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Der Stellenwert des Neuropeptid Y bei der perinatalen Streßreaktion von Frühgeburten und bei Entbindungen am Termin

Buth, Ute


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Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Universitätsfrauenklinik
Fachgebiet: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin
Dokumentart: Dissertation
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 14.11.2001
Erstellungsjahr: 2001
Publikationsdatum: 24.06.2002
Kurzfassung auf Deutsch: Unter den etablierten Streßparametern (Adrenalin, Noradrenalin, Antidiuretisches Hormon, Plasmareninaktivität, atriales natriuretisches
Peptid, pH-Wert) ist das Noradrenalin ein etabliertes Leithormon der fetalen Streßreaktion unter der Geburt.



Fragestellung:

Welchen Stellenwert hat das Neuropeptid Y in Relation zu den genannten Streßparametern, insbesondere zum Noradrenalin? Können
schon Frühgeborene adäquat auf den Geburtsstreß reagieren?



Methode:

Bei 48 Frühgeburten < 260 SST (16 spontane, 32 prim. Sectiones) und 51 Reifgeborenen ³ 260 SST (27 spontane, 24 prim. Sectiones)
wurde unmittelbar nach der Geburt arterielles und venöses Nabelschnurblut und mütterliches venöses Blut untersucht. Die Bestimmung des
Neuropeptid Y erfolgte mit RIA, die der Katecholamine mit der HPLC Methode.



Ergebnisse:

Im Vergleich zu gesunden Blutspendern sind die Neuropeptid Y-Werte von Mutter und Kind unter der Geburt deutlich erhöht. Die
Arteriovenöse Differenz im kindlichen Nabelschnurblut verglichen mit den mütterlichen Werten spricht dafür, daß die Neuropeptid Y-Werte
im fetalen Kreislauf auch fetaler Herkunft sind. Es bestätigt sich, daß das Neuropeptid Y ähnlich dem Noradrenalin ein aussagekräftiger
Indikator für den Geburtsstreß ist. Insbesondere für das kindliche arterielle Neuropeptid Y besteht ein Zusammenhang zum Geburtsmodus:
Bei Spontanentbindungen finden sich signifikant höhere Werte als bei primären Sectiones. Auch haben Frühgeborene tendenziell höhere
Neuropeptid Y-Werte als Reifgeborene. Das Neuropeptid Y steht in engem Zusammenhang mit dem kindlichen Säure-Basen-Haushalt. Bei
niedrigem pH-Wert und negativem Base excess finden sich deutlich erhöhte Neuropeptid Y-Werte. Zusätzlich zeigen sich auch enge
Zusammenhänge zu weiteren Streßparametern wie dem Adrenalin, der Plasmareninaktivität und dem antidiuretischen Hormon.


Kein Zusammenhang findet sich zwischen dem Neuropeptid Y und dem atrialen natriuretischen Peptid sowie dem CTG-Score.



Schlußfolgerung:

Schon sehr frühe Frühgeborene sind in der Lage adäquat auf den Geburtsstreß zu reagieren. Das Neuropeptid Y ist ein eigenständiger
und aussagekräftiger Streßparameter unter der Geburt, in vielen Punkten vergleichbar dem Noradrenalin. Aufgrund der größeren
Halbwertszeit ist das Neuropeptid Y im Blut länger nachweisbar als das Noradrenalin.