates to birth weight, whereas intelligence is not influenced by it. Also social status does not have an effect.


Development of speech is evidently influenced by social environment. The outcomes for concentration an memory capability are not
consistent.


All in all the hypothesis that preterm infants frequently show motoric disorders as well as slight neurologic impairments is confirmed by this
study.


The investigation of small-for-gestational-age infants and appropriate-for-gestational-age infants showed that development of
small-for-gestational-age infants is not delayed in early childhood. But it must be observed that only children of very low birth weight and of
high social status were compared here.


In general it can be said that with very immaturely born infants especially the neurologic development must be observed. Cognitive and
linguistic abilities have to be promoted with children living in a disadvantageous social environment.