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Glykogenphosphorylase BB - ein geeigneter Herzinfarktmarker?

Fröhlich, Alexandra


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Freie Schlagwörter (Deutsch): Glykogenphosphorylase BB , Herzinfarktmarker
Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Medizinisches Zentrum für Klinische Chemie, Institut für Klinische Chemie und Pathobiochemie
Fachgebiet: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin
Dokumentart: Dissertation
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 07.11.2001
Erstellungsjahr: 2001
Publikationsdatum: 03.12.2001
Kurzfassung auf Deutsch: Ziel dieser Arbeit war der Vergleich des neuen Infarktmarkers GPBB mit bisher verfügbaren Markern ( CK, CK-MB Aktivität, Myoglobin,
CK-MB Masse, Troponin T und Troponin I) hinsichtlich der Aspekte maximaler Sensitivität und Spezifität. Die GPBB wurde in einem
Kollektiv von 30 Myokardinfarktpatienten über einen Zeitraum von 144 Stunden in engen zeitlichen Abständen bestimmt. Probenmaterial
der Tests war Serum, welches vor der Bestimmung bei -30° C tiefgefroren wurde. Zur Bestimmung der GPBB verwendeten wir ein von der
Fa. Boehringer Mannheim entwickeltes ELISA-Testkit, das die GPBB mittels monoklonaler Mausantikörper nachweist. Die Ergebnisse der
vorliegenden Untersuchung wiesen die GPBB als schnellen, hochsensitiven Marker des Myokardinfarkts aus (Sensitivität von 70 % zwei
Stunden nach Schmerzbeginn), vergleichbar mit der Frühsensitivität von Myoglobin und CK-MB Aktivität. Eine Verbesserung der
Sensitivität hinsichtlich der genannten Marker konnte jedoch nicht beobachtet werden. In Kontrollkollektiven (leberkranke, nierenkranke und
polytraumatisierte Patienten) wurde die Spezifität der GPBB überprüft. Diese Tests zeigten enttäuschende Ergebnisse mit einer Spezifität
von 33 Prozent im Kollektiv der polytraumatisierten Patienten und 15 Prozent im Kollektiv der Leberkranken, so daß die GPBB im
Vergleich mit der Spezifität von z. B. Troponin I (94 %) weit zurückfiel. Die zufriedenstellenden Ergebnisse früherer Studien von Rabitzsch
et al. bezüglich der GPBB-Spezifität ließen sich in der vorliegenden Studie nicht nachvollziehen.


Die GPBB ist ein Kompromißmarker, der die Vorteile von Myoglobin und Troponin I (hohe Frühsensitivität bzw. Spezifität) nur zum Teil
erreicht. Die Kombination von Myoglobin und Troponin I als Marker in der Myokardinfarktdiagnostik zur Maximierung von Sensitivität und
Spezifität machen die GPBB als Infarktmarker entbehrlich.


Da es in naher Zukunft wohl keinen Marker geben wird, der alle Kriterien eines idealen Infarktmarkers erfüllt, werden
Mehrfachbestimmungen verschiedener Infarktmarker weiterhin an der Tagesordnung sein.