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URN: urn:nbn:de:hebis:26-opus-7528
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Integration eines Subsystems in ein bestehendes Krankenhausinformationssystem mit darauf aufbauender Entwicklung eines Monitoringsystems für nosokomiale Infektionen

Joch, Judith


pdf-Format: Dokument 1.pdf (3.089 KB)

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Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Medizinisches Zentrum für Ökologie, Institut für Medizinische Informatik des Klinikums
Fachgebiet: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin
Dokumentart: Dissertation
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 19.04.2002
Erstellungsjahr: 2002
Publikationsdatum: 23.05.2002
Kurzfassung auf Deutsch: Einleitung

Seit dem 1.1.2001 sind Krankenhäuser nach dem Infektionsschutzgesetz §23 verpflichtet, die vom Robert Koch Institut festgelegten
nosokomialen Infektionen zu dokumentieren und die Aufzeichnungen darüber 10 Jahre lang aufzubewahren.
Eine nosokomiale Infektion ist eine Infektion mit lokalen oder systemischen Infektionszeichen als Reaktion auf das Vorhandensein von
Erregern oder ihrer Toxine, die im zeitlichen Zusammenhang mit einer stationären oder einer ambulanten medizinischen Maßnahme steht,
soweit die Infektion nicht bereits vorher bestand.
1970 wurde das Problem der nosokomialen Infektionen erstmals in einem Kongress aufgegriffen und es wurde eine Kommission zur
Bekämpfung derselben eingerichtet. Nosokomiale Infektionen können den Krankenhausaufenthalt erheblich verlängern und verursachen
dadurch erhebliche Mehrkosten.

Das Ziel dieser Arbeit ist es, ein Monitoringsystem zu entwickeln, das eine frühzeitige Erkennung nosokomialer Infektionen durch Nutzung
aller bereits elektronisch vorhandener Daten ermöglicht.



Konzept

Das Konzept zur Erkennung von noskomialen Inektionen beruht auf der Auswertung aller bereits elektronisch vorhandener Datensourcen,
wie Mikrobiologiebefunde, OP Berichte, Diagnosen und Pflegedokumentation. Die Integration erfolgt in drei aufeinander aufbauenden
Schritten: Der Datenintegration, der Funktionalen Integration und der Enterpriseintegration.
Die Datenintegration stellt die extern vorhandenen Daten im klinischen Routinenetz bereit. Hierfür wird ein zuverlässiges Dateninterface
benötigt. Die auf der Datenintegration aufbauende Funktionale Integration stellt die Funktionen aus dem ursprünglichen System im
Krankenhausinformationssystem zur Verfügung. Die Voraussetzungen hierfür sind ein semantisches Datenverstehen und ein
systemunabhängiges Anzeigekonzept. Die Enterprise Integration als dritter Integrationsschritt ermöglicht die Entwicklung neuer Funktionen
in dem Daten aus den unterschiedlichen Systemen in einem neuen Kontext zusammengeführt und bewertet werden. Hierfür muß eine
Defintion von medizinischem Wissen innerhalb von individuell konfigurierbaren Auswertungsregeln erfolgen.


Das Monitoringsystem selbst besteht aus unterschiedlichen Funktionen: der Preselektionsfunktion, die die Aufgabe hat die vorhandene
Datenmenge durch aussortieren von Patienten, die definitiv keine nosokomiale Infektion haben können, zu reduzieren; der Main-Rule
Engine, eine regelbasierten Auswertungsengine, die die Daten bewertet und den Alarmfunktionen, die eine Liste von Patienten generiert,
für die ein Verdacht auf eine nosokomiale Infektion besteht. Sie nutzt die Daten von der Preselektionsfunktion und Main-Rule Engine. Die
Erklärungsfunktionen protokollieren den gesamten Entscheidungsfindungsprozeß der Preselektionsfunktion und der Main-Rule Engine.



Ergebnisse und Ausblick

Nach der erfolgreichen Einführungsphase auf einer Intensivstation, in der erstmals nur beatungsassoziierte Pneumonien dokumentiert
wurden, hat sich u.a. gezeigt, daß der durchschnittliche Zeitaufwand für die Dokumentation eines Patienten nur 1 bis 2 Minuten pro Tag
beträgt. Mit diesen guten Ergebnissen wird die Infektionsdokumentation nun auch auf die katheterassoziierte Sepsis und operative
Wundinfektion ausgeweitet und es werden innerhalb des nächsten Jahres auch andere Risikobereiche mit dem webbasierten Programm
ausgestattet.