Giessener Elektronische Bibliothek

GEB - Giessener Elektronische Bibliothek

Hinweis zum Urheberrecht

Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:hebis:26-opus-7923
URL: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2002/792/


Prognosebestimmung durch den Tumorzellnachweis in der intraoperativen Pleuralavage beim Bronchialkarzinom

Bernholt, Claudia


pdf-Format: Dokument 1.pdf (507 KB)

Bookmark bei Connotea Bookmark bei del.icio.us
Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Medizinisches Zentrum für Chirurgie, Anästhesiologie und Urologie, Klinik für Allgemein- und Thoraxchirurgie des Universitätsklinikums
Fachgebiet: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin
Dokumentart: Dissertation
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 05.03.2002
Erstellungsjahr: 2002
Publikationsdatum: 24.07.2002
Kurzfassung auf Deutsch: Die vorliegende klinischen Studie zur Prognosebestimmung durch den Tumorzellnachweis in der intraoperativen Pleuralavage beím
Bronchialkarzinom berichtet über 337 Patienten, die in der Allgemein- und Thoraxchirurgischen Klinik der Justus-Liebig-Universität/Gießen
zwischen Januar 1986 und Dezember 1994 an einem Bronchialkarzinom operiert worden waren.


Intraoperativ wurden zwei Pleuralavagen durchgeführt: Lavage I nach Thorakotomie vor jeglicher Manipulation am Lungenparenchym,
Lavage II nach Resektion; die Spülflüssigkeit wurde danach zytologisch auf Tumorzellen untersucht.



Mittels standardisierter Fragebögen wurden Daten zur postoperativen Überlebenszeit und zum Auftreten von Rezidiven/Fernmetastasen
erhoben und den direkt postoperativ gewonnenen Zytologieergebnissen gegenübergestellt.



Es fanden sich folgende Ergebnisse:



1.Bei positiver Zytologie vor und nach Resektion ist die Fünf-Jahres-Überlebensrate signifikant schlechter als bei negativer Zytologie
(p<0,0001). Die Fünf-Jahres-Überlebensrate bei positiver Zytologie entspricht sowohl im Gesamtkollektiv als auch bei Patienten mit
pT1-Tumoren den Überlebensraten im Stadium III (*30%).



2.Es besteht eine signifikante Abhängigkeit zwischen positiver Zytologie vor und nach Resektion und einem häufigeren postoperativen
Auftreten von Rezidiven und/oder Metastasen (p<0,05). Das Risiko eines Rezidiv und/oder von Metastasen ist bei positiver Zytologie
signifikant erhöht.



3.Keine Signifikanz ist bezüglich des Auftretens von Rezidiven und/oder Metastasen abhängig von der Stadieneinteilung zu erheben
(p>0,05).



Auf Grund dieser Ergebnisse halten wir eine Überarbeitung der TNM-Klassifikation für sinnvoll, um die Prognose besser abschätzen zu
können. Außerdem sollte bei Patienten mit einer positiven Zytologie in der Spülflüssigkeit eine additive Chemotherapie geprüft werden, um
die Rezidiv- und Metastasenhäufigkeit zu senken.