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Die intraoperative Messung des intracerebralen Sauerstoffpartialdrucks als adjuvanter Monitoring-Parameter der cerebralen Durchblutung bei der operativen Versorgung cerebraler Aneurysmen

Hübner, Felix


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Freie Schlagwörter (Deutsch): Sauerstoffpartialdruck , Monitoring-Parameter , Aneurysmen
Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Medizinisches Zentrum für Neurologie und Neurochirurgie, Neurochirurgische Klinik
Fachgebiet: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin
Dokumentart: Dissertation
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 17.04.2001
Erstellungsjahr: 2001
Publikationsdatum: 26.07.2001
Kurzfassung auf Deutsch: Fragestellung: Während der operativen Versorgung cerebraler Aneurysmen des anterioren Stromkreislaufes wurde die Wertigkeit zweier
intraoperativer Meßverfahren hinsichtlich der Erfassung cerebraler Ischaemien sowie des klinischen Ergebnisses untersucht.


Methode: Bei Patienten (n=40) mit einem Aneurysma des anterioren Stromgebietes und einem initialen Hunt und Hess Grad zwischen 0-4
wurden zwischen Juni 1997 und Mai 1998 intraoperativ sowohl der intracerebrale Sauerstoffpartialdruck (ptiO2; Licox Clarke Type Sonde
der Fa. GMS, Kiel, Germany) als auch die Somatosensibel Evozierten Potentiale (SSEP) abgeleitet. Insgesamt konnten von 42 versorgten
Aneurysmen (zwei Patienten wiesen zwei seitendifferente Aneurysmen auf) 40 Messungen ausgewertet werden. Postoperativ wurde bei
allen Patienten eine Computertomographie (CCT) durchgeführt und die Patienten anhand des Glasgow-Outcome-Scores (GOS) am 30.
postoperativen Tag beurteilt. Als pathologisch zu wertende ptiO2-Werte bei cerebrale Ischämie wurden a priori anhand publizierter
Grenzwerte bei Patienten mit Schädel-Hirn-Trauma definiert. Die intraoperativ erhobenen Ergebnisse wurden mit den postoperativen
Daten verglichen.


Resultate: Bei 12 Patienten war nach dem Klippen ein rasches Absinken des ptiO2 um mindestens 20% zu registrieren, pathologische
Veränderungen der SSEP (Latenzverlängerung um 1 ms, Amplitudenreduktion um 30%) traten bei drei Patienten auf. Durch ein ptiO2
Monitoring konnten Anterior- und Mediastromgebiet gleichermaßen, durch ein SSEP-Monitoring hingegen nur das Mediastromgebiet
erfaßt werden. Fünf mal war ein pathologisches Absinken des ptiO2 von einem cerebralen Infarkt gefolgt (Sensitivität 0,5 (S), Spezifität 0,8
(Sp), positive Prädiktion 0,4 (pP) negative Prädiktion 0,8 (nP)), für die SSEP trat dieses Ereignis einmal ein (S 0,08, Sp 0,96, pP 0,3, nP
0,7). Im Gegensatz zu einer prozentualen Änderung des ptiO2 fand sich nach einem Unterschreiten eines (Absolut-)wertes von 15 mmHg
(Normwert 20-30 mmHg) ein besserer Zusammenhang zum Auftreten eines Infarktes in der postoperativen CCT (S 0,9, Sp 0,8, pP 0,6,nP
0,96), sowie zu einem schlechten GOS.


Zusammenfassung: Die ptiO2-Messung ist eine sichere Methode (Mortalität und Morbidität 0%). Cerebrale Ischaemien sind durch ihren
Einsatz gut zu erfassen, insbesondere im Stromgebiet der A. cerebri anterior. Der Absolutwert von 15 mmHg stellt einen neuen
prognostischen Grenzwert dar, nach dessen Unterschreiten das Auftreten cerebraler Infarkte mit daraus resultierendem schlechten
klinischen Ergebnis überdurchschnittlich ansteigt.