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Vergleichende Untersuchung zur Validität neuer Verfahren der LSD- und Ethanolbestimmung in Körperflüssigkeiten

Wölfel, Silke


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Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Institut für Rechtsmedizin im Zentrum für Ökologie des Fachbereichs Humanmedizin
Fachgebiet: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin
Dokumentart: Dissertation
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 11.12.2001
Erstellungsjahr: 2001
Publikationsdatum: 11.01.2002
Kurzfassung auf Deutsch: Alkohol- und Drogenkonsum gehören aufgrund der Konsequenzen für das soziale Umfeld und der Gefährdungsmöglichkeiten am
Arbeitsplatz und im Verkehr zu den größten sozialmedizinischen Problemen. Bei den Verfahren zur Bestimmung von Ethanol in Serum gibt
es bezüglich der Präzision keine großen Unterschiede zwischen den meisten Assays. Lediglich der TDx REA® Ethanol Assay liegt
teilweise außerhalb des festgelegten Grenzen für forensische Fragestellungen und scheint daher im Rahmen der forensischen Toxikologie
weniger gut einsetzbar zu sein als die anderen Verfahren.

Die Spezifität der meisten Tests ist gut, nur der ALC Ethyl Alcohol Assay weist eine erhebliche Störanfälligkeit gegenüber 1-Propanol und
1-Butanol auf. Ebenfalls von Interesse bei der Auswahl eines Verfahrens sind Praktikabilität, Zeitaufwand, Kosten und benötigtes
Probenvolumen. Am einfachsten in der Handhabung sowie am günstigsten bezüglich des Zeitaufwandes sind der EMIT® ETS® Plus Ethyl
Alcohol Assay von Syva Co./Behring und der Ethyl Alcohol Assay von Boehringer Mannheim. Sie weisen einen ausreichenden
Linearitätsbereich (0,1-4 g/l) auf, so daß lediglich selten vorkommende, in der Blutalkoholkonzentration noch darüberliegende Proben
verdünnt und erneut bestimmt werden müssen. Die mit diesen Assays gemessenen Werte liegen innerhalb des für forensische Zwecke
geforderten Bereichs. Gemeinsam mit dem TDx REA® Ethanol Assay von Abbott sind sie auch was das benötigte Probenvolumen angeht
am günstigsten.

Der Vorteil der Headspace-Gaschromatographie liegt einerseits in der hohen Präzision der Methode, andererseits in der hohen Spezifität
sowie der Möglichkeit der Begleitstoffanalyse. Gerade in der forensischen Toxikologie wird die Headspace-Gaschromatographie
ungeachtet des relativ hohen Zeitaufwandes durch keine andere Methode zu ersetzen sein.
Aufgrund der verbesserten Spezifität finden Immunoassays inzwischen auch beim LSD-Screening häufige Anwendung. Unsere
Untersuchungen zum CEDIA® DAU- Test für LSD (Boehringer Mannheim) ergaben insgesamt eine geringe Störanfälligkeit dieser
Methode. Bei den Untersuchungen zur Spezifität führte von den chemisch nicht verwandten Substanzen lediglich Ambroxol zu falsch
positiven Meßwerten. Der Vergleich des CEDIA® DAU LSD mit dem EMIT® II LSD (Syva Co./Behring) zeigte die geringe Störanfälligkeit
des CEDIA®- Tests. Von 21 falsch- positiven Ergebnissen des EMIT®- Tests fanden wir mit dem CEDIA®- Test nur noch 3 Proben positiv;
diese enthielten alle Ambroxol.

Bezüglich der Präzision, Spezifität und Praktikabilität ist der CEDIA® DAU LSD dem Abuscreen® OnLine LSD (Roche) in etwa
gleichwertig. Der Microplate EIA von Cozard Bioscience hingegen schneidet, was die Spezifität angeht, schlechter ab. Die
radioimmunchemischen Tests sind Interferenzen gegenüber am wenigsten störanfällig. Sie bergen aber den Nachteil, daß Abfälle
gesondert entsorgt werden müssen, besondere Sicherheitsvorkehrungen getroffen werden müssen und die Reagenzien für die Tests
schneller verfallen und somit auch höhere Gesamtkosten.

Nur die chromatographischen Bestätigungsanalysen für den Nachweis von LSD sind so spezifisch, daß aufgrund des Drogennachweises
strafrechtliche Konsequenzen möglich sind. Auf diesem Gebiet konnten in den letzten Jahren verschiedene Methoden mit ausreichender
Empfindlichkeit etabliert werden. Es darf jedoch nicht vergessen werden, wie störanfällig und schwer der Einsatz solch komplizierter
Verfahren im Laboralltag ist. Diese Schwierigkeiten werden vor allem durch die geringe Konzentration des Analyten und die störende
Probenmatrix verursacht. Daher hat sich die Forschung der letzten Jahre auch darauf konzentriert, immunchemische Extraktionsverfahren
zu entwickeln, die die gesuchte Substanz mit möglichst hoher Ausbeute aus der störenden Probenmatrix separieren.

Unsere Erfahrungen mit dem immunchemischen Drogennachweis haben gezeigt, daß die Systeme teilweise erheblichen
Qualitätsschwankungen unterliegen. Da ein positives Screeningergebnis allein keinen Beweiswert hat, ist es besonders wichtig, die
Untersuchungsergebnisse kritisch zu hinterfragen, schließlich ist der Nachweis des Drogenkonsums für den Betroffenen oftmals
folgenschwer. Ziel sollte es daher sein, vertrauenswürdige, störungsarme Bestätigungsanalysen zu entwickeln und positive
Screeningergebnisse in jedem Fall einer solchen Analyse zu unterziehen.