Giessener Elektronische Bibliothek

GEB - Giessener Elektronische Bibliothek

Hinweis zum Urheberrecht

Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:hebis:26-opus-7461
URL: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2002/746/


Stabilität von Kalziumfluorid ähnlichen Deckschichten auf dem Zahnschmelz unter erosiven Bedingungen in vitro und in situ

Rudolph, Lutz


pdf-Format: Dokument 1.pdf (401 KB)

Bookmark bei Connotea Bookmark bei del.icio.us
Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Medizinisches Zentrum für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde, Abteilung Zahnerhaltungskunde und Präventive Zahnheilkunde des Universitätsklinikums Gießen
Fachgebiet: Zahnmedizin
DDC-Sachgruppe: Medizin
Dokumentart: Dissertation
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 19.03.2002
Erstellungsjahr: 2002
Publikationsdatum: 27.06.2002
Kurzfassung auf Deutsch: Erosionsbedingte Zahnhartsubstanzdefekte bedürfen in der Regel keiner invasiven und restaurativen Therapie, wenn ausreichende
kausale oder symptomatische Therapieformen gefunden werden. Dabei ist wenig darüber bekannt, welche Rolle lokale
Fluoridapplikationen spielen können. Ziel der vorliegenden Studie war es daher, in einem in vitro und in einem in situ Versuch die Stabilität
der Kalziumfluorid ähnlichen Deckschichten (KOH-löslichen Fluoridauflagerungen) auf der Schmelzoberfläche unter erosiven Bedingungen
zu quantifizieren.


Es wurden von impaktierten menschlichen Weisheitszähnen (n=20 in vitro; n=30 in situ) je vier longitudinale, planoparallele Schmelzproben
gewonnen. Die Fluoridierung erfolgte extraoral drei Minuten lang mit einem Intensivfluoridierungsmittel (mit den Aminfluoriden Olaflur 12,14
% und Dectafluor 1,12 %). Die erosiven Demineralisationen wurden in vitro dreimal täglich in einem Abstand von fünf Stunden dreißig
Sekunden lang durchgeführt (Sprite Light mit 1 %-iger Zitronensäure), zwischenzeitlich lagerten die Proben in künstlichem Speichel. Die
Proben wurden auf vier Gruppen aufgeteilt. Die Proben der ersten Gruppe wurden direkt nach der Fluoridierung, die Proben der zweiten
Gruppe nach zwei Tagen unter erosiven Bedingungen, die Proben der dritten Gruppe nach vier Tagen unter erosiven Bedingungen und die
Proben der vierten Gruppe nach vier Tagen ohne erosive Bedingungen analysiert. Zusätzlich wurden unbehandelte Proben als
Negativkontrollgruppe analysiert. Die Proben der in situ Studie wurden auf vier Probanden aufgeteilt und in Gaumenplatten eingearbeitet,
welche bis auf die Mahlzeiten ganztags getragen wurden. Die erosiven Demineralisationen wurden durch 200 ml Sprite Light, welches mit
zehn gleichmäßigen Schlucken innerhalb von zwei Minuten getrunken wurde, dreimal täglich in einem Abstand von fünf Stunden
durchgeführt. Die Proben der ersten Gruppe wurden sofort, die Proben der zweiten Gruppe nach zwei Tagen unter erosiven Bedingungen,
die Proben der dritten Gruppe nach sieben Tagen unter erosiven Bedingungen und die Proben der vierten Gruppe nach sieben Tagen
ohne erosive Bedingungen analysiert. Die Analyse der Menge an KOH-löslichem Fluorid wurde mit einer ionenselektiven Elektrode nach
einem etablierten Standardverfahren nach Caslavska (1975) durchgeführt.


Nach einem hohen Ausgangsfluoridgehalt (96 µg/cm² in vitro; 77,9 µg/cm² in situ ) ergab sich in vitro ein initial hoher Fluoridverlust nach
zwei Tagen unter erosiven Bedingungen (10,4 µg/cm²) und nach vier Tagen unter erosiven Bedingungen ein weiterer moderater
Fluoridverlust (6,2 µg/cm²). Nach vier Tagen ohne erosive Bedingungen waren noch 16,3 µg/cm² vorhanden.


Bei dem in situ Versuch waren nach zwei Tagen unter erosiven Bedingungen 66,9 µg/cm² Fluorid, nach sieben Tagen 54,1 µg/cm² und
nach sieben Tagen ohne erosive Einflüsse waren noch 42,3 µg/cm² nachweisbar. Im Vergleich zu den Negativkontrollproben (0,2 µg/cm²)
zeigte sich besonders in situ trotz erosiver Einflüsse eine hohe Stabilität des KOH-löslichen Fluorids.
Kurzfassung auf Englisch: There is some evidence that topical treatment with high concentrations of fluoride may protect against erosive substance loss of teeth.
However, the mechanism and the degree of a possible protection is still unclear. Therefore, aim of this study was to evaluate the loss of
KOH-soluble fluoride on enamel under mild erosive conditions in vitro and in situ. From 20 (in vitro) and 30 (in situ) human third molars 3
cylindrical enamel samples each were prepared and polished flat. All specimen were treated with an aminefluoride solution (1% F) for 3
minutes. The amount of KOH-soluble fluoride was measured directly after one hour storage in artificial saliva (in situ and in vitro), after two
or four days (in vitro) and two or seven days (in situ) both under erosive conditions. Additionally some samples were used for four days (in
vitro) and seven days (in situ) without erosive attacks and served as control. Erosive attacks were performed by storage in (in vitro) or
drinking (in situ) a soft drink (pH 2,8) for 30 seconds three times daily. In between the specimen were stored in artificial saliva or were worn
in the mouth. KOH-soluble fluoride was analysed.


In vitro: Directly after fluoridation the amount of KOH-soluble fluoride was 96, after 2 days 10.4 (p£0.001) and after 4 days 6.2 µg/cm²
(p£0.05). Samples stored for four days without erosive attacks exhibited 16.3 µg/cm² (p£0.001).


In situ: Directly after fluoridation the amount of KOH-soluble fluoride was 77.2, after 2 days 66.9 (p£0.06) and after 7 days 54.1 µg/cm²
(p£0.001). Samples worn for seven days without erosive attacks exhibited 42.3 µg/cm² (p£0.003).


Even under mild erosive conditions KOH-soluble fluoride on enamel is lost rapidly in vitro but is much more stable in situ.