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Evaluation eines psychodynamisch orientierten Angstbewältigungsprogramms in einer psychiatrisch-psychotherapeutischen Tagesklinik

Leber, Ulrich


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Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Medizinisches Zentrum für Psychosomatische Medizin, Klinik für Psychosomatik und Psychotherapie des Klinikums der Justus-Liebig-Universität Giessen
Fachgebiet: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin
Dokumentart: Dissertation
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 18.04.2002
Erstellungsjahr: 2002
Publikationsdatum: 12.06.2002
Kurzfassung auf Deutsch: Unter dem Aspekt einer sich im psychodynamischen Umfeld erst in den vergangenen Jahren entwickelnden ergebnisorientierten
Therapieforschung wird ein ambulantes psychoanalytisch-verhaltenstherapeutisches Therapieprogramm zur angstspezifischen
Gruppenbehandlung vorgestellt und evaluiert.


Die in der Tagesklinik einer niedergelassenen psychiatrisch-psychotherapeutischen Praxis untersuchte Stichprobe umfaßte 45 Patienten
mit Angststörungen nach ICD-10 F40 (Phobische Störungen), F41 (Sonstige Angststörungen) und F43 (Reaktionen auf schwere
Belastungen und Anpassungsstörungen). Zu Beginn und Abschluß der 3-monatigen Behandlung wurden patientenseitig psychometrische
Testverfahren (Basisdokumentation, STAI, SCL-90-R und Giessen-Test) eingesetzt. Neben varianzanalytischen Befunden wurden
Effektstärken berechnet, die zum Ende der Intervention geringe bis mittlere Therapieeffekte aufzeigten. Eine explorativ durchgeführte
Faktorenanalyse strukturierte die ermittelten Daten auf die Bereiche 'Psychopathologie', 'Sozialer Aspekt' sowie 'Angst' und ergänzte
damit die Fragestellungen dieser Studie. Die katamnestische Auswertung der Ergebnisse wird einer separaten Betrachtung in einer
Parallelarbeit (Schwan-Steglich, 2001) unterzogen.


Eine signifikante Verbesserung der im Fokus der Behandlung stehenden Angstproblematik konnte zum Abschluß der Therapie lediglich für
die entsprechenden Skalen der SCL-90-R erreicht werden, nicht jedoch für die Trait- und State-Angst des STAI. Weiterhin wurde
festgestellt, daß das Angstbewältigungsprogramm einen subsidiär günstigen Effekt auf die allgemeine psychische Befindlichkeit der
Teilnehmer hat, während sich depressive Symptome und Persönlichkeitseigenschaften innerhalb der Therapiephase nicht änderten. Im
Verlauf der Untersuchung zeichneten sich deutliche Tendenzen ab, wonach Patienten mit einer Störungen nach F41 besonders gut von der
Therapiemaßnahme profitierten, indes Patienten nach F43 offensichtlich keinen Nutzen daraus ziehen konnten. Auffällig war, daß die
Probanden eine ausgeprägte depressive Symptomatik zeigten. In diesem Zusammenhang wurde u. a. diskutiert, daß sich gerade diese
Komponente eher blockierend auf einen nachhaltigeren Therapieerfolg auswirkte. Ferner ergaben sich Hinweise, daß es während der
kurzen Behandlungsphase zu initialisierenden Prozessen kommt, die sich erst katamnestisch zu entfalten scheinen und damit zu einer
deutlichen Symptomreduktion beitragen. Eine abschließende Beurteilung dieser Hinweise kann jedoch erst in der Parallelarbeit erfolgen.