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Histomorphometrischer Vergleich des Blutgefäßsystems norm- und hypoxischer geburtsreifer Schafplazenten : Eine computergestützte bildanalytische Studie

Schwickert, Stefan


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Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Institut für Veterinär-Anatomie -Histologie und -Embryologie
Fachgebiet: Veterinärmedizin
DDC-Sachgruppe: Landwirtschaft
Dokumentart: Dissertation
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 27.05.2002
Erstellungsjahr: 2002
Publikationsdatum: 18.06.2002
Kurzfassung auf Deutsch: Anhand ausgewählter Parameter wurden erstmals bei einem epitheliochorialen Plazentatyp morphologische Unterschiede in den
geburtsreifen Plazenten zweier Schafpopulationen (Tieflandtiere/Hochlandtiere) mit Hilfe von computergestützter Bildanalyse
lichtmikroskopisch untersucht. Die Messungen wurden interaktiv und automatisch unter Zuhilfenahme eines bildanalytischen
Computersystems erfasst und ausgewertet.


Hochlandschafe zeigen im Vergleich zu Tieflandtieren ein signifikant ausgeweitetes, fetales Gefäßbett und lassen einen Trend zu einem
erweiterten maternalen Gefäßbett erkennen. Die Anzahl der getroffenen Gefäßquerschnitte steigt tendenziell im Höhenvergleich bei den
fetalen Gefäßen, während eine tendenziell geringere Anzahl maternaler Gefäßquerschnitte gemessen wird. Der Durchmesser der Gefäße
steigt bei fetalen Gefäßen signifikant, bei maternalen kann ein Trend zu größeren Gefäßen nachgewiesen werden. Das Verhältnis zwischen
Gefäßen und Gewebe im Kotyledonenanteil der Schafplazenta ändert sich signifikant zugunsten der Gefäße. Im Karunkelanteil der
Schafplazenta kann eine Tendenz hierzu bestätigt werden. Während sich die maternalen Septen tendenziell etwa äquivalent zur
gewonnenen Gefäßfläche ausdehnen, tendiert die fetale Zottenfläche trotz des massiv gesteigerten Gefäßvolumens zu geringeren
Flächenwerten.


Die minimale Distanz zwischen maternalem und fetalem Blutraum oder der Plazentarschranke verringert sich signifikant von den Tiefland-
zu den Hochlandschafen. Im Vergleich zum Menschen kann beim Schaf der maternale Blutraum aufgrund seines geschlossenen
Blutgefäßsystems exakter quantifiziert werden. Abgesehen davon sind die hier vorgelegten Ergebnisse aber ähnlich denen, die bei der
hämochorialen Plazenta des Menschen anzutreffen sind.


Auch das Meerschweinchen zeigt ein ähnliches fetales Kapillarwachstum wie Mensch und Schaf. Dieses ist aufgrund der Unterschiede
zwischen dem hämochorialen Lakunensystem des Meerschweinchens und dem villösen Plazentatyp, den Mensch und Schaf gemeinsam
haben, allerdings nur eingeschränkt übertragbar.


Die morphologischen Übereinstimmungen von Schaf und Mensch, insbesondere die bei beiden innerhalb von Zotten gelegene fetale
Vaskularisation, prädestinieren die Schafplazenta als Studienobjekt für den Menschen in ausgewählten Fragestellungen.