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Operative Behandlungsergebnisse spondylolytischer Spondylolisthesen nach dorsoventraler Spondylodese

Gronemeier, Uwe Joachim


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Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Medizinisches Zentrum für Orthopädie und Physikalische Medizin
Fachgebiet: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin
Dokumentart: Dissertation
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 28.01.2002
Erstellungsjahr: 2002
Publikationsdatum: 23.04.2002
Kurzfassung auf Deutsch: Die Diagnose einer lumbalen Spondylolisthese wird heute in einem nicht zu unterschätzenden Ausmaß gestellt. Ein pathogonomisches
Beschwerdebild ist nicht nachweisbar, sodaß eine gezielte Anamnese und exakte körperliche Untersuchung des Patienten erforderlich
sind. Die radiologische Diagnostik (Röntgen, CT, MRT) nimmt hierbei einen hohen Stellenwert ein. Liegt ein Wirbelgleiten vor, so ist es
wichtig, dieses in Form und Pathogenese zu klassifizieren, um eine Verlaufsprognose abgeben zu können und geeignete
Behandlungsmaßnahmen einzuleiten. Von besonderer Bedeutung ist das Alter der Patienten sowie das Ausmaß der Ventrolisthesis und
der segmentalen Kyphosierung.


Die Therapie der spondylolytischen Spondylolisthese ist in der überwiegenden Zahl der Fälle auf konservative Behandlungsmethoden
ausgerichtet. Erst unerträgliche, nach ausgiebiger konservativer Vorbehandlung nicht mehr zu beeinflußende Schmerzen, neurologische
Komplikationen und progrediente Olisthesen bei Heranwachsenden bzw. Haltungs- und Gangstörungen begründen die Indikation zur
Operation. Vorrangiges Ziel ist die Schmerzbeseitigung. Der Weg dorthin führt über die Stabilisierung und sichere Fusion des betroffenen
Wirbelsäulenabschnitts, gegebenenfalls unter Dekompression neuraler Strukturen und einer (Teil-) Reposition.


In einer retrospektiven Studie mit 34 Patienten (eindeutige Indikation zur lumbalen Spondylodese bei spondylolytischer Spondylolisthese
L4/5 bzw. L5/S1) wurde das prä- und postoperative klinische und subjektive Bild (Beruf/Sport/Alltag) bewertet (follow-up Ø 41,1 Monate).
Ein Vergleich zwischen einem ein- und zweizeitigem Vorgehen bei der kombinierten dorsoventralen Stabilisierung mit und ohne Reposition
wurde eingeschlossen. Die Berechtigung einer dorsoventralen Vorgehensweise auch bei geringen Gleitgraden ließ sich anhand der
überwieg end guten Operations- und Fusionsergebnisse der Nachuntersuchungsstudie bestätigen (Score-Verbesserung n. Hambly bei
97,1%, p<0,0001). Es zeigt sich jedoch, daß es weniger auf die Reposition und Wiederherstellung des Alignements der lumbalen
Wirbelsäule ankommt, als viel mehr auf die sichere Stabilisierung des betroffenen Segments. Die Schmerzreduzierung steht für das
Alltags- und Berufsleben der Patienten im Vordergrund. Funktionelle und kosmetische Ergebnisse sind nachrangig.


Aus der Vielfalt der zur Verfügung stehenden Operationsmethoden stellt die dorsoventrale, interkorporelle Spondylodese ein besonders
erfolgreiches Verfahren dar. Die Vor- und Nachteile eines zweizeitigen operativen Vorgehens sind nicht eindeutig faßbar. Eine zweizeitige
Operation weist keine gewinnbringenden Vorteile auf. Hinsichtlich des Alters der Patienten und des Grades der Spondylolisthese sollte die
Indikation zur Operation kritisch gestellt werden.