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Tierexperimentelle Untersuchungen zur Eignung von Mitoxantron in der adjuvanten Therapie maligner Gliome

Jendretzky, Johanna Barbara


pdf-Format: Dokument 1.pdf (7.732 KB)

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Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Medizinisches Zentrum für Pathologie, Institut für Neuropathologie des Universitätsklinikums
Fachgebiet: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin
Dokumentart: Dissertation
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 02.05.2002
Erstellungsjahr: 2002
Publikationsdatum: 09.07.2002
Kurzfassung auf Deutsch: Obgleich die Überlebenszeiten von Patienten mit einem malignen Gliom durch multimodale Therapieformen in den letzten Jahren
geringfügig verlängert werden konnten, ist die Prognose dieses Tumors leider nach wie vor infaust. Neben der postoperativen Bestrahlung
kommt aber auch bei malignen Gliomen eine adjuvante Chemotherapie mit verschiedenen Medikamenten in Betracht.


Ziel dieser Arbeit war es, eine mögliche Eignung von Mitoxantron in der adjuvanten Therapie von malignen Gliomen im Tiermodell zu
überprüfen, da dieses Zytostatikum in vitro eine hohe Wirksamkeit gegen Tumorzellen maligner Gliome zeigt.


An 18 Kaninchen wurden daher, nach zuvor experimentell erzeugtem VX2-Implantattumor, eventuelle Überlebensvorteile behandelter (n=9)
gegenüber unbehandelten (n=9) Tieren untersucht sowie mögliche Unterschiede bezüglich Tumorgröße, -ausdehnung und regressiver
Veränderungen überprüft. Zusätzlich wurden CT-Screenings vorgenommen und das eventuelle Vorliegen von Fernmetastasen in Lunge
oder Leber der Tiere untersucht. Außerdem wurden bei weiteren 4 Tieren ein histologischer Direktvergleich gefundener Tumore nach
Tötung am 26. Versuchstag durchgeführt.


Im Vergleich der Überlebenszeiten der im Spontanverlauf der Tumorerkrankung beobachteten und der behandelten Tiere zeigte sich ein
signifikanter Unterschied (p < 0,05): 4 der 9 chemotherapierten Tiere überlebten einen Zeitraum von mehr als 2 Monaten, wobei 3 der
Tiere, bei nachgewiesenem Stichkanal der Tumorzellimplantation, autoptisch nach 8 Monaten gar keinen Tumor zeigten und eines mit
einer Überlebenszeit von 72 Tagen als langzeitüberlebend einzustufen ist. Die übrigen 5 der 9 im Rahmen dieser Arbeit chemotherapierten
Kaninchen starben in einem Zeitraum, der dem der unbehandelten Tiere entsprach. Dies entspricht einem Prozentsatz von
Langzeitüberlebenden in der Verumgruppe von 44% gegenüber 0% in der Kontrollgruppe.


Die CT-Untersuchung erwies sich wegen Unterschreitung der Tumor-Nachweisgrenze, die bei einer Mindesttumorgröße von 1 - 2 cm liegt
nicht als geeignete Methode, um Aussagen bezüglich zeitlicher Unterschiede in der Tumormanifestation behandelter und unbehandelter
Tiere machen zu können.


Autoptisch waren Unterschiede bezüglich Tumorgröße- und ausdehnung behandelter und unbehandelter Tiere, bei denen der
Spontanverlauf abgewartet wurde, nicht nachweisbar. Fernmetastasen konnten in keinem Fall gefunden werden.


Als wesentlichstes Resultat der durchgeführten tierexperimentellen Untersuchungen läßt sich die Schlußfolgerung ziehen, daß ein zur
Behandlung maligner Gliome eingesetztes Zytostatikum zur Erzielung eines antitumoralen Effektes nicht notwendigerweise
Schrankengängigkeit gegenüber der Blut-Hirn-Schranke besitzen muß. Aus diesem Grund erscheint es gerechtfertigt, das durch seine
geringe Toxizität die Lebensqualität der Patienten nicht noch zusätzlich einschränkende Mitoxantron in die adjuvante Chemotherapie
maligner Gliome zu integrieren.