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URN: urn:nbn:de:hebis:26-opus-4958
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Das Verhalten der Okklusionsebene bei kieferorthopädischer Therapie mittels Aktivator, Tip-Edge- oder Herbst-Apparatur : Eine röntgenkephalometrische Langzeituntersuchung

Müller, Andrea


pdf-Format: Dokument 1.pdf (3.035 KB)

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Freie Schlagwörter (Deutsch): Okklusionsebene , kieferorthopädische Therapie , Herbst-Apparatur , Tip-Edge-Apparatur , Aktivator
Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Medizinisches Zentrum für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde, Abteilung Kieferorthopädie
Fachgebiet: Zahnmedizin
DDC-Sachgruppe: Medizin
Dokumentart: Dissertation
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 06.08.2001
Erstellungsjahr: 2001
Publikationsdatum: 24.08.2001
Kurzfassung auf Deutsch: Ziel der vorliegenden Untersuchung war die Ermittlung des Einflusses von drei verschiedenen kieferorthopädischen Behandlungsmethoden
(Aktivator, Tip-Edge- und Herbst-Apparatur mittels partieller (HP) oder totaler (HT) Verankerung) auf die Neigung von drei definierten
Okklusionsebenen: Oberkiefer- (OE), Unterkiefer- (UE) und funktionelle (FE) Okklusionsebene. Anhand der Auswertungen von
Fernröntgenseitenbildern des Kopfes (FRS) sollten zwei Fragen beantwortet werden:


1) Wie verändern sich die Okklusionsebenen während und nach der kieferorthopädischen Behandlung?

2) Liegt ein Zusammenhang zwischen der Veränderung der Okklusionsebenen und der Veränderung der vertikalen Kieferrelation, des
Overjets und des Overbites während und nach der kieferorthopädischen Behandlung vor?


Die Untersuchung konnte folgendes aufzeigen:

Aktivator-Gruppe: Keine der Okklusionsebenen wurde signifikant beeinflußt.

Tip-Edge-Gruppe: Während der Behandlung blieb die Neigung von OE/NSL und von FE/NSL stabil. Bedingt durch vertikale
Zahnbewegungen im Unterkiefer vergrößerte sich die Neigung von UE/NSL. Nach der Behandlung verkleinerte sich die Neigung von
UE/NSL und von FE/NSL durch rezidivierende Zahnbewegungen und normale Wachstumsveränderungen. Während der Behandlung lagen
keine Zusammenhänge zwischen den Veränderungen der Neigung der Okklusionsebenen und den Veränderungen der Kieferrelation, des
Overjets und Overbites vor. Nach der Behandlung bestanden Zusammenhänge zwischen der Verkleinerung der Neigung von UE/NSL und
der Verkleinerung des Mandibularbasiswinkels (ML/NSL) und der Vergrößerung des Overbites. Außerdem war ein Zusammenhang
zwischen der Verkleinerung der Neigung von FE/NSL und der Verkleinerung der Neigung von ML/NSL zu finden.


Herbst-Gruppen mittels partieller (HP) und totaler (HT) Verankerung: Alle Neigungen der Okklusionsebenen mit Ausnahme von
OE/NSL der HP-Gruppe wurden während der Herbst-Behandlung durch vertikale Zahnbewegungen im Ober- und Unterkiefer deutlich
vergrößert. Dies galt im speziellen für die Neigung von UE/NSL der HT-Gruppe. Nach der Behandlung war die Neigung der
Okklusionsebenen beider Herbst-Gruppen durch rezidivierende Zahnbewegungen und normale Wachstumsprozesse auf oder unter die
Ursprungswerte rückläufig. Während der Behandlung war bei beiden Gruppen nur ein Zusammenhang zwischen der Vergrößerung der
Neigung der Okklusionsebenen und der Verkleinerung des Overjets und Overbites zu finden. Nach der Behandlung bestanden in den zwei
Gruppen ein Zusammenhang zwischen der Verkleinerung der Neigung der Okklusionsebenen und der Verkleinerung des Winkels ML/NSL
sowie der Vergrößerung des Overjets und Overbites.


Schlußfolgernd konnte festgestellt werden, daß während der Behandlung die Vergrößerung der Neigungen der drei Okklusionsebenen
sowie die Verkleinerung des Overjets und des Overbites beim Aktivator am kleinsten und bei der HT-Gruppe am größten waren. Nach der
Behandlung traten rückläufige Veränderungen der Neigungen der Okklusionsebenen (Verkleinerung) und des Overjets und Overbites
(Vergrößerung) ein. Auch diese Veränderungen waren bei der HT-Gruppe am größten. Beim Vergleich der drei Okklusionsebenen waren
die größten Veränderungen bei der Unterkiefer-Okklusionsebene (UE/NSL) zu sehen. Keine der untersuchten Apparaturen hatte einen
Einfluß auf die vertikale Kieferrelation.
Kurzfassung auf Englisch: The aim of this cephalometric radiographic study was to assess the influence of three different orthodontic treatment methods [activator,
Tip-Edge and Herbst with partial (HP) and total (HT) anchorage] on the inclination of three defined occlusal planes - the maxillary (OE),
mandibular (UE) and functional (FE) occlusal plane.


The study tried to answer two questions:

1) How large are the changes of the occlusal planes during and after orthodontic treatment?

2) Is there a relationship between the change in the occlusal planes and the change of the vertical jaw relationship, the overjet and the
overbite during and after orthodontic treatment?


The study revealed the following result:
Activator group: None of the occlusal planes was significantly influenced.
Tip-Edge group: During treatment the inclination of OE/NSL and FE/NSL remained stable. The inclination of UE/NSL increased as a
result of vertical mandibular tooth movements. After treatment the inclination of UE/MSL and FE/NSL was reduced as a result of relapsing
tooth movements and normal growth changes. During treatment no association existed bet-ween the changes in the inclination of the
occlusal planes and the changes in vertical jaw relationship, overjet and overbite. After treatment associations existed between the
reduction in the UE/NSL and the reduction in the mandibular plane angle (ML/NSL) and the increase in overbite. Furthermore, an
association was present between the reduction in the inclination of FE/NSL and the reduction in the inclination of ML/NSL.


Herbst appliance groups using partial (HP) and total (HT) anchorage: The inclination of all occlusal planes, with the exception of
OE/NSL in the HP group, was considerably increased during Herbst treatment as a result of vertical maxillary and mandibular tooth
movements. This was particularly true for the inclination of UE/NSL in the HT group. After treatment the inclination of the occlusal planes in
both Herbst groups recovered to or below the original values as a result of relapsing tooth movements and normal growth processes.
During treatment in both groups an association existed only between the increase in the inclination of the occlusal planes and the reduction
in the overjet and overbite. After treatment in the two groups an association was found between the reduction of the occlusal plane angles
and the reduction of the ML/NSL angle and the increase of overjet and overbite.


In conclusion it was found that during treatment the changes in the inclination of the three occlusal planes (increase) and the changes in
the overjet and overbite (reduction) were lowest in the activator group and highest in the HT group. After treatment recovering changes
occurred in the inclination of the occlusal planes (reduction) and the overjet and overbite (increase). Also these changes were highest in the
HT group. When comparing the three occlusal planes, the largest changes were found for the mandibular occlusal plane (UE/NSL). None of
the appliances investigated had any effect on the vertical jaw relationship.