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Konnatale und nosokomiale Infektionen bei neonatalogischen Intensivpatienten

Peine, Christian Karl Reinhard


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Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Medizinisches Zentrum für Kinderheilkunde, Abt. Allgemeine Pädiatrie und Neonatalogie
Fachgebiet: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin
Dokumentart: Dissertation
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 08.12.2000
Erstellungsjahr: 2000
Publikationsdatum: 24.09.2001
Kurzfassung auf Deutsch: Analyse der Infektionen einer Neonatologischen Intensivstation retrospektiv von Januar 1987 bis September 1989: Konnatale
Infektionen(n=492):Inzidenz 14 %, Letalität 8,5 % (n=71). Keine letale konnataler Sepsis. Die Letalität konnataler Pneumonien sank von 19
% auf 7 %. durch verbesserte räumliche und personelle Bedingungen. Erreger in Blutkultur oder Trachealaspirat waren koagulase-negative
Staphylococcen (31%), Pseudomonas (10 %), B-Streptococcen, E. coli Staphylococcus aureus (je 9 %) (n=77). Kein eindeutiger
Erregerwechsel. In dem ersten Jahr der prospektiven Untersuchung von Trachealaspirat oder Rachenabstrich auf Mykoplasmen und
Chlamydien erwiesen sich diese mit 27 % vor B-Streptococcen und Pseudomonas (je 18 %) als die häufigste Ursache einer konnatalen
Pneumonie (n=22). Bei einer Kolonisationsrate von 22 % erkrankte weniger als ein Drittel an einer manifesten Pneumonie, die in keinem
Fall letal endete. Die generelle Ergänzung der postnatalen kalkulierten Antibiotikatherapie um Erythromycin erscheint nicht gerechtfertigt.
Risikofaktoren einer konnatalen Infektion waren ein Geburtsgewicht <2000g oder eine Geburt vor der 32. Schwanger-schaftswoche, jedoch
nicht der Nachweis pathogener Keime aus dem Zervixabstrich der Mutter (46/465) oder ein Blasensprung mehr als 12 h vor der Geburt.


Nosokomiale Infektionen: Inzidenz 12,6 % (62/492). Rezidivinfektionen bei 38 % (24/62); Letalität 14,5 %. Eine vitale Gefährdung ging
signifikant nur für Frühgeborene (<=32 SSW) von einer Pneumonie aus. Erreger in Blutkultur oder Trachealsekret waren
koagulase-negative Staphylococcen (39 %), Pseudomonas (16 %), Acinetobacter (9 %), sowie Enterococcen und E. coli (4-5 %);(n=132).
Umbaumaßnahmen, ärztlicher Schichtdienstes und eine erweiterte pflegerische Personalbesetzung führte 1989 zu einer Senkung der
Inzidenz um ca. 50%.


Risikofaktoren: Geburtsgewicht <2000 g, Gestationsalter < 33 Wochen, Langzeitbeatmung >5 Tage, Atemnotsyndrom, Liegedauer des
Nabelarterienkatheter >3 Tage, ZVK. Die Kathetersepsis verursachten in 66 % der Fälle koagulase-negative Staphylococcen.


Resistenzen: Koagulase-negative Staphylococcen zunehmend gegen Cefazolin. Zeitweise Gentamycinresistenz der Pseudomonaden.


Pathologisches CRP oder I/T stellte vor allem bei Frühgeborenen einen zwar sensitiven (0,9) aber wenig spezifischen (0,3) Indikator für
eine konnatale Infektion dar. Zuverlässiger wiesen die Parameter, insbesondere bei reiferen Neugeborenen, mit einer Sensitivität von 0,82
und einer Spezifität von 0,85 auf eine nosokomiale Infektion hin.