Giessener Elektronische Bibliothek

GEB - Giessener Elektronische Bibliothek

Hinweis zum Urheberrecht

Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:hebis:26-opus-5437
URL: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2001/543/


Management der Beckenendlage an der Universitätsfrauenklinik Gießen der Jahrgänge 1995-97

Brockmann, Ines


pdf-Format: Dokument 1.pdf (199 KB)

Bookmark bei Connotea Bookmark bei del.icio.us
Freie Schlagwörter (Deutsch): Beckenendlage , Management
Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Medizinisches Zentrum für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Klinikum der Justus-Liebig-Universität Giessen
Fachgebiet: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin
Dokumentart: Dissertation
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 17.08.2001
Erstellungsjahr: 2000
Publikationsdatum: 03.12.2001
Kurzfassung auf Deutsch: Die vorliegende Arbeit stellt eine Auswertung von 189 reifen Einlingen (mindestens 36 abgeschlossenen SSW) in Beckenendlage an der
Universitätsfrauenklinik Gießen in dem Zeitraum vom 1. Januar 1995 bis zum 31. Dezember 1997 dar.
Die UFK Gießen ist ein Zentrum der exspektativen Geburtsleitung bei reifen Kindern in Beckenendlage. Darunter versteht man, mittels
einer sorgfältigen Kontrolle des Geburtsverlaufs zu entscheiden, ob eine vaginale Entbindung vertretbar oder die Sectio vorzuziehen ist.
In das Wendungskollektiv (n = 86) wurden nur Frauen eingeschlossen, die sich vor dem Einsetzen der Wehentätigkeit in der UFK Gießen
vorgestellt hatten. Den Patientinnen wurde eine äußere Wendung und eine vaginale Entbindung aus Beckenendlage, gegebenenfalls unter
Einbeziehung der Beckenmessung, angeboten. Eine primäre Sectio wurde nur nach strenger Indikationsstellung (z. B. Placenta praevia)
und bei ausdrücklichem Wunsch der Patientin durchgeführt. Beim Vergleichskollektiv (n = 103) handelt es sich um alle anderen
Patientinnen mit reifen Einlingen in Beckenendlage, die keinen äußeren Wendungsversuch hatten.
In dem untersuchten Zeitraum kamen durch die exspektative Geburtsleitung in Gießen insgesamt 42,3 % der reifen Kinder aus
Beckenendlage vaginal und 57,7 % per Kaiserschnitt zur Welt. Von den 86 Wendungsversuchen waren 38 % erfolgreich (33/86) und 62 %
nicht erfolgreich (53/86). In keinem Fall traten während der Wendung CTG-Veränderungen auf, die zu einer unmittelbaren Intervention
führten. Nach einer erfolgreichen Wendung wurden 77,4 % der Kinder vaginal aus Schädellage und 22,6 % der Kinder durch eine
sekundäre Sectio geboren, wobei das pathologische CTG und/oder der Geburtsstillstand die Indikationen zur sekundären Sectio
darstellten.

Zur Beurteilung des neonatalen Zustandes wurden der pH-Wert der Nabelschnurarterie und die APGAR-Werte herangezogen. Im
Wendungskollektiv sowie im Vergleichskollektiv lag der Mittelwert der Nabelschnur-pH-Werte bei 7,27. Auch bezüglich der APGAR-Werte
unterscheidet sich das Wendungskollektiv nicht signifikant von dem Vergleichskollektiv.
Die vorliegende Auswertung zeigt, daß die äußere Wendung bei Beachtung wichtiger Voraussetzungen eine sichere Maßnahme ist, um
eine Schnittentbindung bei reifen Kindern in Beckenendlage zu vermeiden.