Giessener Elektronische Bibliothek

GEB - Giessener Elektronische Bibliothek

Hinweis zum Urheberrecht

Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:hebis:26-opus-7770
URL: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2002/777/


Vergleich von zwei Nachweismethoden und ihrer differenzierten Auswertung bei der akrosomalen Reaktion menschlicher Spermatozoen

Thomas, Christina Maria


pdf-Format: Dokument 1.pdf (1.284 KB)

Bookmark bei Connotea Bookmark bei del.icio.us
Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Medizinisches Zentrum für Dermatologie und Andrologie des Universitätsklinikums
Fachgebiet: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin
Dokumentart: Dissertation
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 09.04.2002
Erstellungsjahr: 2002
Publikationsdatum: 03.07.2002
Kurzfassung auf Deutsch: Zur Beurteilung der Fertilisierungskapazität von Spermatozoen sind neben den Standardparametern der WHO in den letzten Jahren
zunehmend auch Spermatozoen-funktionstests verwendet worden. Ein in vielen Studien überprüfter Funktionstest ist die Fähigkeit
menschlicher Spermatozoen, akrosomal zu reagieren.


Die vorliegende Arbeit verfolgte folgende Ziele:


· Vergleich verschiedener Nachweismethoden der akrosomalen Reaktion durch Markierung der Spermatozoen mit zwei fluoreszierenden
Lektinen, Pisum sativum agglutinin (FITC-PSA) und Concanavalin A (FITC-ConA).


· Differenzierung des akrosomalen Status in 'teilweise' und 'vollständig' akrosomal reagierte Spermatozoen mit Hilfe der oben genannten
Lektine und Untersuchung des quantitativen Unterschiedes der mit beiden Fluoreszensmethoden erhaltenen Ergebnisse.


· Überprüfung der klinischen Relevanz dieser Unterteilung durch Korrelation mit den Fertilisationsraten aus dem IVF-Programm.


· Vergleich zweier Stimulatoren, die die akrosomalen Reaktion induzieren (Ionophor A23187 und dbcAMP).


· Untersuchung der intraindividuellen Variabilität der akrosomalen Reaktion bei fertilen Spendern über einen Zeitraum von 1 Jahr durch
wiederholte Bestimmung des akrosomalen Status und der Induzierbarkeit der akrosomalen Reaktion.


Dabei ergaben sich folgende Ergebnisse:


· Mit den verschiedenen Markierungsmethoden (FITC-ConA bzw. FITC-PSA) ergeben sich unterschiedliche Ergebnisse bezüglich des
Anteils akrosomal reagierter Spermatozoen. Bei Markierung mit FITC-PSA wurden im Durchschnitt 10% mehr akrosomal reagierte
Spermatozoen gezählt als bei Markierung mit FITC-ConA. Dieser Unterschied beruht vor allem auf einer höheren Anzahl der als
'vollständig akrosomal reagiert' identifizierten Spermatozoen. Die Anzahl der als 'teilweise akrosomal reagiert' eingestuften
Spermatozoen war bei beiden Markierungen ähnlich. Die Verwendung von FITC-PSA zur Darstellung der akrosomalen Reaktion erscheint
deshalb in der Diagnostik der akrosomalen Stadien sinnvoller als die Markierung mit FITC-ConA.


· Bei Vergleich der Induzierbarkeit der akrosomalen Reaktion mit den Fertilisationsraten nach IVF ergab sich entgegen anderer publizierter
Studien keine Korrelation. Dies gilt ebenso für die Unterteilung der Spermatozoen in 'teilweise' und 'vollständig akrosomal reagiert'.
Daher erscheint diese Unterteilung auch unter Berücksichtigung der methodischen Schwierigkeiten in der Routinediagnostik nicht sinnvoll.
Sie sollte zunächst wissenschaftlichen Untersuchungen vorbehalten bleiben.


· Die beiden benutzten Stimulationsprotokolle (Ionophor A23187 und dbcAMP) zeigen ähnliche Ergebnisse bei der Anzahl an akrosomal
reagierten Spermatozoen. Beide Methoden sind einfach zu handhaben und vom Zeitaufwand gleich schnell, so daß beide gleichermaßen
für die Routinediagnostik bedeutend sind.


· In dieser Untersuchung wurden intraindividuelle Schwankungen der akrosomalen Reaktion bei gesunden Spendern gefunden. Sie
bewegen sich in einem Rahmen bis zu 25%. Die Induzierbarkeit der akrosomalen Reaktion liegt dabei immer über den jeweiligen
cut-off-Werten für eine eingeschränkte Spermatozoenfunktion.