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Untersuchung der Wirksamkeit eines Impfstoffes gegen die Feline Infektiöse Peritonitis unter Tierheimbedingungen

Leukert, Wolf


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Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Institut für Veterinär-Pathologie
Fachgebiet: Veterinärmedizin
DDC-Sachgruppe: Landwirtschaft
Dokumentart: Dissertation
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 12.02.2002
Erstellungsjahr: 2002
Publikationsdatum: 29.04.2002
Kurzfassung auf Deutsch: Ziel der vorliegenden Arbeit war es, die Wirksamkeit einer Vakzine (Primucell ® FIP) im Tierversuch unter den Bedingungen eines
Tierheimes zu untersuchen.


Zehn Tierheimkatzen, die mit Hilfe des kompetitiven ELISA zum Nachweis löslicher FIPV-spezifischer Immunkomplexe in Seren und
Exsudaten als Virusträger ohne klinische FIP identifiziert wurden, wurden mit 20 geimpften und 20 ungeimpften SPF-Katzen
zusammengesetzt.


Im Versuchszeitraum erkrankte der überwiegende Teil der SPF-Tiere an FIP. Ein SPF-Tier überlebte eine vermutliche FIPV-Infektion mit
klinischer Manifestation. Sie genas nach abgeklungener Symptomatik vollkommen und blieb klinisch unauffällig. Die Sektion am
Versuchsende ergab keine FIP-spezifischen Befunde.


Sieben SPF-Tiere (17,5 %) zeigten während des gesamten Versuchszeitraumes keinerlei Symptome irgendeiner Erkrankung. Keines
dieser am Ende des Versuchs euthanasierten SPF-Tiere wies eine FIP auf.


Der klinische Status der meisten Tierheimkatzen, die in den Versuch gelangten, blieb unverändert. Eines der Tiere entwickelte allerdings
eine klinisch manifeste Coronavirus-Enteritis, an der es verstarb.


Im Verlauf des Versuches erkrankten und starben (bzw. wurden im Finalstadium der Erkrankung euthanasiert) 23 Tiere (45%) an FIP.


10 Tiere stammten aus der Kontrollgruppe,


12 Tiere aus der Primucell ® -Impfgruppe,


und ein Tier aus der Tierheimgruppe.


Bezüglich der Anzahl der an FIP erkrankten Tiere ergab sich kein signifikanter Unterschied (p = 0,53) zwischen der SPF-Primucell ®
-Impfgruppe und der SPF-Kontrollgruppe. Es gab keinen signifikanten Unterschied in der Geschlechtsverteilung der an FIP erkrankten
Tiere. Im Versuch ergab sich eine geschützte Fraktion (preventable fraction) von -20 %, also kein Schutz durch die Impfung.


Die FIP präsentierte sich überwiegend in der feuchten (65%), aber auch in der trockenen Form. Die effusive Form lag in den meisten
Fällen in klassischer Ausprägung vor. Der Krankheitsverlauf war i.a. fulminant bei kurzer Krankheitsdauer. Erstes wahrnehmbares
Symptom war stets die Aszitesbildung, die rasant voranschritt.


Bei den Fällen der trockenen Form der FIP waren die Symptome überwiegend unspezifischer Natur. Die trockene Form wurde während
des gesamten Versuchszeitraums beobachtet. Ein Tier entwickelte eine ausschließlich zentralnervöse klinische Symptomatik.


Durch symptomatische Therapie war eine Beeinflußung der Krankheitsdauer und des Krankheitsverlaufes nicht feststellbar.


Über 80% der Tiere, die an FIP erkrankt waren, hatten zeitgleich oder kurz davor eine Katzen-schnupfenproblematik, während dies bei den
nicht an FIP erkrankten Katzen nur für 44 % zutraf.


