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Biochemische und immunhistochemische Untersuchungen zum Vorkommen von Östrogen- und Progesteronrezeptoren im caninen Uterus im Verlauf des Diöstrus und frühen Anöstrus

Büttner, Gudula


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Freie Schlagwörter (Deutsch): Hund , Östrogenrezeptor , Progesteronrezeptor , Uterus , Diöstrus , Anöstrus
Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Klinik für Geburtshilfe, Gynäkologie und Andrologie der Groß- und Kleintiere mit Tierärztlicher Ambulanz
Fachgebiet: Veterinärmedizin
DDC-Sachgruppe: Landwirtschaft
Dokumentart: Dissertation
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 26.01.2001
Erstellungsjahr: 2001
Publikationsdatum: 20.11.2001
Kurzfassung auf Deutsch: Ziel vorliegender Arbeit war es, mögliche Wechselwirkungen zwischen Ovar- und Uterusfunktion durch Erfassung der Östrogen (ÖR) - und
Progesteronrezeptoren (PR) im caninen Uterus parallel zur ovariellen Östrogen- und Progesteronsekretion im Verlauf des Diöstrus und
frühen Anöstrus näher darzustellen.


Nach Entnahme von Blutproben für die Bestimmung von Estradiol-17b und Progesteron wurden jeweils 3 bis 4 Hündinnen (19 Beagle, 1
Cocker Spaniel) am 15., 30., 45., 60., 75. und 110. Tag nach der Ovulation (p.ov.) ovariohysterektomiert. Jeweils definierte Abschnitte der
beiden Uterushörner wurden sowohl für die biochemische als auch immunhistochemische Darstellung der Östrogen- und
Progesteronrezeptoren konserviert. Die biochemische Erfassung erfolgte nach Gewinnung des uterinen Zytosols mittels eines
Radioligand-Bindungs-Tests, wobei nicht zwischen Endometrium und Myometrium differenziert wurde. Die Berechnung der
Rezeptorkonzentrationen und Assoziationskonstanten erfolgte mittels Scatchard Plot.
Anhand von Gefrierschnitten wurden die Östrogen- und Progesteronrezeptoren immunhistochemisch dargestellt (monokl. Maus IgG anti
hum. ER: 6F11, LOXO; monokl. Maus IgG2a anti hum. PR: 1408, IMMUNOTECH) und deren Verteilung im Endometrium und Myometrium
analysiert. Die Auswertung erfolgte durch Auszählen der Rezeptor-positiven und -negativen Zellen im luminalen Epithel, in den
oberflächlichen und tiefen Drüsenepithelien sowie semiquantitativ im Myometrium, in der Gefäßschicht und in der Serosa.


Die im Ligand-Bindungs-Test gemessenen Östrogen- und Progesteronrezeptor-konzentrationen zeigten vom Tag 15 auf Tag 30 p.ov.
einen starken Rückgang. Vom 30. bis zum 45. (PR) bzw. 60. (ÖR) Tag p.ov. wiesen die Rezeptorgehalte bei fallenden, aber im Vergleich
zum Anöstrus noch erhöhten Progesteronwerten einen Tiefststand auf. Parallel zu den im späten Diöstrus auf Basalniveau sinkenden
Progesteronspiegeln fand ein bis zum Anöstrus fortdauernder Anstieg der Rezeptorkonzentrationen statt; sie erreichten hier maximale
Werte. Die Konzentrationen der Östrogen- und Progesteronrezeptoren verliefen im Untersuchungszeitraum gleichsinnig und waren mit den
Progesteronkonzentrationen im Plasma negativ korreliert.

Am 15. Tag p.ov. ließen sich lediglich in den tiefen Drüsenepithelien des Endometriums Östrogenrezeptoren immunhistochemisch in
großer Zahl nachweisen; ihr Anteil ging im mittleren Diöstrus deutlich zurück. Im Gegensatz dazu war an den gleichen Tagen im luminalen
Epithel und im Epithel der oberflächlichen Drüsen der Anteil Östrogenrezeptor-positiver Zellkerne deutlich niedriger. In Übereinstimmung
mit den Ergebnissen des Ligand-Bindungs-Tests stieg die Zahl der Östrogenrezeptoren am Tag 60 p.ov. in den oberflächlichen und tiefen
Drüsen an, im luminalen Epithel erfolgte ein entsprechender Anstieg am Tag 75 p.ov.. Am 75. und 110. Tag p.ov. waren bei maximaler
Färbeintensität in allen Epithelzellen die Unterschiede zwischen den Lokalisationen weitgehend aufgehoben. Die Fibrozyten des
endometrialen Stromas erwiesen sich an den Tagen 30, 45 und 60 p.ov. als Östrogenrezeptor-negativ. Hinweise auf das Vorkommen von
Östrogenrezeptor-positiven Fibrozyten ergaben sich an den Tagen 15, 75 und 110 p.ov. vor allem in unmittelbarer Nähe
Östrogenrezeptor-positiver Endometriumdrüsen. Für das Myometrium fanden sich geringe Mengen Östrogenrezptoren in der äußeren
Längsmuskelschicht und bei den Proben vom 75. und 110. Tag p.ov. auch in der Ringmuskelschicht, während sie in der Gefäßschicht bis
auf wenige Ausnahmen nicht nachweisbar waren.

