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Untersuchung verschiedener klinischer, hämatologischer, serologischer und immunologischer Parameter bei Katzen mit Katzenschnupfen

Bildhauer, Christian


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Freie Schlagwörter (Deutsch): Katze , Katzenschnupfen
Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Medizinische und Gerichtliche Veterinärklinik I, Innere Krankheiten der Kleintiere, und Institut für Virologie
Fachgebiet: Veterinärmedizin
DDC-Sachgruppe: Landwirtschaft
Dokumentart: Dissertation
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 08.08.2001
Erstellungsjahr: 2001
Publikationsdatum: 25.09.2001
Kurzfassung auf Deutsch: In der vorliegenden Arbeit konnten bei 30 Katzen mit einer Katzenschnupfensymptomatik, die aufgrund ihres klinischen Befindens in drei
verschiedene Krankheitsgruppen eingeteilt wurden, Unterschiede bei verschiedenen hämatologischen, serologischen und
immunologischen Parametern herausgearbeitet werden.


Die mittleren Leukozytenwerte aller Patientengruppen lagen signifikant höher als jene der Kontrolltiere, aber nicht sehr hoch oberhalb des
Referenzbereichs der Medizinischen und Gerichtlichen Veterinärklinik I.


Unter den kranken Katzen lag der Anteil der FeLV-positiven Katzen bei 10 % (3/30). Es wurde nur ein FIV-positives Tier gefunden,
Doppelinfektionen kamen nicht vor, während unter den Kontrolltieren keine Retrovirusinfektionen nachgewiesen wurden. Die Katzen aller 4
Gruppen wiesen positive FCoV-Titer auf, die mit p < 0,05 statistisch schwach signifikante Unterschiede aufwiesen. In der Abstufung der
Mittelwerte lag die Gruppe 3 mit den am schwersten erkrankten Tieren vor der Gruppe 2 mit nur leichten Katzenschnupfensymptomen, der
Gruppe 1 mit den zur Zeit nicht klinisch kranken Katzen, die aber früher bereits Katzenschnupfensymptome gezeigt hatten, und der Gruppe
mit den gesunden Kontrolltieren.


Die Untersuchung auf neutralisierende Antikörper gegen das FHV 1 ergab positive Titer bei 33 % (5/15) der Kontrollkatzen, 57 % (4/7) der
asymptomatischen Katzen, 72 % (8/11) bei den Tieren mit einer leichteren Symptomatik sowie 81,8 % (9/11) in der Gruppe der klinisch
schwer kranken Katzen. Die Unterschiede zwischen den Gruppen waren mit p < 0,05 schwach signifikant. Auch hier wurden die niedrigsten
Mittelwerte in der Kontrollgruppe gefunden, ansonsten war die Reihung genau umgekehrt, denn es folgten die Gruppe 1, Gruppe 2 und die
Gruppe 3.


Die Immunphänotypisierung der Lymphozytensubpopulationen ergab für die Pan T-, sowie die CD8-markierten Zellen keine signifikanten
Unterschiede zwischen den einzelnen Gruppen.


Der prozentuale Anteil der CD4-Zellen der Katzen der Gruppe 1 lag etwas niedriger als jener der Kontrollgruppe, während in der Gruppe 2
signifikant niedrigere Werte als in den übrigen Gruppen gefunden wurden.


Der mittlere CD4-CD8-Quotient der Katzen aus der Gruppe 2 lag unter denen aller anderen Gruppen, wobei sich der Unterschied zur
Kontrollgruppe mit p < 0,01 als signifikant und zur Gruppe 1 mit p < 0,05 als schwach signifikant darstellt.


Die B-Lymphozytenzahlen der am schwersten erkrankten Katzen der Gruppe 3 waren gegenüber allen Gruppen deutlich erhöht, und zwar
gegenüber den Katzen der Gruppe 1 mit p < 0,01 signifikant, gegenüber der Gruppe 2 mit p < 0,05 schwach signifikant


Die durchgeführten Lymphozytenproliferationstests ergaben, daß alle eingesetzten FHV-1-Zubereitungen bei den Lymphozyten einiger
Katzen antigene Wirkung zeigten und Proliferationsreaktionen auslösten. Die meisten positiven Reaktionen wurden durch
formalininaktiviertes Virus induziert. Durch formalininaktiviertes FHV 1 ausgelöste Reaktionen waren im Durchschnitt geringgradig höher
als jene, die durch UV-inaktiviertes Virus ausgelöst wurden, während durch virulentes FHV 1 nur bei Katzen Reaktionen erzielt wurden, die
auch auf formalininaktiviertes Virus reagierten und die zusätzlich unter einer Retrovirusinfektion litten.


Während in der Kontrollgruppe 5/15 Katzen positive Stimulationsindizes nach Stimulation mit den verschiedenen FHV-1-Zubereitungen
zeigten, wurde in der Gruppe 1 (der zur Zeit klinisch gesunden Katzen) keine Stimulationsreaktion (0/7 Tieren) durch eine
FHV-1-Zubereitung ausgelöst.


