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URN: urn:nbn:de:hebis:26-opus-4908
URL: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2001/490/


Untersuchungen mittels Patienten-Daten-Management-System zum Aufwachverhalten, postoperativem Analgetikabedarf sowie Antiemetikaverbrauch nach unterschiedlichen Anästhesieverfahren

Al-Oweidi, Abdelkarim Saleh Suleiman


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Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Medizinisches Zentrum für Chirurgie, Anaesthesiologie und Urologie, Abteilung Anaesthesiologie und Operative Intensivmedizin
Fachgebiet: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin
Dokumentart: Dissertation
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 17.07.2001
Erstellungsjahr: 2001
Publikationsdatum: 22.08.2001
Kurzfassung auf Deutsch: Ziel der Arbeit: Ziel dieser Untersuchung war es, mit Hilfe des Anästhesie-Informations-Management-System (AIMS) in der Routine
durchgeführte balancierte Anästhesien mit unterschiedlichen Inhalationsnarkotika im Vergleich zu intravenösen Anästhesien in Hinblick auf
Aufwachverhalten, Aufwachraumzeiten, postoperativen Schmerzmittel- und Antiemetikabedarf zu untersuchen.


Material und Methoden: 1997 und 1998 wurden alle relevanten Daten der durchgeführten Anästhesien mit der
Online-Dokumentationssoftware NarkoData® erfaßt und in einer relationalen Datenbank gespeichert. Zur Auswertung wurden die Daten
mittels der „Structured Query Language“ (SQL) aus der Datenbank in ein Statistikprogramm exportiert. Bei den balancierten Anästhesien
wurden die volatilen Anästhetika Isofluran, Halothan und Sevofluran eingesetzt, die mit Lachgas (50 bis 65 Vol%) und Fentanyl
supplementiert wurden. Die beiden anderen Gruppen teilten sich in intravenöse Anästhesien (IVA) mit den Kombinationen
Propofol-Fentanyl und Propofol-Remifentanil, die als total intravenöse Anästhesien (TIVA) geführt oder mit Lachgas supplementiert wurden
(IVA).


Ergebnisse: Am schnellsten erwachten Patienten aus der Narkose, die mit Isofluran (11,16±7,74 Minuten), am langsamsten die mit
Halothan (12,81±9,33 Minuten) anästhesiert wurden; der Unterschied betrug im Mittel 1,65 Minuten. In den Aufwachraum (AWR) konnten
am schnellsten Patienten der Gruppe Sevofluran (6,99±6,28 Minuten) und Propofol-Remifentanil (6,97±7,37 Minuten) verlegt werden.
Dabei hatten Patienten der Halothan-Gruppe (9,46±7,52 Minuten) die längste Transferzeit. Patienten, die mit Sevofluran und Isofluran
anästhesiert wurden, hatten die kürzesten Aufwachraumzeiten mit jeweils 105,13±35,74 und 108,40±60,54 Minuten. Den längsten
Aufenthalt im Aufwachraum hatten Patienten, die mit der Kombination von Propofol-Remifentanil (126,19±89,1 Minuten) bzw. mit Halothan
(120,02±86,05 Minuten) behandelt wurden. Hinsichtlich der postoperativen Analgetika- und Antiemetikatherapie zeigte keines der
eingesetzten Narkoseverfahren Vorteile.


Schlußfolgerung: Die aus dem Routinebetrieb gewonnenen Ergebnisse entsprechen nur teilweise denen aus Studiensituationen. In
unserer Abteilung werden bei balancierten Anästhesien mit Sevofluran und Isofluran die kürzesten Überwachungszeiten im AWR im
Vergleich zu balancierten Anästhesien mit Halothan und IVAs mit Propofol-Fentanyl und Propofol-Remifentanil registriert. Ein Grund hierfür
liegt sicher in der bei intravenösen Anästhesien (IVA) praktizierten prophylaktischen Analgesie vor Narkoseende mit Piritramid. Die mit
dem AIMS erfaßten Daten ermöglichen Aussagen, ob sich durch den Einsatz neuer Pharmaka potentielle Einsparmöglichkeiten im
Operationsbereich bzw. im Aufwachraum darstellen. Sie zeigen auch, dass Aufwach- und Überwachungszeiten in starkem Maße von
lokalen Gegebenheiten abhängen und nicht ohne weiteres auf andere Kliniken übertragbar sind.