Die Immunfärbung der Progesteronrezeptoren fiel insgesamt stärker und differenzierter aus. Qualitativ war jedoch in den Drüsenepithelien
des Endometriums eine mit den Östrogenrezeptoren nahezu identische Verteilung feststellbar. Von den Fibrozyten gingen
Progesteronrezeptor-positive Signale im gesamten Untersuchungszeitraum aus, sie waren jedoch am 60., 75. und 110. Tag p.ov. stärker
ausgeprägt. Im Myometrium waren bei allen Proben Progesteronrezeptoren zu verzeichnen, in der Gefäßschicht konnten sie in erster Linie
den Arterien zugeordnet werden.

Die vorliegenden Ergebnisse belegen die hormon- bzw. zyklusabhängige Regulation der Östrogen- und
Progesteronrezeptorkonzentrationen. Sie zeigen darüber hinaus, daß die Aufregulierung der Steroidhormonrezeptoren am Ende des
Diöstrus und Beginn des Anöstrus unter einer anderen hormonellen Konstellation erfolgt als im Östrus.
Kurzfassung auf Englisch: In order to gain further information on interactions between ovarian and uterine functions the expression of oestrogen and progesterone
receptors in the canine uterus was determined parallel to the assay of oestrogen and progesterone concentrations in peripheral plasma
during the course of dioestrus and early anoestrus.


20 bitches were divided into six groups of three to four bitches which were ovaryhysterectomized on days 15, 30, 45, 60, 75 and 110 after
ovulation (p.ov.). Defined sections of both uterine horns were conserved for biochemical and immunohistochemical receptor determination.
Biochemical determination was by radio-receptor-assay and saturation-analysis using an uterine cytosolic preparation; determination of
receptorconcentrations and association constant was by Skatchard plot analysis.


For immunohistochemical receptor determination cryo-sections were prepared using the monoclonal mouse IgG anti hum. ER 6F11,
LOXO, and monoclonal mouse IgG 2a anti hum. PR 1408, IMMUNOTEC, as primary antibodies. Evaluation was based on the
determination of positive nuclear staining; evaluation in myometrium and stroma was semi-quantitative, it was quantitative by determining
receptor positive and negative nuclei in the luminal, the superficial and the basal glandular epithelium.


Oestrogen- and progesterone receptors as determined by radio-receptor-assay decreased from day 15 to day 30 p.o.. Lowest values were
reached on days 30 and 45 p.ov. (progesterone receptor) and day 60 p.ov. (oestrogen receptor), respectively. Concomitant with the
decrease of progesterone during late dioestrus, receptor concentrations increased towards anoestrus, reaching maximum values during
this period of time. The course of oestrogen- and progesterone receptor concentrations was positively correlated, and negatively correlated
(both receptors) to the course of progesterone concentrations in plasma.
As determined by immunohistochemistry on day 15 p.o. significant amounts of oestrogen receptors could only be detected in the basal
glands; there the percentage of positive stained nuclei decreased towards days 30 and 45 p.ov.. Compared to the basal glands the
percentage of oestrogen receptor positive nuclei in the luminal epithelium and in the superficial cells was distinctly lower on day 15 p.o.. In
agreement with the results obtained by radio-receptor-assay the percentage of oestrogen receptor positive cells in the superficial and
basal glands was again increased on day 60 p.o., a respective increase in the luminal epithelium was observed on day 75 p.o.. With
maximum values no distinction between the three localisation could be made on days 75 and 110 p.o.. Nuclei of fibrocytes where negative
for oestrogen receptors on days 30, 45 and 60 p.o., slightly positive results, particularly in the vicinity of oestrogen receptors positive
endometrial glands, were observed on days 15, 75 and 110 p.o.. At all time points investigated the stratum longitudinare of the myometrium
showed few positive nuclear stainings, the stratum circulare was only slightly positively stained on days 75 and 110 p.ov..


Compared to the staining of the oestrogen receptor immunostaining of the progesterone receptor yielded a stronger and more
differentiated signal. However, on a qualitative basis receptor changes in the endometrium followed the same pattern. At all times of
investigations positively stained fibrocytes could be detected, with the signal being highest on days 60, 75 and 110 p.o.. Similarly the
myometrium stained positive at all points of investigation. The obtained results clearly demonstrate the hormone and cycle dependent
expression of uterine oestrogen and progesterone receptors. Based on the different hormonal profiles during prooestrus, oestrus and at the
end of dioestrus/begin of anoestrus, it is further postulated that the upregulation of sex hormone receptors at the onset of anoestrus is
differently controlled compared to the upregulation during oestrus.