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Therapeutika des neuropathischen Schmerzes blockieren den TTX-resistenten Natriumkanal des peripheren nozizeptiven Systems

Dreimann, Marc


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Freie Schlagwörter (Deutsch): Therapeutikum , neuropathischer Schmerz , TTX-resistenter Natriumkanal
Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Physiologisches Institut
Fachgebiet: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin
Dokumentart: Dissertation
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 17.08.2001
Erstellungsjahr: 2001
Publikationsdatum: 29.10.2001
Kurzfassung auf Deutsch: Systemisch applizierte Natriumkanalblocker können die Schmerzsymptomatik bei bestimmten Schmerzformen verbessern, der hier
zugrunde liegende Mechanismus ist jedoch unverstanden. Pathophysiologisch spielen TTX-resistente Natriumkanäle eine entscheidende
Bedeutung für die Entstehung von ektopen Impulsen, die letztendlich zu neuropathischen Schmerzsyndromen führen. In der vorliegenden
Arbeit wurden Ströme durch oben erwähnte Ionenkanäle mit Hilfe der Patch-clamp Methode in whole-cell Konfiguration an enzymatisch
dissoziierten DRG-Zellen erwachsener Ratten aufgezeichnet. Hier wurde die Wirkung verschiedener klinisch eingesetzter
Natriumkanalblocker an den Natriumkanälen ausgetestet. Dabei wurde besonderen Wert auf die Auswirkung von
Membranpotentialänderungen auf die halbmaximale Blockierungskonzentration (IC50) gelegt. IC50-Werte wurden durch
Konzentrations-Blockierungs-Kurven bei Haltepotentialen von -90 , -70 und -60 mV bestimmt.


Lidocain, Mexiletin und Amitriptylin blockierten den TTX-resistenten Natriumkanal konzentrationsabhängig und use-dependent. Die
Medikamente Carbamazepin und Memantin blockierten nicht use-dependent, Gabapentin zeigte keinen Effekt bis zu einer Konzentration
von 3 mmol/l. Weiterhin reduziert sich der TTX-resistente Natriumstrom bei Depolarisation des Membranpotentials ohne blockierende
Substanzen nur geringfügig.


Daraus läßt sich folgern, daß ein weniger negatives Membranpotential und repetitive Aktivität die Sensitivität des TTX-resistenten
Natriumkanales für die Medikamente Lidocain, Mexiletin und Amitriptylin erhöhen, so daß die in der klinischen Therapie erreichten
systemischen Konzentrationen die Kanalfunktion beeinflussen. Diese Kanaleigenschaft kann eine Verringerung des Schmerzempfindens
durch reduzierte Aktivität der ektopen Zentren ohne Beeinflussung von zentralen oder kardialen Erregungen erklären.