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Phäno- und Genotypisierung von Streptokokken der serologischen Gruppe B (Streptococcus agalactiae), isoliert von verschiedenen Tierarten

Yildirim, Ali Önder


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Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Institut für Tierärztliche Nahrungsmittelkunde,Professur für Milchwissenschaften
Fachgebiet: Veterinärmedizin
DDC-Sachgruppe: Landwirtschaft
Dokumentart: Dissertation
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 27.05.2002
Erstellungsjahr: 2002
Publikationsdatum: 01.07.2002
Kurzfassung auf Deutsch: In den vorliegenden Untersuchungen wurden 101 Streptokokkenkulturen, isoliert von Hund, Katze, Kaninchen, Meerschweinchen, Affe,
Pferd, Nutria, Schwein, Rind und Mensch, mit konventionellen und molekularen Verfahren als Streptococcus agalactiae bzw. als
Streptokokken der serologischen Gruppe B identifiziert und weitergehend charakterisiert. Dies beinhaltete eine biochemische
Differenzierung, die serologische Gruppenbestimmung und, vermittelt durch Polymerasekettenreaktion, den Nachweis von
speziesspezifischen Genabschnitten im Bereich der 16S ribosomalen DNA, der 16S-23S rDNA 'intergenic spacer'-Region und des
CAMP-Faktor-Gens cfb.


Die untersuchten B-Streptokokkenkulturen ließen sich desweiteren aufgrund spezifischer Polysaccharid- und Proteinantigene, teilweise
bestätigt durch PCR-vermittelte Gennachweise, in verschiedene Serotypen unterteilen. Bei B-Streptokokkenkulturen, isoliert von Hund,
Katze, Kaninchen, Meerschweinchen, Affe, Pferd, Nutria, Schwein und Mensch, waren insbesondere die Typenantigenmuster III/Rib, Ia und
Ia/calpha nachweisbar. Bei B-Streptokokkenkulturen, isoliert vom Rind, waren dagegen das Proteinantigen X allein, oder in Verbindung mit
dem Polysaccharidantigen Ia feststellbar.


B-Streptokokkenkulturen, isoliert, insbesondere von Hund und Katze, aber auch B-Streptokokkenkulturen, isoliert von Kaninchen,
Meerschweinchen, Affe, Pferd und Mensch, sowie einige Isolate von Nutria und Schwein, zeigten im Vergleich zu B-Streptokokkenkulturen,
isoliert vom Rind, überwiegend eine negative Lactosereaktion, eine deutliche Pigmentbildung und eine etwas kürzere
streptokokkentypische Kettenlänge. Die Kulturen zeigten desweiteren eine überwiegend gleichmäßige Trübung des Anzüchtungsmediums
bzw. ein diffuses Wachstum der Kolonien in Soft-Agar, eine geringere Oberflächenhydrophobizität, ein fehlendes
Hämagglutinations-vermögen und überwiegend eine Resistenz gegenüber Minocyclin und Tetracyclin. B-Streptokokkenkulturen, isoliert
vom Rind, erwiesen sich demgegenüber als lactosepositiv, schwach- bzw. unpigmentiert, zeigten ein Wachstum mit relativ langer
Kettenformation, ferner ein Wachstum in Flüssigmedium als Sediment mit klarem Überstand bzw. in Soft-Agar mit kompakten Kolonien.
Diese Kulturen wiesen im weiteren eine vermehrte Oberflächenhydrophobizität auf, führten überwiegend zu einer
Hämagglutinationsreaktion mit Kaninchenerythrozyten und waren empfindlich gegenüber Minocyclin und Tetracyclin.


Der Nachweis des Enzyms Hyaluronidase mittels Dekapsulationstest bzw. des Hyaluronidase-Gens hylB und des Insertionselements
IS1548 durch PCR ergab eine positive Hyaluronidasereaktion und ein hylB-Gen mit einer Größe von 3,3 Kb bei der überwiegenden Zahl
der Kulturen unterschiedlicher Herkunft. Eine negative Hyaluronidasereaktion bzw. ein hylB-Gen mit einer Größe von 4,6 Kb und das
Insertionselement IS1548 waren, unabhängig von der Herkunft, bei Kulturen von Serotyp III und III/Rib feststellbar.


Durch PCR-vermittelten Nachweis des B-Streptokokken-C5a-Peptidase-Gens scpB und des Laminin-bindenden Protein-Gens lmb ließen
sich bei der Mehrzahl der B-Streptokokkenkulturen, isoliert von Hund, Katze, Kaninchen, Meerschweinchen, Pferd und Mensch, nur
vereinzelt dagegen bei B-Streptokokkenkulturen, isoliert von Affe, Nutria, Schwein und Rind, beide Gene feststellen.


Die B-Streptokokkenkulturen, isoliert, insbesondere von Hund und Katze, aber auch Kulturen, isoliert von Kaninchen, Meerschweinchen,
Affe und Pferd, weniger ausgeprägt bei Isolaten von Nutria und Schwein, schienen nach den vorliegenden Untersuchungen zahlreiche
Ähnlichkeiten mit B-Streptokokkenkulturen, isoliert vom Menschen, zu haben. Die B-Streptokokkenkulturen dieser Herkunft unterschieden
sich in diesen Merkmalen von B-Streptokokkenkulturen vom Rind. B-Streptokokkenkulturen, vorkommend insbesondere bei Hund und
Katze, aber auch bei anderen Tierarten, scheinen somit keine epidemiologische Beziehung für die S. agalactiae-Mastitis des Rindes zu
haben, könnten aber eine Infektionsquelle für den Menschen darstellen.