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URN: urn:nbn:de:hebis:26-opus-4974
URL: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2001/497/


Vergleich der Pferdehaltung in bäuerlich-ländlichen Kleinbetrieben mit derjenigen in hauptberuflichen, städtischen Pferdewirtschaftsbetrieben im Hinblick auf einen möglichen Zusammenhang mit Atemwegserkrankungen

Arndt, Swantje


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Freie Schlagwörter (Deutsch): Pferdehaltung , Pferd , Atemwegserkrankung , Kleinbetrieb , Pferdewirtschaftsbetrieb
Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Medizinische und Gerichtliche Veterinärklinik, Professur für Innere Krankheiten der Pferde
Fachgebiet: Veterinärmedizin
DDC-Sachgruppe: Landwirtschaft
Dokumentart: Dissertation
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 09.08.2001
Erstellungsjahr: 2001
Publikationsdatum: 31.08.2001
Kurzfassung auf Deutsch: Ziel dieser Arbeit war es, die Haltung von Pferden in bäuerlich-ländlichen Kleinbetrieben mit derjenigen in hauptberuflichen, städtischen
Pferdewirtschaftsbetrieben zu vergleichen und zu untersuchen, ob eventuelle Unterschiede mit der Art und Frequenz von respiratorischen
Erkrankungen korrelieren.


Dafür wurden 404 Pferde aus 87 Betrieben zufällig ausgewählt, die in den Jahren 1995 bis 1999 aufgrund respiratorischer Symptome von
der Tierärztlichen Klinik Dr. Litsch und Dr. Eversfield in Wiesbaden untersucht worden waren. Die Besitzer dieser 404 Pferde wurden über
die Haltung ihrer Tiere befragt. Die Daten konnten anhand der klinikeigenen Computerdatei ergänzt und anschließend statistisch
ausgewertet werden. Ein Vergleich der Ergebnisse mit den haltungsbedingten Ursachen von respiratorischen Erkrankungen ergab im
wesentlichen folgende Erkenntnisse:


1.In Großbetrieben dominierten akute Atemwegsprobleme deutlich vor chronischen. Ursachen waren eine höhere Bestandsgröße und
Fluktuation sowie ein größerer Anteil an Turnierreitern als in Kleinbetrieben. In Kleinbetrieben war das Risiko einer akuten
Atemwegserkrankung wesentlich geringer.

2.In Großbetrieben schienen die Haltungsbedingungen vor allem aufgrund eines längeren Aufenthaltes pro Tag im Stall schlechter im
Hinblick auf die Gesunderhaltung des Atmungstraktes zu sein als in Kleinbetrieben. Das war möglicherweise die Ursache für eine
häufigere Zahl der Untersuchungen pro Pferd in Großbetrieben.

3.Die Haltung in beiden Betriebsstrukturen wies bei einem hohen Prozentsatz der Pferde Mängel im Hinblick auf die Vermeidung von
Atemwegserkrankungen auf.

4.Drei Viertel der befragten Pferdebesitzer waren nicht bereit, während oder nach der Therapie die Haltung ihrer erkrankten Pferde zu
ändern.


Zur Prophylaxe und Therapie von Atemwegserkrankungen sollten die Besitzer noch intensiver von Tierärzten über mögliche
Gesundheitsbeeinträchtigungen durch die Pferdehaltung aufgeklärt werden, als es bisher geschehen ist.
Kurzfassung auf Englisch: The aim of this study was to compare the husbandry of horses in small-scale rural enterprises with that in large professional urban
establishments and to find out whether possible differences are connected with the kind and frequency of respiratory diseases.


404 horses from 87 enterprises, examined for respiratory problems between 1995 and 1999 by the Veterinary Clinic of Dr. Litsch and Dr.
Eversfield in Wiesbaden, were chosen at random. The owners were questioned about their animal's husbandry. These data were
combined with the clinical records and a statistical analysis performed with the following results:


1.In large enterprises acute respiratory problems clearly predominated over chronic problems. The causes are larger and more
fluctuating populations and more competition riding. In small-scale enterprises the risk of acute respiratory problems was significantly
lower.

2.From the point of view of maintaining the health of the respiratory tract, the husbandry in large enterprises appeared to be worse than
that in small ones, especially because of the longer time spent in stall per day. This possibly explains the larger number of
examinations per case.

3.The husbandry in both systems was in most cases not optimal for the prevention of respiratory disease.

4.Three quarters of owners questioned were not willing to change the husbandry of their horses, neither during nor after therapy.


To improve prevention and treatment of respiratory problems horse owners should be better informed in future by veterinarians on the
possible health implications of the animal's husbandry.