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Einfluß cyfluthrin-imprägnierter Vorhänge auf die Prävalenz malaria-assoziierter Anämie und körperlicher Entwicklungsretardierung bei Kindern in einem holoendemischen Transmissionsgebiet des Kabarole Distrikts, Westuganda

Heller, Michaela Katharina


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Freie Schlagwörter (Deutsch): Malaria , Cyfluthrin , Kabarole Distrikt Westuganda , Kind
Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit GTZ, Eschborn
Fachgebiet: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin
Dokumentart: Dissertation
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 11.07.2001
Erstellungsjahr: 2001
Publikationsdatum: 21.08.2001
Kurzfassung auf Deutsch: In zwei Querschnittsuntersuchungen, vor Interventionsbeginn und nach einem halben Jahr (20 Wochen), wurden die Zielvariablen, d.h.
Hämatokrit, sowie Größe und Gewicht der Kinder erhoben. An Hand altersentsprechend gestaffelter Grenzwerte ergab sich die jeweilige
Interpretation des Hämatokrits als keine, leichte (Hkt<33% für Kinder von 6-48 Mon. bzw. <34% bei 2-8jähr. u. <35% bei >8jähr.), moderate
(Hkt<24%) oder schwere (Hkt<15%) Anämie. Den anthropometrischen Parametern wurden über einen Vergleich mit einer internationalen
Standardpopulation z-Scores (z-Score = Messwert - Standardmedian / Standardabweichung) zugeteilt, welche wiederum als leichtes (
z<-2) bzw. schweres (z<-3) Entwicklungsdefizit eingestuft wurden. Die Studienpopulation von jeweils 400 Kindern im Interventions- und
Kontrollgebiet im Alter bis zu 10 Jahren wurde per Zufallsauswahl bestimmt.


Ausgangsdaten: Der durchschnittliche Hämatokrit der Gesamtstudienpopulation lag bei 31,7%, womit 530 (57,9%) der Kinder als
anämisch einzustufen waren, davon 475 (51,9%) als leicht, 52 (5,6%) als mittelschwer und 4(0,4%) als schwer anämisch.
Die durchschnittlichen z-Scores lagen im negativen Bereich mit -1,99 für das Mittel der altersabhängigen Größen-z-Scores bzw. mit -0,09
für den auf die Größen bezogenen Gewichts-z-Score. 246 Kinder (26,9%) wiesen ein geringes und 202 (22,1%) ein schweres
Größendefizit auf, während 29 (3,2%) als leicht sowie 12 (1,3%) als schwer untergewichtig (bzgl. der Körpergröße) einzustufen waren.
Nach einem halben Jahr Interventionsdauer waren durchschnittliche Hämatokritwerte von 34,1% auf der Interventionsseite im Vergleich zu
32,9% im Kontrollgebiet zu verzeichnen. Die pro Behandlungsgruppe ermittelte Differenz der jeweiligen Hämatokritwerte im Vergleich zur
Ausgangslage ergab mit einem Zuwachs von 1,01% zu 2,38% in Kontroll- bzw. Interventionsgruppe einen signifikanten Unterschied
zwischen den Vergleichsstrata zugunsten der Vorhanggruppe (t=-3,9/p<0,001). Anhand der Anämieprävalenzen schlägt sich der
Interventionseinfluß in einem günstigeren Verhältnis von gebesserten Fällen zur Anzahl der Zustandsverschlechterungen in der
Interventionsgruppe (138 zu 49) im Vergleich zur Kontrollgruppe (101 zu 66) nieder. Die durchschnittlichen z-Scores des Körpergewichts
im Bezug auf die Größe wurden mit +0,17 für die Interventionsgruppe, sowie mit +0,06 für die Kontrollgruppe ermittelt. Entsprechend
ergaben sich durchschnittliche Größe-zu-Alter-z-Scores von -1,74 bzw. -1,73. Für den Anstieg dieser Parameter von der initialen
Untersuchung bis zur Halbjahrserhebung war bzgl. des Gewicht-zu-Größe-z-Scores mit Werten von 0,09 auf der Kontroll- zu 0,36 auf der
Interventionsseite ein signifikanter Unterschied zwischen Interventions- und Kontrollgruppe zu verzeichnen (t= -2,77/p=0,006). Bei gleicher
Anzahl von 13 Fällen in beiden Behandlungsgruppen, die sich über den Erhebungszeitraum verschlechtert hatten, konnten 20 Kinder der
Interventionsseite und nur 11 des Kontrollgebietes einer besseren Gewichtskategorie zugeschrieben werden. Bei der Körpergröße ergab
sich bei einem Verhältnis des z-Score-Zuwachses von 0,07 in der Kontrollgruppe zu 0,37 unter Interventionseinfluß aufgrund einer relativ
hohen Standardabweichungen ein nicht so deutlicher, dennoch signifikanter Unterschied zwischen den Vergleichsgruppen (t=-2,11/
p=0,035). Die Prävalenzrelationen bei den Körpergrößen waren mit 57 (Kontrolle) zu 63 (Intervention) Kindern, die in eine bessere
Kategorie aufgestiegen waren, entgegen 39 (Kontrolle) zu 40 (Intervention) Fällen, die sich verschlechtert hatten, fast ausgeglichen.


Der bezüglich der erhobenen Parametern zu verzeichnende Gewinn der Interventionsseite ist umso bedeutender, da die
Malariatransmission infolge der außerordentlich langen und intensiven Regenperiode (El Nino) zusätzlich gestiegen war.