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Literatur - digital und vernetzt : Kontrastive Analyse eigen- und fremdproduzierter Software für den Umgang mit Literatur ; eine explorative Studie

Schnöbel, Marcus


pdf-Format: Dokument 1.pdf (6.802 KB)

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Freie Schlagwörter (Deutsch): Literatur , Software , digital
Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Institut für Neuere Deutsche Literatur
Fachgebiet: Germanistik
DDC-Sachgruppe: Erziehung, Schul- und Bildungswesen
Dokumentart: Dissertation
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 03.07.2001
Erstellungsjahr: 2001
Publikationsdatum: 13.07.2001
Kurzfassung auf Deutsch: Diese Dissertation analysiert die didaktisch-pädagogischen Chancen und Probleme beim Einsatz neuer Medien im gymnasialen
Deutschunterricht. Als empirische Grundlage sind dazu an zwei mittelhessischen Schulen Unterrichtserprobungen in den Jahrgangsstufen
10 bis 12 durchgeführt worden. Die Beobachtungen werden auf holistischem und qualitativem Wege im Rahmen eines neuen und
umfassenden Evaluationsmodell ausgewertet, das sowohl Softwareeigenschaften, Lernhandlungen als auch Kontextbedingungen erfasst.


Untersuchungsgegenstände sind zwei Verfahren: Bei der Eigenproduktion von Hypermedia-Produkten stellen die Schüler im
Deutschunterricht Software zur deutschen Literatur selber her. Beim Umgang mit Fremdproduktionen kommt Software zum Einsatz, die von
Verlagen für den Deutschunterricht entwickelt worden ist. Untersuchungsgegenstände sind dabei aber nicht nur die Programme, sondern
auch die jeweils dazugehörenden Unterrichtsprojekte. Das Ziel der Analyse ist es, ein didaktisches Orientierungswissen systematisch
aufzubauen.


Bei der Analyse der hypermedialen Eigenproduktionen ist einerseits deutlich geworden, dass sich dabei Schwierigkeiten mit dem
institutionellen Kontext ergeben und dass die Qualität der Schülerprodukte eine Weiterverwendung im Unterricht als Lernmedium meist
ausschließt. Andererseits haben die Schüler bei der Erstellung vielfältige und intensive Lernerfahrungen auf sachlicher, medialer, sozialer
und affektiver Ebene gemacht.


Bei den Untersuchungen zum Einsatz fremder Produkte hat sich gezeigt, dass auch dieser Weg mit Problemen im schulischen Umfeld
verbunden ist. In der Software spielen ökonomische und fachwissenschaftliche Aspekte eine zu große und didaktische Aspekte eine zu
geringe Rolle. Als interaktive Bildungsmedien lassen sie sich daher nur begrenzt nutzen. Für Schüler sind sie eher als Rechercheraum und
weniger als Aktionsplattform geeignet.


Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass sich die beiden Untersuchungsgegenstände nicht ausschließen, sondern ergänzen. Künftige
Bildungssoftware soll deshalb sowohl als Aktionsraum dienen, aber auch als vielfältiger Materialfundus einsetzbar sein. Als weitere
Konsequenzen werden eine stärkere Öffnung der Schule im Inneren, die Entwicklung der Deutschdidaktik zu einer deutschen
Kulturdidaktik, eine Ausstattungsinitiative innerhalb des staatlichen Schulsystems und eine offensive Personalpolitik an den Schulen
gefordert.