In der Gruppe 2 (die Katzen mit leichterer Schnupfensymptomatik) wurde bei 4/11 Tieren und in der Gruppe 3 (den schwerer kranken
Katzen) bei 5/12 Katzen positive Stimulationsindizes gefunden.


Insgesamt gesehen waren die Stimulationsreaktionen auf die eingesetzten FHV-1-Zubereitungen relativ niedrig. Weder die Höhe der
gefundenen Stimulationsindizes noch die Reaktion auf eine der Zubereitungen waren spezifisch für eine Zuordnung zu einer der drei
Patientengruppen mit Ausnahme der Reaktionen auf nicht inaktiviertes FHV 1, die nur bei FeLV- oder FIV-positiven Katzen gefunden
wurden.


Als Gesamtergebnis der vorgelegten Arbeit kann festgehalten werden, daß die bei den Katzen durchgeführten Einmaluntersuchungen
sowohl klinischer als auch labordiagnostischer Parameter Unterschiede zwischen, aber auch innerhalb der einzelnen Gruppen aufzeigten.
Hieraus ergeben sich Ansatzpunkte, um in folgenden Studien bei Katzen erweiterte Verlaufsuntersuchungen durchzuführen.
Kurzfassung auf Englisch: On the basis of their clinical presentation thirty cats with symptoms of an upper respiratory infection were grouped into three disease
groups. Various hematologic, serologic and immunologic parameters were determined and observed differences are discussed in this
thesis.


The leukocyte counts in all three patient groups were significantly higher than those of control animals. However, the values were not
markedly raised above the reference values given in Medizinische und Gerichtliche Veterinärklinik I.


Ten percent (3/30) of the sick cats tested positive for Feline Leukemia Virus (FeLV) and one cat was found to be positive for Feline
Immunodeficiency Virus (FIV), but no double infections were found. In the control group of cats, neither retrovirus was detectable. Cats of all
four groups had positive titers for Feline Enteric Coronavirus (FCoV). The differences in titers were weakly significant with p < 0.05. When
the mean values were ordered, the third group, cats with severe symptoms of upper respiratory disease, came in front of the second group,
cats with only mild symptoms, and the first group, cats currently clinically healthy but with a previous history of upper respiratory disease,
and finally the control group, healthy cats.


The neutralizing antibody titers for Felid Herpesvirus 1 (FHV-1) were determined. Only thirty three percent (5/15) of the cats in the control
group had positive titers, compared to fifty seven percent (4/7) of the asymptomatic cats, seventy two percent (8/11) of the cats with mild
symptoms of upper respiratory disease and eighty two percent (9/11) of the severely sick cats. The variations found were weakly significant
with p < 0.05. Again, the lowest mean value was found in the control group. Otherwise the order of the mean values was reversed, in that
group one, group two and group three followed.


The phenotype of lymphocyte subpopulations was analysed and no significant differences for pan T- and CD8-cells were found in the
different groups of cats.


All cats in group two had a lower mean CD4-CD8 ratio compared to any of the other cats. The difference to the control group was found to
be significant with p < 0.01 and weakly significant to group one with p < 0.05.


Cats with severe disease in group three had the highest number of B cells compared to all other groups of cats. The increase in B-cells was
significant or weakly significant since comparison with cats from group one showed p < 0.01 and with cats from group two p < 0.05,
respectively.


The antigenic effect of various preparations of FHV-1 was tested through a lymphocyte proliferation assay. Lymphocytes from some cats
reacted to all types of FHV-1 preparations tested. Formalin-inactivated virus induced the highest positive rections, and these values were
found to be slightly higher than those seen with UV-inactivated virus. Virulent FHV-1 acted only as a stimulant on lymphocytes isolated from
cats infected with a retrovirus and whose lymphocytes had also shown reactivity to formalin-inactivated virus.


While lymphocytes from 5/15 control cats reacted positively after stimulation with the different FHV-1 preparations, none (0/7) of the group
one lymphocytes (isolated from clinically healthy cats) could be stimulated with any FHV-1 preparation. In group two (cats with mild
disease), lymphocytes from 4/11 cats responded to the FHV-1 stimulus, and in group three (severely sick cats) lymphocytes from 5/12 cats
reacted positively to FHV-1.


In general, all proliferation assays produced relatively low values. Neither the magnitude of the stimulation indices nor the response to the
type of FHV-1 preparation was specific for any of the three patient groups. The only exception was the reaction to non-inactivated FHV-1,
which only occurred in cats either positive for FeLV or FIV.


In summary, in single examinations of four different groups of cats a wealth of clinical as well as of laboratory diagnostic parameters were
collected. Differences were observed not only between the different groups of cats but also within each group of cats. The findings will allow
the design of future long-term studies of cats with symptoms of an upper respiratory infection.