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Vergleichende Untersuchung zweier verschiedener Dosisanordnungen der Galvanisation auf das Modell des experimentell erzeugten ischämischen Muskelschmerzes am Menschen

Fietz, Stephanie


pdf-Format: Dokument 1.pdf (301 KB)

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Freie Schlagwörter (Deutsch): Galvanisation , Muskelschmerz , Mensch
Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Kerkhoff-Klinik GmbH, Professur für Rheumatologie, Physikalische Medizin und Balneologie, Bad Nauheim
Fachgebiet: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin
Dokumentart: Dissertation
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 06.08.2001
Erstellungsjahr: 2001
Publikationsdatum: 11.10.2001
Kurzfassung auf Deutsch: Der schmerzlindernde Effekt des Gleichstroms ist seit langem bekannt und wird therapeutisch genutzt. Eine Klärung des
zugrundeliegenden Mechanismus ist noch nicht befriedigend gelungen. Während der Gleichstromapplikation kommt es zur Ausbildung
eines Hauterythems als Ausdruck einer neurogenen Entzündung durch chemische Reizung der Capsaicin-sensitiven polymodalen
Nozizeptoren.


Die Parallelität zwischen Ausbildung des galvanischen Erythems und analgetischer Wirkung in der Tiefe infolge Gleichstrombehandlung
weisen auf einen ähnlichen Entstehungsmechanismus hin, als dessen Erklärungsmodell das Konzept der neurogenen Entzündung und
antidromen Vasodilatation dient.


Anhand des experimentell erzeugten ischämischen Muskelschmerzes läßt sich die analgetische Wirkung der Gleichstromtherapie
objektivieren und eine Optimierung für die praktische Anwendung ableiten: Bei Halbierung der sensibel-schwelligen Stromstärke und
gleichzeitiger Verdoppelung der Applikationsdauer tritt eine signifikante Verstärkung der Analgesie auf. Bei gleich gewählter galvanischer
Dosis ist somit der Zeitfaktor für die Erythembildung und nachfolgende Analgesie von vorrangiger Bedeutung.


Hieraus lassen sich wertvolle Erkenntnisse für die rheumatologische Schmerzbehandlung ableiten. Die Galvanisationstherapie alleine oder
in Kombination mit anderen physikalisch-medizinischen Therapieverfahren erfährt in dieser modifizierten Anwendung - Verlängerung der
Applikationszeit bei gleichzeitiger Reduktion der Stromstärke unter die sensible Schwelle - eine Verbesserung der schmerzlindernden
Wirkung.


Bei den Versuchsteilnehmern ist ein geschlechtsspezifischer Effekt mit einer signifikant erhöhten Schmerzschwelle für Männer zu erkennen.
Nicht belegt werden kann hingegen ein Einfluß durch Östrogeneinnahme bei den weiblichen Probanden. Darüberhinaus findet sich kein
überadditiver Effekt durch die Galvanisationsbehandlung.