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Einfluß Cyfluthrin-imprägnierter Vorhänge auf Transmissionsdruck und Inzidenz der Malariainfektion bei Kindern in einem holoendemischen Gebiet des Kabarole Distrikts, Uganda

Köhler, Thomas Knut


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Freie Schlagwörter (Deutsch): Malaria , Uganda , Kind , Cyfluthrin
Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ-GmbH), Eschborn
Fachgebiet: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin
Dokumentart: Dissertation
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 21.06.2001
Erstellungsjahr: 2001
Publikationsdatum: 17.08.2001
Kurzfassung auf Deutsch: Im Hinblick auf die Prüfung der Eignung Cyfluthrin-imprägnierter Fenster- und Wandvorhänge als Malariakontrollinstrument evaluierte die
Studie die Effektivität des Vorhängeinsatzes bezüglich 1. der Reduktion der innerhäuslichen Vektorendichte, innerhäuslichen
Vektorstichrate und entomologischen Inokulationsrate und 2. der Verzögerung des P. falciparum- Reinfektionsverlaufes nach initialer
Parasitaemieclearance bei Kindern in einem holoendemischen Gebiet des Kabarole Distrikts, Uganda. Zur Bestimmung der
innerhäuslichen Vektorendichte und Vektorstichrate dienten spezielle Mückenfänge (Pyrethrum-Fänge bzw. Hautkontakt-Fänge), die
innerhalb einer 6-Monatsperiode nach 3-Monats- bzw. 5-Wochenintervallen mehrmals in zufällig ausgewählten Häusern durchgeführt
wurden. Die entomologische Inokulationsrate wurde aus der Multiplikation der Anzahl der per Haut-Kontakt-Fang gesammelten
Anophelinen mit dem Anteil der Sporozoiten-infizierten Anophelinen kalkuliert. Zur Evaluierung des Reinfektionsverlaufes wurden 800
randomerisiert ausgewählte Kinder initial mittels einer therapeutischen Dosis Sulfadoxin-Pyrimethamin von Plasmodien befreit und über
ein 6-Monatsintervall bezüglich des Wiederauftretens von Plasmodien im Blut beobachtet. Es wurde einer Interventionsgruppe mit
Vorhangverwendung eine Kontrollgruppe ohne Vorhangeinsatz gegenübergestellt.


Die innerhäusliche Vektorendichte entwickelte sich über den Studienverlauf in der Kontrollgruppe von 3,2 auf 17,8 Vektoren pro Kopf, in
der Interventionsgruppe von 4,1 auf 3,1 Vektoren pro Kopf, was einer hoch signifikante (P=0,005) Reduktion der Vektorendichte um ca.
80% in der Interventions- gegenüber der Kontrollgruppe entspricht. Die Vektorstichrate steigerte sich in der Kontrolle von 2,7 auf 56,3, in
der Intervention von 2,0 auf 40,8 Vektoren pro Kopf, wobei eine signifikante Differenz (P=0,36) nicht nachweisbar war. Die entomologische
Inokulationsrate wuchs in beiden Untersuchungsgebieten ähnlich (Kontrolle: 0,5 - 1,7 ; Intervention: 0,3 - 1,1), so daß kein statistisch
bedeutender Unterschied (P=0,57) bestand. Es konnten keine signifikanten Verlaufsdifferenzen der Reinfektion zwischen Intervention und
Kontrolle festgestellt werden.


Unter den vorherrschenden Bedingungen war keine Schutzwirkung der Vorhänge nachweisbar. Die Verminderung der Vektorendichte
beruhte auf einem Repellent- als auch Tötungseffekt des Imprägnierpyrethroids, die jedoch nicht ausreichten, die Stichrate merklich zu
beeinflussen und folglich Transmission und Reinfektion zu reduzieren. Als Ursache für die mangelnde Schutzwirkung kommt in erster Linie
der überraschend hohe Transmissionsdruck in Betracht, der in unmittelbarem Zusammenhang mit den während des Studienintervalls
einsetzenden Niederschlägen im Rahmen des El-Nino zu sehen ist. Diese Bedingungen repräsentierten nur eingeschränkt die sonst im
Studiengebiet herrschenden Transmissionsverhältnisse. Es wäre denkbar, eine höhere Effektivität der imprägnierten Vorhänge ohne den
Einfluß des El-Nino im Studiengebiet zu erreichen. Dies könnte in künftigen Studien auch in anderen Studiengebieten mit ähnlichen
Transmissionsbedingungen geprüft werden.