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Das R-J Handröntgenstadium als Indikator für abgeschlossenes Kieferwachstum : Eine röntgenkephalometrische Studie

Vydra, Maria


pdf-Format: Dokument 1.pdf (1.694 KB)

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Freie Schlagwörter (Deutsch): R-J Handröntgenstadium , Kieferwachstum
Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Medizinisches Zentrum für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde, Abt. Kieferorthopädie
Fachgebiet: Zahnmedizin
DDC-Sachgruppe: Medizin
Dokumentart: Dissertation
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 27.08.2001
Erstellungsjahr: 2001
Publikationsdatum: 24.09.2001
Kurzfassung auf Deutsch: Ziel dieser Untersuchung war es festzustellen, ob nach Eintreten des Handröntgenstadiums R-J (vollständige knöcherne Vereinigung der
Epiphyse und Diaphyse des Radius) noch sagittales und/oder vertikales, basales und dentoalveoläres Kieferwachstum stattfindet, und wie
groß dieses Wachstum ist.

Im speziellen sollten folgende Fragen beantwortet werden:

Ist das Ausmaß des Kieferwachstums nach Eintreten des Stadiums R-J, wenn überhaupt vorhanden, so groß, daß es eine praktische
Bedeutung für Kieferorthopädie, Kieferchirurgie oder Implantologie hat?

Ist das Handröntgenstadium R-J als Indikator für abgeschlossenes Kieferwachstum weiterhin geeignet?

Handröntgenbilder sowie zeitgleich aufgenommene Fernröntgenseitenbilder des Kopfes (FRS) von 56 Probanden (31 männlichen und 25
weiblichen) im Alter von 14 bis 21 Jahren wurden ausgewertet. Es lagen FRS von bis zu fünf Jahren nach Eintritt des R-J-Stadiums vor.
Acht Meßvariablen (drei basale sagittale, zwei basale vertikale, zwei dentoalveoläre vertikale und eine basale diagonale) wurden auf ihre
Veränderung in einzelnen Zeitabschnitten (1 Jahr vor bis 1-5 Jahre nach Eintritt des R-J-Stadiums) untersucht. Es wurde mit einer
Genauigkeit von 0,5mm gemessen. Der Methodenfehler lag im Mittel bei 0,72mm.


Die Untersuchung kam zu folgenden Ergebnissen:


Auch wenn innerhalb von zwei Jahren nach eingetretenem R-J-Stadium 81% der Probanden Wachstumsveränderungen von weniger
als einem Millimeter aufwiesen:

traten sagittale basale Wachstumsveränderungen von 0,5mm bis 2,5mm der Schädelbasislänge, der Mandibulalänge und der
Maxillalänge bei etwa 30% der Probanden auf.

traten vertikale basale Wachstumsveränderungen von 0,75mm bis 2,5mm bezüglich der Maxillahöhe bei 3,3% und in der
Mandibulahöhe bei 20% der Probanden auf.

traten vertikale dentoalveoläre Wachstumsveränderungen von 0,75mm bis 2,5mm in Mandibula und Maxilla bei etwa 28% der
Probanden auf.

trat diagonales basales Schädelwachstum von 0,5mm bis 2,25mm bei 73,3% der Probanden auf.


Da Wachstumsveränderungen der Größenordnung unter 1mm weder für die Kieferorthopädie noch für die Kieferchirurgie eine
praktische Bedeutung haben, eignet sich das Handröntgenstadium R-J für diese Bereiche (in den meisten Fällen) weiterhin als
Indikator für abgeschlossenes Wachstum.


Lediglich in der Zahnimplantologie kann schon ein vertikales dentoalveoläres Wachstum von 0,5mm kritisch sein. Es empfielt sich
deshalb, bei der Planung eines Zahnimplantates mit der Implantatinsertion noch einige Jahre nach Eintreten des R-J-Stadiums zu
warten, um eine Stufenbildung zwischen Implantat und natürlichem Nachbarzahn zu vermeiden.

Kurzfassung auf Englisch: The purpose of this study was to determine if sagittal or vertical, skeletal or dentoalveolar facial-growth takes place after the occurence of
the handwrist-stage R-J (complete union of the radius epipysis and diaphysis).

The following questions were of interest:


Is the dimension of facial growth after the occurence of the handwrist-stage R-J -if existing at all- of such an extent, that it has any
importance in orthodontics, orthognathic-surgery or implantology?

Is the R-J stage still a reliable indicator for completed facial growth?


Handwrist and profile roentgenograms from 56 subjects (31 male and 25 female) aged 14 to 21 years were examined. The profile
roentgenograms were taken up to five years after the handwrist-stage R-J had occured. Eight cephalometric distances (three sagittal, four
vertical and one diagonal) were recorded and the changes during different examination-periods (1 year before to 1-5 years after the
R-J-stage) were assesed. The accuracy of the measurements was 0.5mm The method error was 0.72mm, on average.


The investigation revealed the following results:


Although 81% of the subjects showed growth-changes of less than 1mm during the time-period of two years after the occurance of
R-J:

sagittal skeletal growth changes between 0.5mm and 2.5mm were noticed for skull base length in 46.7%, for mandibular length
in 33.3%, and for maxillar lentgh in 30% of the subjects.

vertical skeletal growth changes between 0.75mm and 2.5mm were noticed for maxillary height in 3.3% and for mandibular
height in 20% of the subjects.

vertical dentoalveolar growth changes between 0.75mm and 2.5mm were noticed for the mandibula in 20% and for the maxilla
in 36.7% of the subjects.

diagonal skeletofacial growth changes between 0.5mm and 2.25mm were seen in 73.3% of the subjects.


Since growth changes of less than 1mm have no practical importance in orthodontics and orthognathic surgery, the hand-wrist-stage
R-J is (in most cases) still reliable as an indicator for completed facial growth.


Only in tooth-implantology a vertical dentoalveolar growth of 0.5mm may be critical. Thus, when planing a tooth-implant, it is
recommended to wait some years after the occurence of R-J before placing the implant, to avoid a vertical step between the implant
and natural neighbouring tooth.