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Klinische Untersuchungen zur Wirksamkeit von Mundschleimhautsalben : Eine Doppelblindstudie mit DONTISOLON

Ludwig, Michael


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Freie Schlagwörter (Deutsch): Mundschleimhautsalbe , Mundschleimhaut , Dontisolon
Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Zentrum für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde, Abteilung für Paradontologie
Fachgebiet: Zahnmedizin
DDC-Sachgruppe: Medizin
Dokumentart: Dissertation
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 07.06.2001
Erstellungsjahr: 2001
Publikationsdatum: 25.10.2001
Kurzfassung auf Deutsch: Gerade in den letzten Jahren gewinnt die Parodontalbehandlung aufgrund der ständig wachsenden Zahl von Patienten mit
Zahnfleischerkrankungen für den Zahnarzt immer mehr an Bedeutung.

Das Ausmaß der Erkrankung und die Notwendigkeit einer gezielten Therapie verlangen vom Zahnarzt genaue Kenntnisse über die
verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten der Parodontopathien.

Neben prophylaktischen Maßnahmen muß es in jedem Fall Ziel der Behandlung sein, den die Infektion unterhaltenden Entzündungsprozeß
schnell zur Remission zu bringen. Darüber darf aber keineswegs die Suche nach den auslösenden Ursachen und deren Beseitigung
vergessen werden. Unkritische und durch vorübergehende Besserung des Zustandes die Diagnose bisweilen verschleiernde "Salbungen
und Pinselungen" können hier fatale Konsequenzen zeigen, da sie auf keinen Fall einen Ersatz für notwendige gezielte
Hygienemaßnahmen darstellen.

Die hier zur Diskussion stehende Lokalbehandlung von entzündlichen und infektiösen Geschehen ist grundsätzlich als zusätzliche, den
Heilungsprozeß unterstützende und beschleunigende Maßnahme zu verstehen, dem die Beseitigung primär auslösender Faktoren
übergeordnet bleibt. Ohne gründliche Zahnstein- und Konkremententfernung und ohne eine ausführliche Instruktion und Motivation des
Patienten ist jede Therapie der Parodontopathien illusorisch.

Dabei stellt sich jedoch die Frage, inwiefern ein Medikament eine instrumentelle Lokalbehandlung vorbereiten bzw. weitergehende
Behandlung erst ermöglicht, somit den Therapieerfolg verbessert, die Dauer der Behandlung abkürzt und die subjektiven Beschwerden des
Patienten zum Abklingen bringt.

In der vorliegenden Arbeit wird anhand der klinischen Untersuchung von 90 Patienten mit Parodontopathien die Pharmakodynamik eines
Kombinationspräparates sowie dessen Einzelkomponenten untersucht und beschrieben, um hieraus die Wirksamkeit der Monosubstanzen
bei verschiedenen Indikationen aufzuzeigen.

Wir untersuchten in einer Doppelblindstudie und stellten fest, daß das Kombinationspräparat 'Dontisolon M' (Salbe A) in der
therapeutischen Wirkungsweise den Einzelkomponenten (Salben B, C, D, E) überlegen war. Lediglich die Einzelkomponente Neomycin
(Salbe C) und in einigen Fällen die Einzelkomponente Prednisolon (Salbe D) konnte im Bereich der Messungen der Blutungs- und
Plaqueindices (PBI, SBI, API) überzeugende Meßergebnisse liefern. Das Einsatzgebiet des Originalpräparates (Salbe A) liegt nach den
durchgeführten Messungen (PBI, SBI, API) bei der profunden Form der Parodontitis, d. h. bei Entzündungen mit Taschentiefen mit mehr als
5 mm. Auch bei der Auswertung der Variablen Sulcusfluidfließrate und Zahnfleischfarbe zeigte das Kombinationspräparat vor dem
Monopräparaten 'Prednisolon' und 'Neomycin' die am deutlichsten verbesserten Werte. Bei der antiseptischen Einzelkomponente (Salbe
B) und der Salbengrundlage (Salbe E) hatten wir den Eindruck, daß die Meßwertverbesserungen vor allem durch die Motivation der
betreffenden Patienten zu einer intensiveren häuslichen Mundhygienemaßnahme erfolgte.

Hiermit lassen sich auch die teilweise aufgetretenen Verbesserungen der Meßwerte im 'Nicht-Entzündungsbereich' erklären, wobei noch
zusätzlich ein Medikamententransport im Mundbereich durch das Medium Speichel in Betracht zu ziehen ist.