Alle Tiere zeigten im Laufe des Versuchs eine Serokonversion. Die Vakzine Primucell ® FIP induzierte CoV-Antikörpertiter von 1:50 bis
1:800. Nach einsetzendem Infektionsdruck stiegen die CoV-Antikörpertiter bei einzelnen Tieren bis auf > 3200, sowohl bei den Impf- als
auch bei den Kontrolltieren. Nicht alle Tiere, die hohe CoV-Antikörpertiter aufwiesen oder im ELISA positiv reagierten, erkrankten auch an
FIP.


Katzen, die im kompetitiven ELISA zum Nachweis von löslichen Immunkomplexen in Seren und Exsudaten positiv reagieren, auch wenn sie
keine klinische Symptomatik aufweisen, müssen als potentielle Infektionsquelle für empfängliche Tiere betrachtet werden. Die
CoV-Antikörpertiter erlauben keine Aussage darüber, ob eine Katze eine FIP entwickeln wird und sind deshalb zur Prognose eines
Infektionsverlaufs ungeeignet.


m Versuchsende wurde bei fast allen Tieren (20 von 23), die den Versuch überlebten, mittels RT-PCR eine Monozyten-assoziierte
FCoV-Virämie nachgewiesen.

Kurzfassung auf Englisch: The study aimed at the evaluation of the efficacy of the Primucell ® FIP vaccine in an animal experiment. The experiment was set up under
conditions simulating those of an animal shelter.


The natural source of FIPV was represented by a group of 10 clinically healthy cats from animal shelters which were tested positive for
circulating FCoV immune complexes by means of a competitive ELISA.


During the experiment, most of the 40 SPF cats developed FIP. One SPF cat survived a presumed FIPV infection with clinical
manifestation and remained clinically healthy after the symptoms had resolved. Necropsy at the end of the experiment did not reveal any
FIP-specific lesions.


During the experiment, seven SPF cats (17.5%) did not show any clinical symptoms. None of these animals who all were necropsied at the
end of the experiment, exhibited FIP.


The clinical status of most cats originating from animal shelters, remained unaltered throughout the experiment. One of these cats, however,
developed and died of coronavirus enteritis.


Twenty-three cats (45%) died of or were euthanatized in the final stage of FIP during the experiment.Ten of these animals were control SPF
cats, 12 animals were Primucell ® FIP vaccinated SPF cats, and one animal was originating from an animal shelter.


Concerning the number of cats developing FIP, there was neither a significant difference between Primcell ® -vaccinated and control SPF
cats (p=0.53) nor with regards to the sex distribution. The experiment yielded a protected/preventable fraction of –20%, that is to say, no
protection by Primcell ® FIP vaccination occurred.


Pathologically, FIP was mainly represented by the effusive form (65%) which mostly appeared in the classical form. The clinical course was
often fulminant with short duration of disease. In general, ascites represented the first symptom and showed fast progression.



With the dry form of FIP which occurred throughout the whole experiment, symptoms were mainly non-specific. In one animal, clinical signs
were restricted to CNS symptoms.


Neither duration nor the course of disease were affected by symptomatic therapy. At the same time as the clinical signs of FIP or prior to
their development, more than 80% of the animals had clinical signs of upper respiratory disease, where as only 44 % of the FIP-negative
cats developed such symptoms.


During the experiment, all SPF cats showed seroconversion. The vaccine Primucell ® FIP induced CoV anitbody titres of 1:50 up to 1:800.
With the onset of infectious pressure, CoV antibody titres rised to >3200 in some animals. Animals who developed high CoV antibodytitres
or showed a positive result in the competitive ELISA for circulating FCoV immune complexes did not necessarily develop FIP.


Regardless of the presence of clinical symptoms, cats with a positive result in the competitive ELISA for circulating FCoV immune
complexes in sera or exudates have to be regarded as potential source of FCoV infection for susceptible animals. CoV antibody titres do
not allow a prognosis concerning the development of FIP.


At the end of the experiment, monocyte-associated FCoV viraemia was identified by RT-PCR in nearly all animals who had survived (20 of
23).