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Ultraschallscreening der Nieren und des Harntraktes bei Neugeborenen

Klein, Katja


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Freie Schlagwörter (Deutsch): Ultraschallscreening , Niere , Neugeborenes , Harntrakt
Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Medizinisches Zentrum für Radiologie
Fachgebiet: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin
Dokumentart: Dissertation
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 15.08.2001
Erstellungsjahr: 2001
Publikationsdatum: 03.09.2001
Kurzfassung auf Deutsch: m Neugeborenenalter sind Harntransportstörungen (HTS) und Nierenanomalien meist asymptomatisch. Unerkannte obstruktive Uropathien
können jedoch im Laufe der Entwicklung schwere Schädigungen des Nierenparenchyms verursachen.


Fragestellung: Wie hoch ist die Inzidenz von Harntransportstörungen und Nieren- bzw. Harnwegsfehlbildungen im Neugeborenenkollektiv
der Universitätsfrauenklinik Gießen der Jahre 1985-1994? Welche möglichen Beziehungen bestehen zwischen geburtshilflichen
Parametern bzw. Risikofaktoren und dem Auftreten von Nieren- und Harnwegsbefunden?


Methode: Insgesamt wurden 11887 Neugeborene (von 12961 Geburten) der Jahre 1985-1994 der Universitäts-Frauenklinik Giessen im
Rahmen des Neugeborenenscreenings (Hüfte/Niere/Hirn) zwischen dem 3. und 10.Lebenstag in einer standardisierten Vorgehensweise
sonographiert. Diese schriftlich und bildlich dokumentierten Befunde wurden retrospektiv anhand morphologischer und morphometrischer
Kriterien ausgewertet und bezüglich geburtshilflicher Parameter untersucht. Zur Objektivierung der Dilatation des renalen Pyelons wurde
eine quantitative Einteilung in vier verschiedene Grade erstellt (HTS I.°: <= 5 mm, HTS II.°: >= 6 mm, HTS III.°: Dilatation bis in das
Nierenbeckenkelchsystem, HTS IV.°: Hydronephrose, d. h. parenchymlose Sackniere).


Ergebnisse: Es konnten insgesamt 751 Neugeborene (6,3%) mit Nierenveränderungen selektiert werden. Davon zeigten 570
Neugeborene (4,8%) Harntransportstörungen unterschiedlichen Ausprägungsgrades (HTS I.-IV.°). 71,8% (n=409) betrafen das männliche,
28,2% (n=161) das weibliche Geschlecht (p<<0,001). Frühgeborene waren prozentual häufiger von Harntransportstörungen betroffen
(p=0,01), ebenso Kinder aus Mehrlingsschwangerschaften (p<<0,001). Teilweise kombiniert mit Harntransportstörungen zeigten sich
verschiedene Nierenlage- und Nierenparenchymanomalien (Doppelnieren, Nephrokalzinosen, Hufeisennieren, Beckennieren, multizystisch
und polyzystisch dysplastische Nieren).


Schlussfolgerung: Das sonographische Nierenscreening hat als nichtinvasives, kostengünstiges Verfahren einen hohen diagnostischen
Stellenwert in der Detektion von obstruktiven Uropathien und renalen Dysplasien in der Neugeborenenperiode. Weiterführende
bildgebende Diagnostik, interventionelle Maßnahmen bei Harntransportstörungen oder definitive operative Korrekturen können so
frühzeitig geplant werden.